Lutein – Kann der Pflanzenstoff bei Kurzsichtigkeit helfen?
Lutein gehört zu den Carotinoiden. Besonders viel davon steckt in grünem Blattgemüse wie Spinat und Grünkohl, aber auch in Kräutern wie Basilikum und Petersilie sowie in roter Paprika.
Der Pflanzenstoff ist interessant für die Augen, weil er sich in der Netzhaut anreichert – vor allem in der Makula. Das ist der Bereich, der für das scharfe Sehen verantwortlich ist. Dort kann das Antioxidans die empfindlichen Strukturen vor oxidativem Stress schützen.
Eine luteinreiche Ernährung kann daher das Risiko für Makuladegeneration und auch für die diabetische Retinopathie senken. Auch bei Augen, die von Bildschirmarbeit gestresst sind, wirkt sich der Pflanzenstoff vorteilhaft aus.
Wie aber sieht es mit Kurzsichtigkeit (Myopie) aus. Kann das Carotinoid auch bei dieser Problematik helfen?
Studie: Wie ist die Wirkung auf Kurzsichtigkeit?
In einer Studie von 2025 prüfte man, ob der Stoff bei Grundschulkindern eine Wirkung auf bestimmte Marker haben könnte (u. a. Aderhautdicke), die mit Kurzsichtigkeit in Verbindung stehen (1).
Für die Studie nahmen 180 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren entweder 6 Monate lang täglich 8 mg Lutein (in Pulverform als Ester) oder ein Placebo ein. Darunter waren sowohl Kinder mit normaler als auch mit schlechter Sehleistung. Augenkrankheiten lagen keine vor.
Lutein-Ester ist eine Form, bei der das Carotinoid an Fettsäuren gebunden ist. In vielen Präparaten stammt Lutein aus der Studentenblume (Tagetes) oder Ringelblume (Calendula) und liegt dort natürlicherweise als Ester vor.
Im Körper werden diese Ester gespalten. Das Carotinoid wird daraufhin frei und kann aufgenommen werden.
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Aderhaut bleibt stabiler
In der Myopieforschung gilt die choroidale Dicke (Aderhautdicke) als wichtiger Marker. Denn myope Augen (kurzsichtige Augen) haben im Allgemeinen eine dünnere Choroidea als nicht-kurzsichtige Augen. Auch geht das Fortschreiten einer Kurzsichtigkeit mit einer choroidalen Ausdünnung einher.
In der beschriebenen Studie nun zeigte sich nach 6 Monaten ein klarer Unterschied zwischen den Gruppen. In der Placebo-Gruppe wurde die Aderhaut im Schnitt dünner, während sie in der Pflanzenstoff-Gruppe in bestimmten Bereichen praktisch stabil blieb.
Zusätzlich erfassten die Forscher weitere Werte, die mit Kurzsichtigkeit zusammenhängen: die Augenlänge und die Brechkraft in Dioptrien. Hier ergaben sich keine messbaren Vorteile in der Carotinoid-Gruppe.
Vielleicht müsste man den Stoff länger einnehmen, um hier eine Wirkung festzustellen. Dies wird in Zukunft sicher noch Thema weiterer Studien sein.
* Hier finden Sie ein Präparat (Ester) mit 10 mg pro Kapsel (Gelatine-Kapseln).
Wie nimmt man Lutein am besten ein?
In jedem Fall sollten Sie carotinoidreich kochen und essen. Ganz oben nannten wir die entsprechenden Lebensmittel. Der Pflanzenstoff ist fettlöslich und hitzeempfindlich. Geben Sie daher immer auch etwas Fett/Öl zu einer Mahlzeit und erhitzen Sie sie nur wenig oder bereiten Sie die carotinoidreichen Lebensmittel als Salat oder Smoothie zu.
Wenn Sie den Pflanzenstoff als Nahrungsergänzung nehmen möchten, sollte er mit einer (fetthaltigen) Hauptmahlzeit eingenommen werden.
Bei den eingangs erwähnten Augenerkrankungen und Augenbeschwerden wird meist eine Kombination aus Lutein und Zeaxanthin eingenommen.
In Studien bewährten sich beide im Verhältnis von 5:1. Viele Nahrungsergänzungen haben jedoch oft ein Verhältnis von 10:1 und mehr, was u. a. daran liegen könnte, dass Zeaxanthin deutlich teurer ist.
Lesen Sie auch unseren Artikel Wie Zeaxanthin die Sehkraft schützt.
* Empfehlenswert ist z. B. dieses Kombi-Präparat.
Fazit: Lutein in der Prävention von Kurzsichtigkeit
Bei den ersten Anzeichen einer Kurzsichtigkeit könnte es laut vorgestellter Studie Sinn machen, ein Präparat mit Lutein einzunehmen und/oder entsprechend carotinoidreich zu essen, um die Augen in dieser frühen Phase bestmöglich zu unterstützen.
Weitere Informationen rund um den Pflanzenstoff finden Sie in unserem Artikel Lutein hemmt Entzündungen und schützt die Augen.