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  • Schizophrenie und die Bluthirnschranke
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Schizophrenie: Defekte Blut-Hirn-Schranke

Bei der Schizophrenie könnte eine gestörte Blut-Hirn-Schranke eine wichtige Ursache sein. Maßnahmen also, die zur Heilung der Blut-Hirn-Schranke beitragen, könnten bei der Psychose und auch bei anderen psychischen Störungen Besserung bringen.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 20 Mai 2026
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Schizophrenie: Ursache unbekannt

Bei vielen psychischen Erkrankungen, wie etwa der Schizophrenie, kennt man die Ursachen nicht. Ein neuer Ansatz ist, dass eine gestörte Blut-Hirn-Schranke zu den möglichen Ursachen gehören könnte und man daher therapeutisch zur Heilung der Blut-Hirn-Schranke beitragen sollte.

Blut-Hirn-Schranke schützt das Gehirn

Die Blut-Hirn-Schranke fungiert wie ein Bodyguard. Sie verhindert, dass schädliche Substanzen ins Gehirn gelangen und dort zu Störungen führen würden. Für das Gehirn können auch Zellen des eigenen Immunsystems sowie Botenstoffe des Immunsystems schädlich sein. Denn diese können Entzündungsreaktionen hervorrufen, die für das Gehirn gefährlich werden können.

Man spricht in diesem Zusammenhang vom sog. Immunprivileg des Gehirns, was bedeutet, dass es bei gesunder Blut-Hirn-Schranke vor körpereigenen Immunreaktionen größtenteils geschützt ist. Eine defekte Blut-Hirn-Schranke kann also enorme Gesundheitsprobleme mit sich bringen und sollte tunlichst vermieden werden.

Bei psychischen Störungen ist die Blut-Hirn-Schranke defekt

Forscher der University of Pennsylvania und Children's Hospital of Philadelphia (CHOP) vermuten nun nach einer entsprechenden Studie, dass bei Menschen mit Schizophrenie und anderen psychischen Störungen genau das der Fall ist.

Ihre Blut-Hirn-Schranke funktioniert nicht mehr einwandfrei und ist nun für manche hirnschädlichen Stoffe durchlässig geworden (1). Die daraufhin entstehende Entzündungsreaktion im Gehirn trägt nun höchstwahrscheinlich zur Entstehung neuropsychiatrischer Erkrankungen bei. Dazu können auch Autismus gehören sowie ADHS, Depressionen, Alzheimer, Parkinson und das Tourette-Syndrom.

Defekte Blut-Hirn-Schranke: Auch Ursache anderer Psychosen

„Unsere Hypothese war die folgende: Wenn die Abwehrfunktion der Blut-Hirn-Schranke gestört ist, dann wird die daraus resultierende Entzündungsreaktion das Zentrale Nervensystem beeinträchtigen“, sagt Jorge Iván Alvarez, Professor an University of Pennsylvania und Autor der Studie, die im April 2021 im Fachmagazin Brain veröffentlicht wurde.

„Diese Erkenntnisse beziehen sich dann natürlich auf psychische Störungen im Allgemeinen.“ (2)

Wie die Blut-Hirn-Schranke und Schizophrenie zusammenhängen

Die Wissenschaftler rund um Alvarez begannen für ihre Studie einen ganz bestimmten Personenkreis näher unter die Lupe zu nehmen, nämlich Betroffene einer seltenen Erbkrankheit mit der Bezeichnung Mikrodeletionssyndrom 22q11.2. Ausgerechnet diese Menschen leiden nämlich überdurchschnittlich häufig an einer Schizophrenie.

Beim Mikrodeletionssyndrom 22q11.2 fehlt ein kleines Stück DNA am Chromosom mit der Nummer 22.

Dadurch kommt es während der Schwangerschaft zu Entwicklungsstörungen, die sich nach der Geburt – je nach Schweregrad – in den unterschiedlichsten Fehlbildungen zeigen können, z. B. Herzfehlern, Nierenschäden, Gesichtsfehlbildungen (z. B. Gaumenspalte), Fehlen der Nebenschilddrüsen mit darauffolgenden Hormonstörungen usw.

Ein Viertel der Betroffenen leidet überdies an Schizophrenie, an Psychosen leiden insgesamt sogar um die 80 Prozent.

Es zeigte sich nun, dass auf dem fehlenden DNA-Stück auch ein Gen wäre, das für die Blut-Hirn-Schranke wichtig ist. Menschen mit dem genannten Syndrom leiden also automatisch auch an einer durchlässigen Blut-Hirn-Schranke, was – so die Überlegung der Forscher – auch das häufige Auftreten psychischer Erkrankungen in dieser Personengruppe erklären könnte.

Blut-Hirn-Schranke schützen, Schizophrenie bessern

Bereits frühere Studien ließen vermuten, dass psychische Erkrankungen zu einem gewissen Teil aufgrund von Entzündungen im Zentralen Nervensystem entstehen.

Vorliegende Arbeit bestätigt nun diesen Verdacht und zeigt, dass am Anfang der Problematik eine defekte Blut-Hirn-Schranke stehen könnte, die dann zu den beobachteten Entzündungen führt – also auch bei psychischen Störungen, die ohne Mikrodeletionssyndrom vorliegen.

Bei psychischen Störungen sollten daher entzündungshemmende Maßnahmen zur Therapie gehören sowie Maßnahmen zur Heilung der Blut-Hirn-Schranke.

Lesen Sie in unserem Artikel Blut-Hirn-Schranke - So schützen Sie Ihr Gehirn, welche Maßnahmen es zum Schutz der Blut-Hirn-Schranke gibt.

Weitere interessante Informationen finden Sie im Artikel Vitamine können bei Schizophrenie hilfreich sein.

Sie finden die genannten Artikel über unsere Suchfunktion.

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