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Vitaminmangel - Diagnose und Tipps

Auch in den Industrieländern kommt es häufig zu einem Vitaminmangel. Allein anhand der Symptome lässt sich selten konkret sagen, welches Vitamin gerade fehlt. Eine Blutuntersuchung hilft bei der Diagnose eines möglichen Vitaminmangels.

Fachärztliche Prüfung: Dr. med. Jochen Handel
Stand: 03 Mai 2026
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Wie Sie einen Vitaminmangel feststellen

Vitalstoffmangel ist weiter verbreitet, als man denkt – nicht nur in den Dritte-Welt-Ländern, sondern genauso in den Industrienationen (siehe unseren Artikel Vitaminmangel - Symptome und Ursachen) auf unserer Seite..

Der Begriff "Vitalstoffe" umfasst dabei sämtliche Mikronährstoffe, also Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und auch zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe mit z. B. antioxidativer oder entzündungshemmender Wirkung (z. B. Carotinoide und Flavonoide).

In diesem Artikel geht es ausschließlich um die Vitamine und die Diagnose eines Vitaminmangels. (Zu Mineralstoffmängeln finden Sie auf unserer Seite (über die Suche) den entsprechenden Artikel: Mineralstoffmangel erkennen: Diagnose und Prävention).

Natürlich werden heutzutage zahlreiche Vorsorgeuntersuchungen angeboten, die eigentlich besser Früherkennungstermine heißen müssten, da ja meist nur geschaut wird, ob eine bestimmte Krankheit bereits da ist. Wenn ja, erhält man einen OP-Termin oder Medikamente.

Zur Vorsorge wird bei diesen Checks also eher wenig getan. Die Überprüfung der persönlichen Vitalstoffversorgung gehört jedenfalls nicht zu den Vorsorgeangeboten.

Auch auf Nachfrage sind nicht alle Ärzte bereit, die entsprechenden Untersuchungen einzuleiten. Oft wird davon abgeraten, da es in den Industrieländern sowieso keinen Vitaminmangel gäbe und entsprechende Tests daher vollkommen überflüssig seien.

Wir erklären, worauf Sie achten müssen, wenn Sie einen Vitaminmangel feststellen möchten.

Krankenkassen übernehmen selten die Kosten

Natürlich übernehmen auch die Krankenkassen die Kosten nur, wenn bereits gewisse Symptome auf einen einschlägigen Mangel hinweisen, wenn der Verdacht auf eine vitaminmangelbedingte Erkrankung besteht oder wenn Krankheiten vorliegen, in deren Verlauf bekanntermaßen auch Vitalstoffmängel auftreten (z. B. Osteoporose, Diabetes, chronisch entzündliche Darmerkrankungen o. ä.).

Vielleicht würde noch bei veganer Ernährung ein Vitamin-B12-Test übernommen, eine Rundumanalyse aber sicher nicht.

Will man daher – als symptomfreier Mensch – rein präventiv Werte für Vitamine oder Spurenelemente bestimmen lassen oder womöglich noch seinen Omega-3-Wert, seine Schwermetallbelastung oder den Zustand seines Hormonhaushaltes wissen, dann muss man diese Untersuchungen meist selbst bezahlen.

Dabei könnte das Wissen um die aktuellen Werte nicht zuletzt das verhindern, was offiziell (z. B. von den Gesellschaften für Ernährung, den Ärzten und den Verbraucherzentralen) so sehr befürchtet wird, nämlich, dass Menschen zu viele Nahrungsergänzungen in unpassenden Dosen einnehmen.

Vitalstoffmangel kann viele Symptome haben

Die Optimierung der Vitalstoffversorgung ist somit eine wichtige Präventionsmaßnahme. Wenn nun aber bereits Krankheiten vorliegen oder auch „nur“ unspezifische Symptome plagen (5) (z. B. Konzentration sstörungen, Müdigkeit, Schlafstörungen, innere Unruhe), dann ist es natürlich umso sinnvoller, den Vitalstoffstatus zu bestimmen.

Einerseits, weil unspezifische Symptome auf einen Vitalstoffmangel hinweisen können und andererseits, weil mit einer rundum guten Vitalstoffversorgung (bei bestehender Krankheit) die Chance auf Heilung oder Besserung der Beschwerden steigt.

Vitaminmangel feststellen: Die Diagnose

Ganz gleich aus welchem Grund Sie nun die Diagnose eines möglichen Vitaminmangels wünschen, denken Sie daran, dass Ihr Arzt nicht in jedem Fall weiß, wie er Ihre Vitalstoffspiegel bestimmen soll (im Serum, im Vollblut, im Urin?).

Es ist daher oft hilfreich, selbst ein wenig Bescheid zu wissen oder aber einen Arzt/Heilpraktiker aufzusuchen, der über Kompetenzen im Bereich der Orthomolekularmedizin (Therapie mit Vitalstoffen) verfügt.

Richt- bzw. Normwerte geben wir nachfolgend nicht an, da diese oft je nach Labor und Messmethode variieren und es nicht selten auch verschiedene Einheiten gibt, in denen Werte angegeben werden, so dass entsprechende Angaben hier eher verwirren könnten und Sie sich besser an den jeweiligen Norm-/Richtwerten des Labors orientieren.

Die durchschnittlichen Bedarfswerte geben wir für Erwachsene an. Sie gelten also nicht für Kinder, Jugendliche, Schwangere oder Stillende.

Es handelt sich um die offiziellen Bedarfswerte. Das heißt: Sie können durchaus auch höher sein und überdies von Mensch zu Mensch variieren.

Werden Vitalstoffe therapeutisch eingesetzt, sind oft deutlich höhere Mengen erforderlich, um eine Wirkung zu erzielen, was jedoch mit dem Arzt oder Heilpraktiker besprochen werden sollte.

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Vitamin B12 (Cobalamine)

In Sachen Vitamin B12 wird von manchen Ärzten immer noch gerne direkt das Vitamin B12 im Serum bestimmt. Dieser Wert kann aber noch in Ordnung sein, wenn schon längst ein Mangel besteht (1).

Daher wird zur Bestimmung des Vitamin-B12-Spiegels der sog. HoloTC-Wert im Serum bestimmt und bei nicht eindeutigen HoloTC-Werten zusätzlich der Methylmalonsäurewert im Urin. Details lesen Sie in unserem Artikel Vitamin-B12-Mangel - Die Symptome.

Die Albert-Schweitzer-Stiftung hat ein Merkblatt zur Vitamin-B12-Messung herausgegeben (4), das man auch mit zum Arzt nehmen kann, falls sich dieser nicht so gut mit dieser Materie auskennen sollte.

Den Vitamin-B12-Spiegel kann man inzwischen auch mit Heimtests feststellen. Hier gibt es sowohl die HoloTC-Messung im Blut als auch die MMA-Messung im Urin.

Die Werte im Urin können jedoch wiederum von anderen Faktoren (z. B. einer Darmflorastörung) verfälscht sein, so dass der HoloTC-Wert im Blut nach wie vor der sichere ist.

Setzen Sie die Einnahme von Vitamin-B12-Präparaten 7 bis 10 Tage vor der Messung ab, um eine Verfälschung der Werte zu verhindern.

Der Tagesbedarf an Vitamin B12 beträgt 3 µg. Die Resorption ist jedoch bei 500 bis 1000 µg deutlich besser, so dass Mono-Nahrungsergänzungen mit diesem Vitamin meist in diesen Dosierungen zur Verfügung stehen.

Wie es sich mit dem Risiko einer Überdosierung verhält, lesen Sie in unserem Artikel Überdosierung von Vitamin B12.

Vitamin B1 (Thiamin)

Vitamin B1 ist ein Nervenvitamin (8). Besteht ein entsprechender Mangel könnte sich dieser in neurologischen Störungen zeigen (9), z. B. Kribbeln in Armen und Beinen, Nervenentzündungen, Überempfindlichkeiten u. ä.

Auch Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Depressionen, Ängste, Schlaflosigkeit und Schwindel könnten auf die Notwendigkeit einer B1-Einnahme hindeuten.

Erst bei wirklich schwerem Mangel, der in den Industrieländern eher nicht mehr zu beobachten ist, kann es zu Atemnot, Herzrasen und Lähmungen kommen (7).

Orthomolekularmediziner raten zur Überprüfung des Vitamin-B1-Wertes in jedem Fall bei neurologischen Erkrankungen, Diabetes und hohem Alkoholkonsum.

Der Wert wird am besten im Vollblut bestimmt, da etwa 90 Prozent des im Blut befindlichen Vitamin B1 in den Blutzellen ist, nur 10 Prozent im Blutplasma. Auch liegt das Vitamin B1 in den Blutzellen vorwiegend in der aktiven Form vor, im Blutplasma noch in der freien, inaktiven Form.

Alkoholkonsum kann zu einem massiven Vitamin-B1-Mangel führen. Denn Alkohol hemmt einerseits die Resorption von Vitamin B1 aus dem Darm ins Blut, andererseits blockiert er die Aktivierung des Vitamins.

Vitamin B1 ist zudem hitzeempfindlich, weshalb sein Gehalt in Lebensmitteln um bis zu 70 Prozent sinkt, wenn diese gekocht oder gebraten werden. Der Bedarf an Vitamin B1 wird mit 1 – 1,3 mg pro Tag angegeben.

Vitamin B2 (Riboflavin)

Vitamin B2 ist ein Energie- und Augenvitamin (2). Es ist also für die Energiegewinnung in der Zelle sowie für die Augengesundheit sehr wichtig. Auch für die Haut und Schleimhäute hat es große Bedeutung.

Erste Mängel zeigen sich somit insbesondere in Entzündungen der Schleimhäute (11) (z. B. im Darm, Magen, aber auch im Mund oder in der Nase) und einer trockenen oder schuppenden Haut.

Vitamin B2 ist gelb, weshalb Vitamin-B-Komplex-Präparate meist ebenfalls gelb sind und sich außerdem bei Einnahme von Vitamin-B-Präparaten der Urin gelb färbt, was völlig unbedenklich ist.

Vitamin B2 kann im Serum oder im Vollblut bestimmt werden. Der Bedarf liegt pro Tag bei 1,2 – 1,5 mg.

Vitamin B3 (Niacin)

Vitamin B3 wird für zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt und ist u. a. an der Regulierung des Cholesterin- und Blutfettspiegels beteiligt (13).

Ein Mangel zeigt sich auch hier in Haut- und Schleimhautbeschwerden (schuppige Haut, Magen-Darm-Entzündungen). Genauso können Taubheitsgefühle in Händen und Füßen auftreten. Auch Veränderungen der Psyche lassen sich bei Vitamin-B3-Mangel beobachten.

Entsprechend hilfreich kann Vitamin B3 bei psychischen Beschwerden (Depressionen, ADHS-Symptomen o. ä.) sowie erhöhtem Cholesterinspiegel sein. Allerdings muss es dazu hochdosiert eingenommen werden, was in Sachen Cholesterin in den USA bereits praktiziert wird.

Besonders bei niedrigem HDL und hohen Triglyceriden oder auch bei erhöhtem Lipoprotein a (Lpa), das mit Medikamenten nur schwer beeinflussbar ist, aber als starker Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt, sind Vitamin-B3-Dosen von einigen tausend Milligramm therapeutisch einsetzbar. Es muss jedoch mit geringen Dosen begonnen werden.

Auch hilft Vitamin B3 bei der Reaktivierung der Vitamine C und E, damit diese, wenn sie freie Radikale neutralisiert haben und dabei oxidiert wurden, wieder erneut einsatzfähig sind.

Vitamin B3 ist kein echtes Vitamin, da es im Notfall aus der Aminosäure Tryptophan hergestellt werden könnte. Da dafür aber pro Milligramm Vitamin B3 recht viel Tryptophan benötigt wird und gerade Tryptophan in eher geringen Mengen in Lebensmitteln enthalten ist, wäre es schade, die Aminosäure für diesen Zweck zu verschwenden.

Schließlich ist Tryptophan auch für die Bildung von Serotonin – unserem Wohlfühlhormon – zuständig, so dass bei niedrigem Tryptophanspiegel auch die Stimmung sinken kann.

Der Vitamin-B3-Spiegel kann im Serum bestimmt werden. Der Bedarf dieses Vitamins liegt bei 13 – 17 mg pro Tag.

Vitamin B5 (Pantothensäure)

Wie viele andere B-Vitamine, so wirkt sich auch das Vitamin B5 heilsam auf die Haut und Schleimhäute aus. Es wird daher auch gerne in Wund- und Heilsalben gemischt, hilft aber auch innerlich verabreicht bei entzündeten Schleimhäuten des Verdauungssystems, Magen-Darm-Geschwüren oder entzündlichen Problemen im Mundbereich.

Auch bei Kopfschmerzen und chronischer Müdigkeit kann B5 (immer gemeinsam mit dem gesamten B-Komplex) in die ganzheitliche Therapie integriert werden.

Vitamin B5 kann im Serum bestimmt werden (16). Der Bedarf liegt bei etwa 6 mg pro Tag.

Vitamin B6 (Pyridoxin)

Vitamin B6 ist ein typisches Co-Enzym. Es beschleunigt die Reaktionen von etwa 200 Enzymen und ist daher extrem wichtig – ob für das Immunsystem, das Nervensystem, die Blutbildung oder für das seelische Wohlbefinden und guten Schlaf.

Laut Orthomolekularmedizinern liegt bei vielen Menschen hier ein Mangel vor, nicht zuletzt da die Pille einen B6-Mangel verursachen kann. Dieser zeigt sich in Hautproblemen (17) wie Akne, neurologischen Störungen (Kribbeln, Taubheitsgefühlen), Depressionen, schlechtem Schlaf und Blutarmut.

Bei erhöhten Homocysteinwerten gibt man B6 gemeinsam mit B12 und Folsäure, um den hohen Homocysteinspiegel wieder zu senken. Dieser gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, denn Homocystein – ein Abfallprodukt des Proteinstoffwechsels – kann zu oxidativem Stress beitragen und die Blutgefäße schädigen.

Man nimmt dazu unter Aufsicht des Arztes bis zu 300 mg Vitamin B6 ein, beginnt aber mit niedrigen Dosen und steigert diese unter regelmäßiger Überprüfung des Homocysteinspiegels bis zu dessen Regulierung.

Auch bei Schwangerschaftserbrechen hat sich das Vitamin als hilfreich erwiesen. Man nimmt hier jedoch keinesfalls mehr als 25 mg Vitamin B6 ein.

Vitamin B6 kann im Serum bestimmt werden, die Werte im Vollblut sollen jedoch exakter sein (19). Der Bedarf des Vitamins liegt bei 1,2 – 1,6 mg pro Tag.

Vitamin B7 (Biotin)

Biotin ist insbesondere als Haarvitamin bekannt, da es oft bei Haarausfall empfohlen wird (22). Hier jedoch hilft es merklich nur dann, wenn der Haarausfall auch von einem Biotinmangel mitbedingt wurde (21).

Da Biotin noch viele andere Aufgaben im Körper hat (Energiegewinnung, Fettsäuresynthese, Proteinstoffwechsel etc.), sollte immer auf eine ausreichende Versorgung geachtet werden. Auch bei Panikzuständen und Ängsten wird eine mögliche Beteiligung eines Biotinmangels diskutiert (20).

Biotin kann im Serum gemessen werden. Der Bedarf liegt bei etwa 0,3 – 0,6 mg pro Tag.

Vitamin B9 (Folsäure)

Folsäure heißt in natürlicher Form Folat. Da der Begriff Folsäure – obwohl er ausschließlich die synthetische Form beschreibt – sehr viel geläufiger ist, bleiben wir hier bei dieser Bezeichnung.

Folsäuremangel kommt bei der üblichen Ernährung häufig vor, da die Folsäure besonders in grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten und Gemüse vorhanden ist. Außerdem ist die Folsäure hitzeempfindlich, so dass ihr Gehalt beim Kochen um bis zu 75 Prozent reduziert wird.

Die Folsäure ist insbesondere an Zellteilungsprozessen beteiligt (Wachstum, Heilung, Regeneration) und an der Bildung der Erbsubstanz (DNA).

Ein Folsäuremangel kann sich mit Haarausfall, Mundschleimhautveränderungen, Depressionen, neurologischen Störungen und Verdauungsbeschwerden (z. B. Durchfall) äußern.

Die Folsäure misst man im Serum. Der Bedarf an Folsäure liegt bei 300 bis 400 µg pro Tag.

Vor der Schwangerschaft und in der Frühschwangerschaft wird geraten, 400 µg prophylaktisch einzunehmen – völlig unabhängig vom Status, der in diesem Fall also nicht vorab überprüft werden muss.

Will man Folsäure gemeinsam mit Vitamin B6 und B12 zur Senkung des Homocysteinspiegels einnehmen oder besteht ein nachgewiesener Mangel sind deutlich höhere Dosen erforderlich (23) (1000 bis 2000 µg - mit dem Arzt absprechen).

Zur Homocysteinsenkung werden manchmal Dosen bis 5000 µg eingenommen (wenn vom Arzt so verordnet). Sparsamer sind hier Injektionen (Medivitan), die 5- bis 6-mal einmal wöchentlich gegeben werden und mit 1000 µg Folsäure (und 1000 µg B12 sowie 5 mg B6) schnell Erfolge zeigen.

Der Vitamin-B-Komplex

Will man jedes einzelne B-Vitamin beim Arzt überprüfen lassen, kann das kostspielig werden, da die Messung pro Vitamin zwischen 20 und 60 Euro kosten kann.

B-Vitamine kann man mit den üblichen im Handel erhältlichen B-Komplex-Präparaten jedoch so gut wie nicht überdosieren, so dass man ein solches Präparat auch rein prophylaktisch ohne vorherige Diagnose einnehmen kann.

Wenn einschlägige Symptome beobachtet werden (Hautprobleme, psychische Beschwerden, neurologische Störungen (Kribbeln, Taubheitsgefühle, aber auch Kopfschmerzen, Müdigkeit o. ä.), können auch höher dosierte B-Komplex-Präparate kurweise eingesetzt werden (z. B. 4 Wochen lang).

Anschließend bzw. wenn die Symptome nachlassen auch eher, steigen Sie auf ein niedriger dosiertes Präparat um.

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Vitamin C ist ein Vitamin, das täglich in ausreichenden Mengen aufgenommen werden sollte. Es wird also nicht besonders lange gespeichert. Werte sind daher nur Momentaufnahmen.

Wir würden von einer Messung abraten und stattdessen empfehlen, täglich genügend Vitamin C einzunehmen - am besten kombiniert über die Ernährung und eine zusätzliche Nahrungsergänzung.

Dabei muss davon ausgegangen werden, dass der offiziell angegebene Bedarf von 100 bis 125 mg Vitamin C pro Tag sicher zu tief angesetzt ist. Diesen würden Sie bereits mit zwei Orangen decken.

Mit einer gesunden und vitalstoffreichen Ernährung können Sie jedoch problemlos das Doppelte an Vitamin C pro Tag aufnehmen. Zum Beispiel mit zwei Orangen und einer Banane zum Frühstück (110 mg) und einem großen Salat zum Mittagessen (100 mg). Wenn Sie am Abend dann noch ein Gemüsegericht essen, sind Sie bei etwa 250 mg Vitamin C.

Zusätzlich können Sie täglich um die 500 mg Vitamin C als Nahrungsergänzung nehmen, in Erkältungszeiten auch 1000 mg und mehr.

Da der Körper immer nur eine bestimmte Vitamin-C-Menge resorbieren kann, ist es ideal, die Tagesdosis auf zwei oder mehr Dosen aufzuteilen. Überschüsse müssen Sie nicht befürchten (25). Diese werden mit dem Urin ausgeschieden (26).

Vitamin D (Cholecalciferol)

Die Messung des Vitamin-D-Spiegels hingegen sollte regelmäßig erfolgen. Da über Vitamin D in letzter Zeit so viel berichtet wird, fragen viele Menschen Ihren Arzt nach einem Test – und erleben leider häufig, dass der Mediziner von einem Test abrät.

Bestehen Sie auf einen Test! Und lassen Sie sich das Ergebnis aushändigen. Denn oft werden noch niedrige Werte als in Ordnung eingestuft, dabei wäre eine Nahrungsergänzung sehr wichtig.

Sollte das Ergebnis keinen Mangel zeigen, umso besser. Zeigt sich jedoch ein Mangel, dann hätten Sie davon ohne Test nie erfahren. Ein Vitamin-D-Mangel aber wird inzwischen mit wohl jeder chronischen Erkrankung in Zusammenhang gebracht, so dass jeder Mensch seinen Vitamin-D-Wert wissen sollte und eigentlich auch jeder Arzt diesen Aspekt berücksichtigen sollte – besonders dann, wenn bereits eine Krankheit vorliegt.

Vitamin D wird im Serum bestimmt. Man misst die Speicherform des Vitamins, die sich 25-Hydroxycholecalciferol (abgekürzt 25-OH-D3) nennt. Diese Speicherform wird von den Zellen ganz nach Bedarf aufgenommen und erst dann zum tatsächlich wirksamen Hormon Vitamin D3 umgewandelt.

Informationen zur Auswertung der gemessenen Werte und wie man daraus die individuell erforderliche Vitamin-D-Dosis ableiten kann, erklären wir in unserem Artikel Vitamin D – Die richtige Einnahme und im Artikel Ihr Vitamin-D-Spiegel – Was Sie wissen sollten.

Vitamin E (Tocopherol)

Vitamin E ist ein wichtiges Antioxidans, das Zellstrukturen, aber auch andere körpereigene Strukturen, wie Hormone, Fettsäuren und Enzyme vor freien Radikalen schützt (29 ). Es wirkt ferner „blutverdünnend“, wirkt also gegen die Bildung von Blutgerinnseln, die die Blutgefäße verstopfen könnten.

Vitamin E ist ferner an der Antikörperbildung beteiligt und daher wichtig für ein funktionierendes Immunsystem. Ihm werden ferner krebsschützende Eigenschaften nachgesagt.

Einen Mangel soll es nach offizieller Meinung in den Industrienationen nicht geben. Orthomolekularmediziner jedoch weisen auf latente Mängel hin (31), die langfristig zu Krebs, Rheuma, Diabetes, Augenkrankheiten und Arteriosklerose führen können sowie eine vorzeitige Alterung bewirken.

Der Vitamin-E-Wert wird im Serum bestimmt.

Der Bedarf an Vitamin E liegt bei 11 – 15 mg pro Tag, wobei dieser kontinuierlich steigt, je mehr ungesättigte Fette man verzehrt. So sind pro Gramm einfach ungesättigter Fettsäuren (z. B. Olivenöl) 0,3 mg Vitamin E erforderlich, pro Gramm mehrfach ungesättigter Fettsäuren sogar 0,9 mg Vitamin E.

Will man Vitamin E als Nahrungsergänzung einnehmen, sollte man darauf achten, natürliche Formen zu benutzen (RRR-alpha-Tocopherol), da diese wirksamer sind als synthetische Formen (alpha-Tocopherol).

Vitamin K: Phyllochinon K1 und Menachinon K2

Vitamin K ist bekannt dafür, dass es die Blutgerinnung reguliert und außerdem für die Knochen- und Blutgefäßgesundheit wichtig ist. Es sorgt dafür, dass Calcium in die Knochen gelangt und nicht in den Blutgefäßen abgelagert wird (33).

Aus diesem Grund wird es meist in Kombination mit Vitamin D eingenommen. Letzteres erhöht die Resorption von Calcium aus dem Darm – und damit dieses Calcium im Körper richtig verteilt wird, steht Vitamin K zur Verfügung.

Eine Überdosierung scheint mit Vitamin K nicht möglich zu sein. Es seien keine Überdosierungssymptome bekannt, heißt es daher in der Fachliteratur.

Wer Blutverdünner nimmt, muss die Vitamin-K-Einnahme mit dem Arzt besprechen, da diese Medikamente den Vitamin-K-Spiegel senken - und umgekehrt Vitamin K die Wirkung der Medikamente beeinträchtigen könnte.

Der Vitamin-K-Wert kann im Serum bestimmt werden, was aber selten gehandhabt wird. Stattdessen überprüft man den Zustand der Blutgerinnung (Quickwert oder INR-Wert), woraus sich einschätzen lässt, wie es um den Vitamin-K-Spiegel bestellt ist.

Je höher der INR und je niedriger der Quickwert, umso geringer die Blutgerinnung und umso geringer der Vitamin-K-Spiegel.

Der offiziell angegebene Bedarf an Vitamin K beträgt etwa 60 – 80 µg pro Tag, was jedoch das absolute Minimum zur Regulierung der Blutgerinnung darstellt.

Für die Knochengesundheit reicht es dann kaum noch, so dass höhere Vitamin-K-Dosen (Blattgemüse, Kräuter, Hülsenfrüchte) sehr sinnvoll sind (34), zumal für die Blutgerinnung insbesondere K1 zuständig ist, für die Knochen eher K2.

K2 nun ist nicht in den genannten Lebensmitteln enthalten, sondern in tierischen Lebensmitteln (aber nur in sehr geringen Mengen) und in ganz besonders hohen Mengen in Natto - der japanischen fermentierten Sojabohnenspeise (siehe unseren Artikel Natto - Jungbrunnen aus Japan).

Die Versorgung mit K2 ist also nicht ganz einfach und wird daher am besten über eine Nahrungsergänzung sichergestellt, z. B. mit * diesen hochwertigen K2-Tropfen. Sie enthalten nichts weiter als das Vitamin in einem Trägeröl und sind äußerst einfach und individuell zu dosieren.

Vitamin A (Retinol)

Vitamin A ist das Augenvitamin. Es ist wichtig für gesunde Augen und eine gute Sehfähigkeit. Aber auch für die Haut und Schleimhäute ist es unverzichtbar. Genauso für die Knochen und Zähne.

Ein Mangel zeigt sich in schlechter Sehfähigkeit, in trockener Haut und trockenen Schleimhäuten, erhöhter Infektanfälligkeit (37) und sogar einem erhöhten Krebsrisiko (37).

Der Bedarf an Vitamin A beträgt 0,8 – 1,2 mg oder 2600 – 3960 IE (1 mg = 3300 IE). Will man den Vitamin-A-Bedarf über Betacarotin decken, dann teilt man den Betacarotingehalt eines Lebensmittels durch 12 und erhält so den Vitamin-A-Wert, der daraus vom Körper hergestellt werden kann (durchschnittlich).

Da Vitamin A ein fettlösliches Vitamin ist, das im Körper gespeichert werden kann, sind hier Überdosierungen möglich (36). Betacarotin jedoch kann (wenn über die Ernährung zugeführt) nicht überdosiert werden.

Sowohl Vitamin A als auch Betacarotin können im Serum gemessen werden. Man muss jeweils mit etwa 25 Euro rechnen.

Diagnose von Vitaminmangel und Mineralstoffmangel

Die Diagnose eines Vitaminmangels können Sie bei jedem Arzt oder Heilpraktiker durchführen lassen, der mit einem entsprechenden Labor zusammenarbeitet.

Manche Vitamine können auch im Heimtest selbst getestet werden, z. B. Vitamin B12 und Vitamin D.

Wie Sie einen Mineralstoffmangel feststellen können, erklären wir in unserem Artikel Mineralstoffmangel feststellen: Die Diagnose.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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