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Probiotika bei ADHS

Probiotika können bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS einzelne Beschwerden verbessern, die Lebensqualität steigern und Entzündungsmarker verringern. Auch die Ernährung hat einen großen Einfluss dabei.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 06 Mai 2026
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Probiotika in der ADHS-Therapie

Probiotika werden bereits seit vielen Jahren auch bei der Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung untersucht. Zwar denkt man bei ADHS häufig zuerst an Gehirn und Nervensystem.

Doch ist es so, dass Darmbakterien über die Nerven und über Botenstoffe auch mit dem Gehirn kommunizieren. Man spricht von der sog. Darm-Hirn-Achse. (Details dazu lesen Sie in unserem Artikel Darm-Hirn-Achse beeinflusst die Gesundheit).

Die Idee einer Forschergruppe war deshalb, dass sich über die Darmflora vielleicht auch die Symptome oder die Lebensqualität bei ADHS beeinflussen lassen.

Studie: Probiotika und Präbiotika bei ADHS

Für eine Übersichtsarbeit von 2024 überprüfte man daher 9 Studien mit insgesamt 670 TeilnehmerInnen. In all diesen Studien ging es um die Wirkung von Probiotika, aber auch von Präbiotika und Synbiotika bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS (1).

Probiotika sind Präparate mit lebenden probiotischen Bakterien. Präbiotika hingegen sind Ballaststoffe, die den nützlichen Darmbakterien als Nahrung dienen, z. B. Inulin oder Pektin. Bei Synbiotika handelt es sich um eine Mischung aus Pro- und Präbiotika.

Es wurden jeweils ganz unterschiedliche Bakterienstämme getestet, z. B. Lactobacillus rhamnosus GG, Bifidobacterium bifidum, Lactobacillus plantarum und Mischpräparate.

Die Studien dauerten meist 8 bis 12 Wochen. Die Teilnehmer bekamen häufig 109 bis 1010 koloniebildende Einheiten pro Tag, entweder als Kapsel oder als Pulver.

Welche Probiotika sollen helfen?

Die beste Wirkung zeigte einerseits der Bakterienstamm Lactobacillus rhamnosus GG und andererseits das Präparat Synbiotic 2000 Forte. Letzteres ist jedoch ein Forschungsprodukt, das in Studien eingesetzt wird, aber – unseres Wissens nach – im Handel leider nicht erhältlich ist.

Nach der Einnahme von Lactobacillus rhamnosus GG ergaben sich bei den Kindern Besserungen in vielen Lebensbereichen, unter anderem in der Schule und im Verhalten mit Gleichaltrigen.

Damit kann zum Beispiel gemeint sein, dass die Kinder seltener ein oppositionelles Verhalten oder eine geringere Aggressivität zeigten. In der Schule äußert sich eine Besserung, wenn es beispielsweise seltener zu Störungen kommt, wenn die Kinder länger bei einer Aufgabe bleiben können oder wenn sie sich seltener weigern mitzumachen.

Auch besserte sich das emotionale und körperliche Wohlbefinden. Das bedeutet, dass Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit oder auch emotionale Überreaktionen weniger werden.

Zum körperlichen Wohlbefinden werden etwa die Schlafqualität gezählt, die Tagesform oder auch wenn Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen besser werden.

* Hier erhalten Sie ein hochwertiges Probiotikum mit L. rhamnosus GG.

(Dosiert wird wie mit dem Arzt besprochen, im Allgemeinen jedoch - wenn Sie das genannte Produkt nehmen möchten - 1 Kapsel pro Tag für Kinder bis 12 Jahre und 2 Kapseln pro Tag für ältere Kinder und Erwachsene.)

Kurzkettige Fettsäuren steigen, Entzündungswerte sinken

Synbiotic 2000 Forte besteht aus vier probiotischen Bakterienstämmen (Pediococcus pentosaceus, Leuconostoc mesenteroides, Lactobacillus paracasei ssp. paracasei und Lactobacillus plantarum) sowie aus vier verschiedenen Präbiotika: Inulin, Haferkleie, Pektin und resistenter Stärke.

Nach der Einnahme von Synbiotic 2000 Forte hatten die Teilnehmer höhere Spiegel an kurzkettigen Fettsäuren im Blut und geringere Entzündungswerte. Hierbei sind es vermutlich die kurzkettigen Fettsäuren, die die Entzündungswerte sinken lassen.

Kurzkettige Fettsäuren entstehen, wenn Darmbakterien Ballaststoffe fermentieren. Die Fettsäuren können anschließend von den Zellen der Darmschleimhaut als Energiequelle genutzt werden und tragen zur Regeneration der Darmschleimhaut und Stärkung der Darmbarriere bei.

Die Fettsäuren gelangen auch ins Blut und beeinflussen dort das Immunsystem sehr positiv und senken Entzündungswerte.

In früheren ADHS-Studien wurde bei Betroffenen häufig ein Mangel an kurzkettigen Fettsäuren beobachtet.

ADHS hängt mit der Ernährung zusammen

Eine weitere Übersichtsarbeit von 2025 kam zum Schluss, dass sich ADHS durch die Ernährung beeinflussen lässt (2) – und die Ernährung wiederum beeinflusst die Darmflora.

Die Forscher schreiben, dass die Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung nicht nur das Gehirn betrifft, sondern auch mit einem Ungleichgewicht der Darmflora, Entzündungen und oxidativem Stress zusammenhängt.

Es zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der typisch westlichen Ernährungsweise mit vielen stark verarbeiteten Lebensmitteln, Zucker und Fett und wenigen Ballaststoffen sowie wenigen Mikronährstoffen.

Wer sich so ernährte, hatte eher eine Diagnose und schwerere Symptome als Personen, die sich gesund ernährten.

Fazit: Probiotika als sinnvolle Ergänzung

Probiotika – vor allem einzelne Bakterienstämme wie etwa Lactobacillus rhamnosus GG – können sich bei der Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung günstig auswirken.

Wer Probiotika bei ADHS ausprobieren möchte, könnte dies als Ergänzung zu einer gesunden, vitalstoffreichen Ernährung und ganzheitlichen Maßnahmen tun. Im Artikel ADHS – Richtige Ernährung und Vitalstoffe helfen stellen wir Ihnen weitere dieser Maßnahmen vor.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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