Zentrum der Gesundheit
  • Person würzt im Morgenlicht einen Frühstücksteller mit Salz
4 min
4 Kommentare

Zu viel Salz erhöht Risiko für Fettleber und Leberkrebs

Wer häufig zum Salzstreuer greift, könnte damit nicht nur Herz und Blutdruck belasten, sondern auch seine Leber. Zwei große Langzeitstudien aus dem Jahr 2025 zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen häufigem Nachsalzen und einem erhöhten Risiko für Fettleber, Leberzirrhose und sogar Leberkrebs.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 07 Juni 2026
🔍
Sie finden alle im Laufe des Artikels genannten weiterführenden Artikel, wenn Sie die jeweiligen Titel oder auch einzelne Suchbegriffe daraus in unser Suchfeld eingeben.

Wer gerne nachsalzt, schadet seiner Leber

  1. Ein hoher Salzkonsum könnte nicht nur Herz und Blutdruck, sondern auch der Leber schaden.
  2. Menschen, die ihr Essen häufig zusätzlich salzen, entwickeln deutlich öfter Fettlebererkrankungen und schwere Leberschäden.
  3. Studien deuten darauf hin, dass zu viel Salz Entzündungen, Stoffwechselstörungen und Fettablagerungen in der Leber fördern kann.
  4. Auch schlanke Personen scheinen betroffen zu sein, besonders wenn eine genetische Veranlagung vorliegt.

Zwei Studien zeigen: Nachsalzen scheint der Leber zu schaden

Beobachtungsstudien zeigen, dass häufiges Nachsalzen bei Tisch für die Leber gar nicht gut ist. Bisher dachte man, dass Salz insbesondere der Herz-Kreislauf-Gesundheit und dem Blutdruck schadet

Inzwischen zeigte sich aber, dass es auch dem Darm schadet, das Risiko für Magen- und Hals-Kopf-Krebs erhöht und sogar mit Arteriosklerose und Demenz in Zusammenhang steht.

Geben Sie den Begriff „Salz“ in unser Suchfeld ein. Sie finden dann zu jedem der genannten Punkte weitere Informationen.

Zu den möglichen negativen Auswirkungen auf die Lebergesundheit erschienen 2025 zwei interessante Studien. In der einen Studie analysierten Forscher Daten von knapp 500.000 Personen aus der UK Biobank (1).

Dies ist eine der größten medizinischen Langzeitdatenbanken der Welt. Zu den TeilnehmerInnen sind dort zahlreiche Daten hinterlegt, etwa zu Ernährungsgewohnheiten, Körpergewicht, Blutdruck, Genetik, Krankheiten, Lebensstil etc.

Die TeilnehmerInnen hatten zu Studienbeginn keine Fettleber. Das Durchschnittsalter lag bei 56,5 Jahren. Nun schaute man, wie sich die gesundheitliche Situation der Leber in den nächsten 13,6 Jahren veränderte – und man prüfte, wie häufig die Leute ihr (schon fertig gewürztes) Essen am Tisch nachsalzten.

In der zweiten Studie (Juni 2025) nutzte man dieselbe Datenbank und auch hier stand die Häufigkeit des Nachsalzens sowie die Lebergesundheit im Mittelpunkt (2).

Häufiges Nachsalzen erhöht Risiko für Fettleber

Die Ergebnisse waren in beiden Untersuchungen auffallend einheitlich. Je häufiger Teilnehmer ihre Speisen nachwürzten, desto häufiger entwickelten sie später eine nicht-alkoholische Fettleber (heute als MASLD (metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease) bezeichnet).

In der ersten Studie zeigte sich, dass das Risiko für einer Fettleber um 7 % erhöht war, wenn nur gelegentlich nachgesalzen wurde (im Vergleich zu Menschen, die dies nie oder nur selten tun). Bei häufigem Nachwürzen war das Risiko um 20 % erhöht und bei Personen, die ihr Essen IMMER nachwürzten, um 35 %.

Die zweite Studie bestätigte die obigen Ergebnisse nahezu identisch. Dort hatten Teilnehmer, die immer nachsalzten, ein um 40 % erhöhtes Risiko für eine Fettleber.

Auffallend ist die sogenannte Dosis-Wirkungs-Beziehung (je mehr Salz, desto höher das Erkrankungsrisiko), die tatsächlich auf eine ursächliche Wirkung hinweisen könnte.

Auch Risiko für Leberzirrhose und Leberkrebs nahm zu

Die zweite Studie ging noch einen Schritt weiter und untersuchte zusätzlich schwere Lebererkrankungen (Leberzirrhose und Leberkrebs).

Personen, die immer nochmal am Tisch nachwürzten, hatten ein um 32 % erhöhtes Risiko für Leberzirrhose und sogar ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Leberkrebs.

Dies deutet darauf hin, dass ein hoher Salzkonsum nicht nur zu ersten Stoffwechselstörungen (Fettleber) beiträgt, sondern langfristig auch schwere Leberschäden begünstigen könnte.

Wie schadet Salz der Leber?

Die zuerst genannte Studie untersuchte auch mögliche Wirkmechanismen, wie genau also das Salz der Leber schaden könnte. Man entdeckte, dass bei den Betroffenen auch manche Entzündungswerte erhöht waren, etwa der CRP-Wert (C-reaktives Protein) und der Wert des IGF-1 (Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor). Auch die Triglyceride und die Harnsäure waren oft erhöht.

Diese Marker stehen unter anderem mit chronischen Entzündungen, Fettstoffwechselstörungen und einer Insulinresistenz in Verbindung – alles Prozesse, die bei der Entstehung einer Fettleber eine wichtige Rolle spielen.

Allerdings steigen die genannten Werte auch, wenn z. B. generell viel Fett und Fleisch gegessen werden, wenn Alkohol oder Limonaden getrunken werden und wenn Übergewicht vorliegt.

Die Studienautoren verweisen jedoch auch auf Tierstudien, in denen eine salzreiche Ernährung oxidativen Stress, Fettablagerungen und Entzündungen in der Leber verstärkte – und die Tiere hatten weder Alkohol noch Limos erhalten.

Auch Normalgewichtige sind betroffen

Eine Fettleber wird häufig als typische Folge von Übergewicht angesehen. In den beiden vorgestellten Studien war der Zusammenhang zwischen Nachsalzen und Lebererkrankungen aber besonders bei Personen mit normalem Body-Mass-Index, also bei Normalgewichtigen zu beobachten.

Lediglich regelmäßiger Alkoholkonsum verstärkte den Zusammenhang noch.

Dies zeigt, dass eben auch andere Ernährungsfaktoren – wie z. B. eine hohe Salzaufnahme – zum erhöhten Risiko für Leberschäden beitragen könnten.

* Sie möchten ab sofort leberfreundlich essen? Dann ist unsere Rezeptsammlung für Sie ideal. Sie enthält 30 Rezepte für die Leber – gesund, köstlich, rein pflanzlich.

Die Erbanlagen können salzempfindlich machen

In der zuerst vorgestellten Studie untersuchte man auch einen möglichen genetisch bedingten Zusammenhang. Dabei stellte man fest, dass Menschen mit bestimmten Varianten des Gens PNPLA3 im Hinblick auf die Lebergesundheit besonders empfindlich auf das Nachwürzen reagierten.

Dies könnte erklären, warum manche Menschen trotz hohem Salzkonsum keine Leberprobleme bekommen, andere schon. Letztere wiederum könnten daher besonders stark von einer salzarmen Ernährung profitieren.

Lesen Sie weitere Informationen zu diesem Thema in unserem Artikel So können Sie Ihre Fettleber abbauen.

Fazit: Der Leber zuliebe den Salzkonsum im Blick behalten

Häufiges Nachwürzen geht also höchstwahrscheinlich mit einem erhöhten Risiko für eine Fettleber, für Leberzirrhose und Leberkrebs einher. Zwar beweisen Beobachtungsstudien nicht, dass ein hoher Salzkonsum die (alleinige) Ursache mancher Leberbeschwerden ist. Doch sind die Wirkmechanismen plausibel und die bisher vorliegenden Untersuchungen diesbezüglich sehr einheitlich.

Wer daher seine Leber schützen möchte, sollte nicht nur Zucker und Alkohol, sondern auch den Salzstreuer im Blick behalten.

Was man aktiv tun kann, um seinen Salzkonsum zu reduzieren, erklären wir in unserem Artikel Zu viel Salz erhöht Herz-Kreislauf-Risiko.

Spende

Ihre Spende hilft uns

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden wir uns über einen kleinen Beitrag zu unserer Arbeit sehr freuen! Spenden Sie jetzt mit Paypal.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

Transparenz-Hinweis: Um unser Informationsangebot für Sie kostenfrei zu halten, verwenden wir Affiliate-Links (*). Bei einem Kauf erhalten wir eine kleine Provision - ohne Mehrkosten für Sie. Mehr erfahren

Lesen Sie uns gerne? Legen Sie Zentrum der Gesundheit mit einem Klick als bevorzugte Quelle bei Google fest und erhalten Sie unsere Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen.

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Wir investieren viel Zeit und Sorgfalt in unsere Artikel. Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, freuen wir uns über eine kurze Bewertung bei Trustpilot.

★★★★★
Jetzt bewerten