Nicht alle Kohlenhydrate schaden dem Gehirn
Kohlenhydrate aus Vollkorn, Hülsenfrüchten oder Gemüse gelten als gesund, unter anderem deshalb, weil sie den Blutzucker nur langsam ansteigen lassen.
Das Gegenteil ist bei sog. isolierten Kohlenhydraten der Fall. Dazu gehören Zucker, Weißmehl, Stärke und Produkte, die diese Zutaten in großen Mengen enthalten, also Brot, Pasta, Pizza, Gebäck, Kekse, Kuchen, Süßigkeiten, Schokolade etc.
Isst man davon, dann steigt der Blutzuckerspiegel schnell und fällt kurz darauf auch wieder schnell ab – und genau das schadet dem Gehirn.
Der Einfluss eines Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel kann mit Hilfe des glykämischen Index (GI) und die glykämischen Last (GL) angegeben werden.
Der glykämische Index beschreibt, wie stark eine bestimmte Kohlenhydratmenge aus einem Lebensmittel den Blutzucker ansteigen lässt. Die glykämische Last hingegen ist ein alltagstauglicherer Wert, da hier nicht nur die Kohlenhydrate, sondern das gesamte Lebensmittel und sein Einfluss auf den Blutzucker berücksichtigt wird.
Wie eine internationale Forschergruppe in einer Beobachtungsstudie von 2025 herausfand, hängen der GI und die GL direkt mit dem Demenzrisiko zusammen (1).
Niedriger glykämischer Index – weniger Demenz
Für die Studie wurden die Daten von rund 202.000 Personen ausgewertet, die zu Beginn keine kognitiven Einschränkungen hatten. Im Durchschnitt wurden die Probanden rund 13 Jahre lang begleitet – bei rund 2.400 wurde in diesem Zeitraum schließlich eine Demenz diagnostiziert.
Es zeigte sich, dass Personen, deren Ernährung einen niedrigen glykämischen Index hatte, ein um 16 Prozent geringeres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen hatten (2).
Personen, deren Ernährung eine hohe glykämische Last hatte, wiesen dagegen ein um rund 14 Prozent höheres Risiko auf.
Wichtig ist also nicht nur, wie stark bestimmte Kohlenhydrate den Blutzucker beeinflussen. Entscheidend ist die Blutzuckerbelastung der Gesamternährung.
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Fazit: Die richtigen Kohlenhydrate senken Ihr Demenzrisiko
Je mehr die Ernährung den Blutzucker belastet, desto größer ist das Demenzrisiko. Setzen Sie also öfter auf Lebensmittel, die den Blutzucker langsamer ansteigen lassen – etwa Vollkorn, Hülsenfrüchte, Gemüse und Nüsse. Und reduzieren Sie stark verarbeitete, zuckerreiche Lebensmittel und Getränke.
Damit verbessern Sie nicht nur Ihren Blutzucker und senken Ihr Risiko für kognitive Beeinträchtigungen. Auch viele andere Erkrankungen treten seltener auf, da sich ein schwankender Blutzuckerspiegel insgesamt sehr negativ auf die Gesundheit auswirkt und z. B. als entzündungsfördernd gilt.
Lesen Sie zu diesem Thema gerne auch unseren Artikel Süßstoff und Zucker - Risikofaktor für Demenz. Denn Süßstoffe sind keine geeignete Zucker-Alternative.