Pfefferminzöl bei Bluthochdruck: Neue britische Studie
Bluthochdruck gehört weltweit zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zwar stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, doch bringen diese oft auch Nebenwirkungen mit sich.
Natürliche Alternativen sind daher wichtig. Sie sind nicht in jedem Fall ausreichend, um Blutdrucksenker zu ersetzen, aber sie können häufig begleitend eingesetzt werden, um eventuell die Dosis der Medikamente zu reduzieren.
Eine Forschergruppe aus Großbritannien untersuchte, ob ätherisches Pfefferminzöl (Mentha × piperita L.) den Blutdruck positiv beeinflussen kann. Pfefferminze enthält unter anderem Menthol sowie verschiedene Flavonoide und wird traditionell bei Verdauungsbeschwerden innerlich oder auch bei Kopfschmerzen (äußerlich an den Schläfen) eingesetzt.
Aufgrund der gefäßerweiternden und antioxidativen Eigenschaften dieser Wirkstoffe, vermuteten die Wissenschaftler jedoch auch einen Nutzen für die Herz-Kreislauf-Gesundheit.
Welches Präparat wurde verwendet?
Für die Studie – die im April 2026 erschien – verwendeten die Forscher ein handelsübliches ätherisches Pfefferminzöl (der Marke Piping Rock Health/UK). Die Teilnehmer nahmen davon zweimal täglich jeweils 0,05 ml in 100 ml Wasser ein – einmal morgens und einmal abends, also insgesamt nur 0,1 ml pro Tag.
0,05 ml entsprechen etwa 1 Tropfen. Notfalls könnten Sie eine 1-ml-Leerspritze in der Apotheke kaufen (wenn Sie die Maßnahme ausprobieren wollten). Damit lassen sich genau 0,05 ml aufziehen. Aber wirklich nur 0,05 ml – nicht 0,5 ml!
Die Kontrollgruppe erhielt als Placebo ein Getränk, das nur mit Pfefferminzaroma versetzt war. Es enthielt also weder Menthol noch sonst einen Wirkstoff des ätherischen Öls.
Schon 0,1 ml Pfefferminzöl konnte den Blutdruck senken
An der Studie nahmen insgesamt 40 Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren teil. Alle litten entweder an Prähypertonie oder an Hypertonie Grad 1. Das bedeutet, sie hatten leichten Bluthochdruck. Keiner der Teilnehmer nahm bislang blutdrucksenkende Medikamente ein.
Die Hälfte erhielt nun 20 Tage lang das Pfefferminzöl, die andere Hälfte das Placebo-Getränk. Die Ernährung und das tägliche Bewegungspensum sollten nicht verändert werden.
Zu Beginn lag der systolische Blutdruck in beiden Gruppen bei etwa 130 mmHg. In der Pfefferminzgruppe sank er um mehr als 8 mmHg (um rund 6,2 %). In der Placebo-Gruppe zeigte sich dagegen praktisch keine Veränderung. Der systolische Blutdruck war sogar etwas gestiegen (auf 131,1 mmHg).
Bereits eine dauerhafte Senkung des systolischen Blutdrucks um 5 mmHg wird in der Fachliteratur mit einer deutlichen Verringerung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Das Ergebnis der vorgestellten Studie ist also bemerkenswert (1).
Auch der Ruhepuls sank
Nicht nur der obere Blutdruckwert verbesserte sich. Der diastolische Blutdruck (unterer Wert) sank in der Pfefferminzöl-Gruppe von durchschnittlich 83,3 auf 78,5 mmHg. Das entspricht einer Reduktion um 4,7 mmHg bzw. 5,7 Prozent. In der Placebo-Gruppe blieb der Wert mit etwa 83 mmHg praktisch unverändert.
Auch der Ruhepuls verringerte sich deutlich. Die Teilnehmer der Pfefferminzöl-Gruppe reduzierten ihre Herzfrequenz von durchschnittlich 72,1 auf 66,8 Schläge pro Minute. Das entspricht einem Rückgang um etwa 7,4 Prozent.
In der Placebo-Gruppe stieg der Puls sogar etwas, und zwar von 63,55 auf 66,90 Schläge pro Minute. Dies entspricht einer Zunahme von 5,3 %.
Warum könnte Pfefferminzöl wirken?
Die Forscher vermuten, dass vor allem das enthaltene Menthol für die beobachteten Effekte verantwortlich ist.
Menthol aktiviert sogenannte TRPM8-Rezeptoren in den Gefäßwänden. Dies kann die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) fördern, die Gefäße erweitern und dadurch den Blutdruck senken. Gleichzeitig könnte Menthol das vegetative Nervensystem beeinflussen, die Aktivität des Parasympathikus erhöhen und so den Puls etwas beruhigen.
* Hier erhalten Sie ein ätherisches Pfefferminzöl zum Einnehmen.
Fazit: Pfefferminzöl ist bei Bluthochdruck ein Versuch wert
Zwar ist es mit nur 40 Teilnehmern und einer Dauer von 20 Tagen eine kleine Studie, so dass größere Studien erforderlich sind, um die genannten Wirkungen zu überprüfen. Da das Pfefferminzöl jedoch gut vertragen wurde, spricht nichts dagegen, es bei erhöhtem Blutdruck einfach einmal auszuprobieren.