Was hat Vitamin D mit Diabetes Typ 1 zu tun?
Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem greift hierbei die insulinbildenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse an. Betroffene können im Verlauf immer weniger eigenes Insulin bilden und sind daher lebenslang auf die Zufuhr von außen angewiesen.
Vitamin D ist hierbei spannend, weil es nicht nur für die Knochen und Muskeln wichtig ist, sondern auch immunmodulierend wirkt. Vitamin-D-Rezeptoren sitzen unter anderem auf Immunzellen und auch auf Betazellen. Dadurch kann das Vitamin Prozesse beeinflussen, die bei Diabetes Typ 1 eine Rolle spielen.
Zusätzlich gibt es Hinweise, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel bei Menschen mit Diabetes häufig mit ungünstigen Zuckerwerten einhergehen. Eine Übersichtsarbeit von 2025 prüfte, wie sich die Einnahme bei Diabetes Typ 1 auswirkt (1).
So wurde das Vitamin eingenommen
Die Forscher werteten 12 Studien mit insgesamt 485 Probanden mit Diabetes Typ 1 aus. Der Fokus der Studien lag auf Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
In den Studien erhielten die Probanden unterschiedliche Formen des Vitamins – am häufigsten Vitamin D3 (Cholecalciferol). Häufig lag die Tagesdosis bei 2.000 IE – einige Studien verwendeten auch 3.000 bis 4.000 IE. Daneben kamen auch aktive Vitamin-D-Formen (Calcitriol, Alfacalcidol) und Vitamin D2 (Ergocalciferol) zum Einsatz.
Verglichen wurde entweder mit einem Placebo zusätzlich zur üblichen Insulintherapie oder nur mit der Insulintherapie. Die Studien dauerten 90 Tage bis 2 Jahre – meist waren sie jedoch kürzer als 1 Jahr.
Nüchternblutzucker sinkt
Der Nüchternblutzucker fiel unter Vitamin D im Vergleich zu den Kontrollgruppen günstiger aus.
In einer Studie erhielten die Probanden z. B. 2.000 IE Vitamin D3 täglich über 3 Monate. Der Nüchternblutzucker ging dabei in der Vitamin-D-Gruppe in dieser Zeit um rund 49 mg/dl zurück. In der Vergleichsgruppe, die nur Insulin erhielt, stieg er deutlich an (2).
Weniger Insulin nötig
Auch der tägliche Insulinbedarf war bei Vitamin-D-Einnahme geringer als in den Kontrollgruppen. In einigen Studien sank die tägliche Insulindosis in der Vitamin-D-Gruppe im Studienverlauf um etwa 0,1 bis 0,4 Einheiten pro Kilogramm Körpergewicht – das entspricht z. B. bei einem Kind mit 30 kg Körpergewicht 3 bis 12 Einheiten pro Tag weniger.
Der Insulinbedarf bei Diabetes Typ 1 liegt zwischen 0,5 – 1,5 Einheiten pro kg Körpergewicht und Tag. Die genaue Dosis hängt von verschiedenen Faktoren ab, z. B. brauchen schlanke Kinder weniger, in der Pubertät steigt die Dosis.
Beim Langzeitblutzucker (HbA1c) ergab sich gesamthaft kein eindeutiger Vorteil. Einzelne Studien zeigten zwar Rückgänge, aber insgesamt ist der Nutzen hier weniger verlässlich als beim Nüchternblutzucker und beim Insulinbedarf.
Fazit: Vitamin D ist hilfreich bei Diabetes Typ 1
Vitamin D kann bei Diabetes Typ 1 eine interessante Option sein, um den Nüchternblutzucker und den täglichen Insulinbedarf positiv zu beeinflussen – besonders wenn zuvor ein Vitamin-D-Mangel vorlag.
Daher ist eine regelmäßige Kontrolle des Vitamin-D-Spiegels wichtig. Je nach Ergebnis kann dann die individuell erforderliche Dosis bestimmt werden.
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Wie es sich bei Diabetes Typ 2 verhält, lesen Sie in unserem Artikel Vitamin D stoppt Diabetes Typ 2.