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  • Kleines Mädchen will Süßigkeiten
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Zucker in den ersten 1000 Tagen prägt Herz-Kreislauf-Risiko

Menschen, die in den ersten 1000 Tagen ihres Lebens wenig Süßes zur Verfügung hatten, erkrankten später im Erwachsenenalter seltener an Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die Weichen werden dabei bereits in der Schwangerschaft und in der frühen Kindheit gestellt.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 25 Mai 2026
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Die Macht von Zucker in den ersten 1000 Tagen

Mit den ersten 1000 Tagen des Lebens ist die Zeit von der Befruchtung der Eizelle bis etwa zum zweiten Geburtstag gemeint. Dieses Zeitfenster gilt als besonders sensibel und prägend, da der Körper erstaunliche Entwicklungen vollzieht.

In vielen Elternratgebern wird insbesondere die Bedeutung der Ernährung in diesen ersten 1000 Lebenstagen hervorgehoben. Sie prägt, wie sich das Wachstum, das Gehirn, das Immunsystem und der Stoffwechsel langfristig entwickeln.

Wenn Babys und Kleinkinder sehr süß essen oder die Mutter dies in der Schwangerschaft tut, beeinflusst das den Körper langfristig – zum Beispiel über die Gewichtsentwicklung, die Blutzuckerregulation und den Blutdruck.

Natürliches Experiment: Zucker-Rationierung bis 1953

In einer Beobachtungsstudie von 2025 werteten Forscher die Daten von rund 63.000 Menschen aus, die zwischen 1951 und 1956 in Großbritannien geboren wurden. Die Zeitspanne wurde nicht zufällig gewählt – nach dem Zweiten Weltkrieg waren in Großbritannien viele Lebensmittel knapp. Zucker wurde deshalb rationiert.

Das änderte sich abrupt, als die Rationierung 1953 aufgehoben wurde. Ab dann waren Süßigkeiten, süße Backwaren und andere gesüßte Produkte wieder deutlich leichter verfügbar.

Genau diesen Einschnitt wollten die Forscher untersuchen. Denn je nachdem, wann die Teilnehmer gezeugt und geboren wurden, waren sie in den ersten 1000 Tagen ihres Lebens unterschiedlich lange von der Zucker-Knappheit betroffen. Danach schauten die Forscher, wie häufig im späteren Leben Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftraten (1).

Hat die Zucker-Rationierung bis heute einen Einfluss?

Das Ergebnis der Untersuchung war eindeutig. Je länger die Rationierung in die ersten 1000 Lebenstage der Probanden hineinreichte, desto niedriger war später ihr Herz-Kreislauf-Risiko.

Am deutlichsten schnitt die Gruppe ab, die in der Schwangerschaft und bis zum Alter von 2 Jahren noch von der Rationierung betroffen war. Im Vergleich zu jenen, die nicht mehr betroffen waren, hatten sie im Laufe ihres Lebens rund 20 Prozent weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Herzinfarkte, Schlaganfälle, Herzschwäche und Vorhofflimmern traten bei ihnen seltener auf. Und wenn Herz-Kreislauf-Erkrankungen schließlich doch auftraten, begannen sie im Schnitt erst zweieinhalb Jahre später.

Die Forscher untersuchten auch mögliche Erklärungen. Ein Teil des Zusammenhangs ließ sich dadurch erklären, dass später seltener Bluthochdruck und Diabetes Typ 2 auftraten – also typische Risikofaktoren für ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko.

Fazit: Weniger Zucker in den ersten 1000 Tagen

Die Ernährung in den ersten 1000 Tagen, prägt die Gesundheit langfristig. Dazu gehört auch, wie viel künstlich Gesüßtes Babys und Kleinkinder bekommen. Das Problem ist, dass Kinder sich sehr schnell an Süße gewöhnen. Natürliche Lebensmittel schmecken dann vergleichsweise langweilig.

Vermeiden Sie es deshalb, Ihren Kindern Süßes zu geben (auch gesüßte Getränke). Nehmen Sie selbst auch schon in der Schwangerschaft möglichst wenig davon zu sich. So fällt Ihnen die Umstellung später leichter – und Sie sind Ihrem Kind ein gutes Vorbild.

Viele Tipps, wie Sie Ihren Konsum an Süßem reduzieren können, finden Sie in unserem Artikel Ausstieg aus der Zuckersucht.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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