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Lycopin - Tomatenfarbstoff mit Anti-Krebs-Wirkung

Lycopin könnte bei der Prävention und Therapie von Krebs helfen. Eine Übersichtsarbeit zeigt: In vielen Studien wirkte der rote Pflanzenstoff schützend auf die Zellen, bremste das Tumorwachstum und verbesserte die Behandlung – besonders bei Prostatakrebs.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 06 Mai 2026
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Lycopin: Rotes Kraftpaket aus Tomaten

Lycopin ist ein natürlicher Farbstoff, der zu den Carotinoiden gehört. Carotinoide verleihen Pflanzen ihre gelbe bis rote Farbe. Besonders reich daran sind Tomaten, Wassermelonen und Grapefruits.

Der Pflanzenstoff wirkt antioxidativ – kann also schädliche freie Radikale abfangen. Das macht ihn für die Krebsforschung interessant. Denn oxidativer Stress spielt bei der Entstehung und beim Voranschreiten vieler Krebsarten eine Rolle.

Weitere Informationen rund um den Stoff finden Sie in unserem Hauptartikel Lycopin – So schützt der Pflanzenstoff unsere Gesundheit.

So hilft der Pflanzenstoff gegen Krebs

Polnische Forscher fassten den bisherigen Forschungsstand zur Rolle von Lycopin bei Krebs (1) in einem Review zusammen. Hierfür analysierten sie 86 Studien – ein Grossteil davon mit Menschen.

Rund 70 Prozent der Studien berichteten über positive Anti-Krebs-Effekte – sei es durch eine lycopinreiche Ernährung oder durch Nahrungsergänzungen mit dem Pflanzenstoff.

Besonders deutlich war die präventive Wirkung bei Prostatakrebs. Aber auch bei Magen- Darm- und Leberkrebs fanden die Forscher Hinweise, dass der rote Stoff das Risiko senken könnte.

Nicht nur in der Prävention, auch bei der Behandlung von Prostatakrebs wirkte das Carotinoid unterstützend: Es verlangsamte in mehreren Studien das Tumorwachstum, linderte Beschwerden und steigerte in manchen Fällen die Wirksamkeit von Chemotherapien.

Der Stoff wirkt entzündungshemmend und antioxidativ. Er kann offenbar Krebszellen in den programmierten Zelltod schicken (Apoptose), die Bildung neuer Blutgefässe verhindern (Angiogenese) und die Ausbreitung im Körper bremsen (Metastasen).

Allerdings waren die Ergebnisse nicht bei allen Krebsarten eindeutig. Bei Brust-, Haut- und Lungenkrebs waren die Ergebnisse uneinheitlich. Teilweise blieb der Pflanzenstoff auch ganz ohne Wirkung.

Aus Lebensmitteln oder als Nahrungsergänzung?

Die Forscher stellten fest, dass sich in Beobachtungsstudien öfter ein Zusammenhang zwischen einer lycopinreichen Ernährung und einem geringeren Krebsrisiko zeigte.

In Interventionsstudien mit Nahrungsergänzungen oder Tomatenprodukten waren die Ergebnisse dagegen nicht so deutlich.

Die Forscher betonen, dass es schwierig ist, die Wirkung allein einem einzelnen Stoff zuzuschreiben. Denn Lebensmittel enthalten eine Vielzahl unterschiedlicher Vital- und Pflanzenstoffe, die sich gegenseitig beeinflussen und verstärken können. Bei isolierten Präparaten fehlt dieser verstärkende Effekt.

Der rote Farbstoff steckt vor allem in Tomaten und Tomatenprodukten. Durch Erhitzen und die Kombination mit etwas Öl wird er besonders gut aufgenommen – etwa in Form von Tomatensauce, -saft, oder -suppe.

Der Review gibt keine einheitliche Dosis an. In den einzelnen Studien zeigten sich positive Effekte jedoch meist bei Mengen von rund 15 bis 30 mg pro Tag. Das entspricht ungefähr einer Portion Tomatensauce (200 bis 250 g) oder zwei Gläsern Tomatensaft.

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Mehr Lycopin im Alltag zu sich nehmen

Lycopin zeigte in zahlreichen Studien krebshemmende Effekte – besonders im Zusammenhang mit Prostatakrebs. Bei anderen Krebsarten sind die Ergebnisse zwar vielversprechend, aber nicht eindeutig.

Eine Ernährung mit viel Gemüse – und reichlich Tomaten – ist aber in jedem Fall gesund und kann möglicherweise auch das Krebsrisiko senken.

Weshalb Sie sich beim Essen von Tomaten und anderen Nachtschattengewächsen keine Sorgen um Lektine machen müssen, erfahren Sie in unseren Artikeln Nachtschattengewächse – Keine schädliche Wirkung und Warum sich die Angst vor Lektinen nicht lohnt!

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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