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  • Frau nimmt ein Medikament ein, was ihr Parkinson-Risiko erhöhen kann
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Dieses Medikament erhöht Ihr Risiko für Parkinson

Wenn Sie dieses Medikament häufig einnehmen, kann es noch viele Jahre später Ihr Risiko für die Parkinson-Krankheit erhöhen. Es sollte daher stets sorgfältig abgewogen werden, ob das Medikament tatsächlich erforderlich ist.

Fachärztliche Prüfung: Dr. med. Jochen Handel
Stand: 15 Mai 2026
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Schon Jahre zuvor können Medikamente das Risiko für Parkinson erhöhen

Die Parkinson-Krankheit ist nach der Alzheimer-Krankheit die häufigste neurodegenerative Erkrankung. Sie ist die Folge eines kontinuierlichen Absterbens bestimmter Nervenzellen im Gehirn. Besonders die dopaminproduzierenden Nervenzellen sterben ab, was zu den bekannten Bewegungsstörungen führt. Die Parkinson-Krankheit tritt meist ab etwa 60 Jahren in Erscheinung und gilt als nicht heilbar.

Auf der Suche nach möglichen Risikofaktoren stellten Forscher der Universitätsklinik in Helsinki/Finnland (Helsinki University Hospital) fest, dass schon allein die Einnahme herkömmlicher Antibiotika das Risiko für die Parkinson-Krankheit erhöhen kann (1).

Die Studie erschien im November 2019 in Movement Disorders, dem Fachjournal der Internationalen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (International Parkinson and Movement Disorder Society).

Diese Antibiotika erhöhen das Parkinson-Risiko

Für ihre Studie überprüften die Forscher bei annähernd 14.000 Parkinson-Patienten, wie häufig diese in den Jahren vor ihrer Diagnose Antibiotika eingenommen hatten und verglichen diese Zahlen mit über 40.000 Personen desselben Alters, die jedoch gesund geblieben waren.

Man untersuchte dazu drei Zeiträume: 1 bis 5 Jahre, 5 bis 10 Jahre und 10 bis 15 Jahre vor Ausbruch der Krankheit. Auch die Art der eingenommenen Antibiotika wurde berücksichtigt. Am deutlichsten erhöhten die sog. Breitspektrumantibiotika das Parkinson-Risiko. Genauso jedoch Antibiotika, die gegen anaerobe Bakterien wirken (z. B. gegen Clostridium difficile), sowie Antibiotika gegen Pilze (sog. Polyen-Antibiotika, z. B. Nystatin).

Besonders der übermässige Einsatz von Antibiotika erhöhte das Risiko, noch 10 bis 15 Jahre nach der Antibiotika-Einnahme an Parkinson zu erkranken, was bei Tetrazyklinen beobachtet werden konnte.

Nahm man Sulfonamide oder Trimethoprim ein, dann stieg das Risiko, in den nächsten 1 bis 5 Jahren an Parkinson zu erkranken. Ein häufiger Anti-Pilzmittel-Einsatz führte nach bis zu 10 Jahren zu einem erhöhten Parkinson-Risiko. Wobei mit „übermässig“ oder „häufig“ schon der zwei- bis fünfmalige Einsatz dieser Mittel gemeint war.

Antibiotika schaden der Darmflora – und eine gestörte Darmflora begünstigt Parkinson

Die beteiligten Wissenschaftler vermuten, dass es der störende Einfluss der Antibiotika auf die Darmflora ist, der schliesslich die Krankheit begünstigen kann. Wir haben schon am Ende dieser Seite (Parkinson beginnt im Darm) verschiedene Untersuchungen vorgestellt, die zwischen 2017 und 2019 durchgeführt wurden und in deren Verlauf man feststellte, dass Parkinson womöglich im Darm beginnt und daher eine gute Darmgesundheit das A und O einer jeden Prävention darstellt.

„Wir wissen, dass die Zusammensetzung der Darmflora bei Parkinson-Patienten nicht der Norm entspricht, die Ursache dafür war bislang unklar. Unsere Studie lässt jedoch vermuten, dass manche häufig verordnete Antibiotika, die bekanntlich sehr stark die Darmflora beeinflussen, für Parkinson anfällig machen können (2)“, erklärte Studienleiter und Neurologe Dr. Filip Scheperjans von der neurologischen Abteilung an der Universitätsklinik in Helsinki.

Nebenwirkungen von Antibiotika und wie man das Risiko reduzieren kann

Im Darm lassen sich bereits 20 Jahre vor der eigentlichen Parkinson-Diagnose krankhafte Veränderungen beobachten, die für die Parkinson-Krankheit typisch sind.

Daher verwundert es auch nicht, dass weit verbreitete Erkrankungen des Darms, wie Verstopfung, Reizdarmsyndrom oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen als Risikofaktor für Parkinson gelten. Antibiotika zählen ab sofort ebenfalls zu diesen Risikofaktoren – und zwar nicht nur für die Parkinson-Krankheit, sondern für etliche Erkrankungen mehr, wie psychische Störungen oder auch Morbus Crohn.

Antibiotika sollten daher wirklich nur dann eingenommen werden, wenn es keine andere Lösung gibt. Dies würde nicht nur die Gefahr der drohenden Antibiotikaresistenzen eindämmen, sondern auch die Nebenwirkungen reduzieren, wozu nach vorliegender Studie auch das erhöhte Parkinson-Risiko zählt.

Weitere Nebenwirkungen von Antibiotika haben wir ebenfalls am Ende dieser Seite beschrieben: Die wichtigsten Nebenwirkungen von Antibiotika. Dort lesen Sie, worauf Sie bei der Einnahme von Antibiotika achten sollten (falls sich eine solche nicht vermeiden lässt) und wie Sie das Risiko für Nebenwirkungen reduzieren können.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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