Kurkuma schützt vor Alzheimer
Kurkuma (Curcuma longa), auch Gelbwurz genannt, ist ein Gewürz, das seit mindestens 2.500 Jahren in Indien, Asien und dem Mittleren Osten verwendet wird. Im Laufe seiner Geschichte wurde es zunächst als Färbemittel und zum Würzen von Speisen eingesetzt.
Erst später entdeckte man seine medizinischen Eigenschaften. In der traditionellen indischen Medizin, dem Ayurveda, wird Kurkuma daher schon seit Jahrhunderten eingesetzt – insbesondere als schmerzlinderndes und entzündungshemmendes Mittel bei Haut- und Muskelbeschwerden.
Inzwischen konnten mehr als 1000 Studien zeigen, dass Kurkuma bzw. sein Wirkstoff, das Curcumin, tatsächlich stark entzündungshemmend wirkt und außerdem krebsbekämpfende, blähungshemmende und entgiftende Eigenschaften aufweist.
In den Fokus der Wissenschaft rückte in letzter Zeit immer mehr die Alzheimerforschung. Auch hier zeigen die Wirkstoffe aus der gelben Wurzel vielversprechende Erfolge.
Je mehr Kurkuma verzehrt wird, desto seltener tritt Alzheimer auf
Länder, in denen täglich mit der Gelbwurz gekocht wird, weisen eine auffällig niedrige Alzheimerrate auf. Dort erkranken die Menschen viel seltener an Alzheimer. Vergleicht man beispielsweise die Alzheimerzahl der USA mit jener in Indien, dann stellt man fest, dass in der Gruppe der 70- bis 79jährigen in den USA 4,4-mal mehr Menschen an Alzheimer leiden als in Indien.
In einer Untersuchung von 2008 zeigte sich anhand von 1010 Studienteilnehmern, dass jene Menschen (zwischen 60 und 93 Jahren), die regelmäßig Curry essen (Curry enthält viel Kurkuma), bessere kognitive Funktionen aufweisen als jene, die nie zu diesem Gewürz greifen (1).
Die Erklärung für diese Zusammenhänge ist ganz einfach: Bei der Alzheimer Erkrankung kommt es im Gehirn zu chronischen Entzündungen, zu erhöhtem oxidativen Stress (Schäden durch freie Radikale), zu verstärkten Metalleinlagerungen und zur Bildung der alzheimertypischen Beta-Amyloid-Ablagerungen.
Infolgedessen kommt es zum Abbau der Nervenzellen im Gehirn. Curcumin jedoch ist gehirngängig, kann also die Blut-Hirn-Schranke überqueren und alle genannten Veränderungen im Gehirn positiv beeinflussen:
Wie Kurkuma vor Alzheimer schützt
Die Mechanismen, mit denen Kurkuma bzw. sein Wirkstoff Curcumin das Gehirn vor Entzündungen, oxidativem Stress, Metallen und Ablagerungen schützen kann, sind längst bekannt:
Hemmt Entzündungsprozesse
Curcumin wirkt über mehrere Wege entzündungshemmend. Beispielsweise über die Hemmung der Cyclooxygenase sowie über eine Hemmung der Phospholipase. Bei beiden Verbindungen handelt es sich um Enzyme, die entzündliche Prozesse beschleunigen können und bei Alzheimer in auffallend hohen Mengen in den Nervenzellen lokalisiert sind.
Die Phospholipase ist überdies für die Freisetzung und Aktivierung der entzündungsfördernden Fettsäure Arachidonsäure zuständig. Werden die beiden Enzyme nun dank Curcumin in ihrer Aktivität gehemmt, nimmt auch die bestehende Entzündung ab.
Zusätzlich ist Curcumin an vielen weiteren entzündungshemmenden Prozessen im Körper beteiligt. So hemmt es zum Beispiel die Aktivität der entzündungsfördernden Zytokine Interleukin-1, Interleukin-6 und TNF (Tumornekrosefaktor-alpha).
Reduziert Ablagerungen im Gehirn
In einer Studie der University of California, Los Angeles, stellte man fest, dass Curcumin den Fresszellen des Immunsystems (Makrophagen) dabei hilft, die bei Alzheimer so typischen Beta-Amyloid Plaques schneller und umfassender aufzulösen (2)..
Bei einem weiteren Versuch zu diesem Thema versetzte man das Blut von Alzheimerpatienten mit Curcumin, dann gab man das Beta-Amyloid hinzu (das Protein, aus dem die Ablagerungen im Gehirn der Alzheimerpatienten bestehen).
In Gegenwart des Curcumins war es den Fresszellen sehr gut möglich, das Beta-Amyloid aufzunehmen und aufzulösen. In der Kontrollgruppe (Blut ohne Curcumin) arbeiteten die Fresszellen hingegen sehr viel schwerfälliger.
Bindet schädliche Metalle
Untersuchungen ergaben, dass sich Metalle (Kupfer, Zink, Eisen, Cadmium, Blei u. a.) im Gehirn von Alzheimerpatienten anreichern und dort nicht nur den oxidativen Stress erhöhen, sondern auch die Bildung der Beta-Amyloid Plaques im Gehirn fördern können.
Experimentell eingesetzte Chelatbildner (Stoffe, die Metalle binden und ausleiten) zeigten dann auch tatsächlich einen Anti-Alzheimer-Effekt und schützten vor den nervengiftigen Metallen.
Curcumin weist ebenfalls metallbindende Eigenschaften auf. Es bindet die überschüssigen Metalle im Gehirn, schützt auf diese Weise die Nervenzellen und verhindert, dass die Krankheit fortschreitet.
In unserem Artikel Quecksilber mit Kurkuma ausleiten lesen Sie mehr zur entgiftenden Eigenschaft der gelben Wurzel.
Wirkt antioxidativ
Kurkuma wirkt antioxidativ. Diese Eigenschaft führt zunächst dazu, dass die Spiegel der körpereigenen Antioxidantien steigen. Zu den körpereigenen Antioxidantien gehören u. a. die Superoxiddismutase, die Hämoxygenase und das Glutathion. Sie alle vermindern oxidativen Stress und reduzieren merklich die Zahl der zirkulierenden freien Radikale.
Freie Radikale stehen schon lange in Verbindung mit der Entstehung der Alzheimer Krankheit, aber auch mit der Entwicklung anderer degenerativer Erkrankungen des Nervensystems, wie z. B. der Parkinson Krankheit oder der Huntington-Krankheit. Die Bekämpfung der freien Radikale steht daher im Vordergrund dieser Problematiken, wobei Curcumin sehr gut begleitend eingesetzt werden kann.
Zusätzlich kommt es unter Curcumineinfluss zu einer Abnahme der Lipidperoxidation – wie u. a. eine Studie der indischen Jawaharlal Nehru University zeigte. Bei der Lipidperoxidation werden körpereigene Lipide durch freie Radikale oxidiert. Befinden sich die Lipide in der Zellmembran, dann kommt es zu Zellschäden – natürlich auch im Gehirn.
Oxidierte Lipide gelten außerdem verantwortlich für arteriosklerotische Ablagerungen an den Blutgefäßwänden, so dass Curcumin natürlich nicht nur das Gehirn schützt, sondern das gesamte Blut-Kreislauf-System fit hält, den LDL-Cholesterinspiegel senkt (bzw. die Oxidation des LDL-Cholesterins verhindert) und die Risiken für Herzinfarkte, Thrombosen und Embolien reduziert.
Gleichzeitig geht dank der antioxidativen Wirkung des Curcumins die alterstypische Anhäufung des sog. Lipofuszins zurück (4). Dabei handelt es sich um protein- und lipidhaltige Ablagerungen.
Sie entstehen durch oxidativen Stress und werden mit zunehmendem Alter in verschiedenen Körperzellen beobachtet, vor allem in den Herzmuskel- und Leberzellen, aber auch im Auge und in den Nervenzellen des Gehirns, wo sie im Laufe der Zeit zu einem Zellsterben führen können.
Zuguterletzt kann Curcumin auch die Mitochondrien (Energiezentralen) der Zellen im Gehirn gegen verschiedene Quellen oxidativen Stresses schützen (z. B. gegen Peroxynitrit, einer reaktiven Stickstoffverbindung), so dass den Nervenzellen mehr Energie zur Verfügung steht, als dies ohne Curcumin der Fall wäre.
Mehr Energie bedeutet dann natürlich auch mehr Leistung und ein höheres Regenerationsvermögen.
Schützt Nervenzellen im Gehirn
Kurkuma beeinflusst außerdem direkt die Funktion und Aktivität der sog. Gliazellen. Dieser Begriff umfasst im Gehirn alle Zellen, die nicht zu den Nervenzellen gehören. Gliazellen schützen und versorgen die Nervenzellen.
Eine besondere Form der Gliazellen nennt sich Oligodendrozyten. Diese Zellen bilden die sog. Myelinscheide, die Isolationsschicht der Nervenzellen im Gehirn. Bei Schäden der Myelinscheide kommt es langfristig zum Absterben der betreffenden Nervenzellen.
Curcumin nun führt zu einer verstärkten Bildung und Aktivität der Oligodendrozyten, so dass die Nervenzellen auch besser geschützt sind und die Myelinscheiden rechtzeitig repariert werden können.
Zusätzlich verhindert Curcumin das überschießende Gliazellwachstum, welches dann eintritt, wenn Nervenzellen sterben und nun Gliazellen (vom Typ der Mikrogliazellen) deren Platz einzunehmen versuchen.
Da Gliazellen keine Nervenzellfunktion besitzen, würde ihre Wucherung zu kognitiven Störungen, Verhaltensstörungen und anderen Symptomen führen, die mit Krankheiten des Gehirns in Verbindung stehen.
Gleichzeitig sorgt eine chronische Überaktivität der Mikrogliazellen wiederum für eine Ausschüttung von entzündungsfördernden Botenstoffen (Zytokinen) und anderen Substanzen, die wiederum zur Verstärkung der Amyloid-Ablagerungen beitragen würden.
Mit der eingenommenen Curcumindosis steigt die hemmende Wirkung auf diese Überarktivität der Mikrogliazellen – wie eine Studie der University of Southern California in Los Angeles zeigte.
* Hier finden Sie den Kochkurs asiatisch kochen mit Ben
Kurkuma – Die Anwendung als Gewürz
Kurkuma ist angesichts all dieser vorteilhaften Wirkungen und Eigenschaften ein wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Alzheimerprävention und -therapie. Besonders angenehm ist dabei, dass die Gelbwurz überall erhältlich ist (als Pulver oder als frische Wurzel) und sehr leicht in den Speiseplan integriert werden kann.
Bislang ist keine genau Dosis bekannt, die man zwingend einnehmen müsste, um diese oder jene Wirkung zu erzielen. Wichtig ist jedoch: Je regelmäßiger und öfter Sie Kurkuma verwenden, umso besser die Wirkung!
Auch ist es sinnvoller, mehrmals täglich kleinere Mengen zu verwenden als eine große, damit der Curcuminspiegel im Blut gleichmäßig hoch bleibt.
Für ein bestmögliches Ergebnis sind somit die folgenden beiden Punkte wichtig: 1. regelmäßig einnehmen und 2. mehrmals täglich.
Lesen Sie außerdem unseren Artikel Bioverfügbarkeit von Kurkuma verstärken. Dort wird erklärt, worauf Sie bei der Einnahme achten sollten. Nutzen Sie unsere Suchfunktion.
Goldene Milch - Köstliche Möglichkeit, Kurkuma zu genießen
Die goldene Milch aus dem Ayurveda ist eine sehr gut Möglichkeit, regelmäßig das gesunde Gewürz zu genießen. Die Milch schmeckt wunderbar und hat zudem zahlreiche gesundheitliche Vorteile.
Lesen Sie mehr darüber in unserem Artikel Goldene Milch: Zubereitung und Wirkung, wo Sie auch die Rezeptur zum Selbermachen einer traditionellen Goldenen-Milch-Paste finden.
Die Mischung ist ungesüßt. Das heißt, Sie können selbst ein Süßungsmittel Ihrer Wahl hinzugeben (z. B. Yaconsirup) oder die Milch natürlich auch ungesüßt trinken.
Die 7-Tage-Kurkuma-Kur vom Zentrum der Gesundheit
Unsere 7-Tage- Kurkuma-Kur ist ein sehr guter Begleiter für alle Genießer, die regelmäßig und mehrmals täglich die gesunde Wurzel zu sich nehmen möchten.
Während der Kur lernen Sie, wie Sie täglich auch wirklich relevante Gelbwurzmengen zu sich nehmen können. Denn eine Prise hie und da nützt natürlich nicht viel. Daher enthalten die Rezepte in unserer Kur über den Tag verteilt bis zu 8 Gramm Kurkuma.
*Hier erhalten Sie unsere 7-Tage-Kurkuma-Kur als PDF (heißt jetzt Kurkuma-Ernährungsplan).
Die sichere Dosis
Untersuchungen zur Sicherheit der Gelbwurz werden meist mit Curcumin durchgeführt, also dem isolierten Wirkstoff der Wurzel.
So weiß man beispielsweise aus einer Studie, dass 25 Personen, die über 3 Monate hinweg täglich 8 Gramm Curcumin eingenommen hatten, keine Nebenwirkungen erlebten. In anderen Studien kamen sogar Dosen bis zu 10 Gramm Curcumin zum Einsatz, ohne negative Auswirkungen zu zeigen.
Da Kurkuma jedoch nur zu geringen Teilen aus Curcumin besteht (zu 3 bis 5 Prozent), kann man gerne reichlich mit dem Wurzelpulver oder der geriebenen frischen Wurzel würzen.
Achten Sie jedoch darauf, dass zu große Mengen bitter schmecken. Schon allein der Geschmack hält daher recht sicher vor einer Überdosis ab.
Kurkuma - Die Anwendung als Nahrungsergänzung
Wenn Sie die gelbe Wurzel nicht mögen, können Sie auch einfach Kapseln mit Kurkumapulver nehmen:
* Hier finden Sie BIO-Kurkuma in Kapseln (gemahlene Wurzel in Kapseln gefüllt).
Zusätzlich bietet sich auch die Einnahme des konzentrierten Wirkstoffs (Curcumin) als Nahrungsergänzung an, z. B. immer mal wieder kurweise für 4-8 Wochen (z. B. 2- bis 4-mal jährlich).
Entsprechende Kapseln gibt es in unterschiedlichen Qualitäten, die sich in ihrer Bioverfügbarkeit unterscheiden. Je höher die Bioverfügbarkeit, umso geringer ist die erforderliche Tagesdosis.
* Ein Curcumin-Präparat, das in Studien gute Wirkung zeigte, ist das Produkt von Longvida .
Lesen Sie in unserem Artikel Curcumin hilft bei Vergesslichkeitmehr darüber.
Ebenfalls sehr gut bioverfügbar ist mizellares Curcumin.
* Sie erhalten hier z. B. Kapseln mit mizellarem Curcumin.
Wechselwirkungen mit Medikamenten und Gegenanzeigen
Wenn Sie Blutverdünner oder Entzündungshemmer (NSAR) nehmen, sollten Sie mit Ihrem Arzt die regelmäßige Verwendung von Kurkuma bzw. die Einnahme von Curcuminkapseln besprechen. Die Wirkstoffe könnten ebenfalls leicht blutverdünnend wirken und daher die Wirkung der Medikamente unter Umständen verstärken.
Wenn Sie Gallenwegs- oder Gallensteinprobleme haben, sollten Sie die Einnahme ebenfalls mit dem Arzt besprechen, da Curcumin den Gallenfluss anregt. Bei Dosen von 20 bis 40 mg Curcumin kann es außerdem zu verstärkten Gallenblasenkontraktionen kommen, was die Lösung von Steinen verursachen und eine Gallenkolik auslösen könnte.
Fazit: Kurkuma zum Schutz vor Alzheimer?
Kurkuma kann also sehr gut und sehr einfach in ein Konzept zum Schutz vor Alzheimer integriert werden. Da die Erkrankung jedoch viele verschiedene Ursachen hat (meist mehrere gleichzeitig), reicht zum Schutz allein Curcumin sicher nicht aus.
Denken Sie daher immer an eine ganzheitliche Vorgehensweise und setzen Sie noch weitere Maßnahmen um. Diese stellen wir in unseren zahlreichen Artikeln über Alzheimer vor, z. B. in unserem Artikel Alzheimer-Prävention - Tipps zur Vorbeugung.
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