Reisedurchfall: Die Prävention
Reisedurchfall ist äußerst lästig. Man verliert wertvolle Urlaubstage und verpasst womöglich – bei Kreuzfahrten und Rundreisen – den einen oder anderen Trip, weil man im Hotelzimmer bzw. der Koje bleiben muss.
Die Weiterreise muss vielleicht gleich ganz unterbleiben, da man mit Reisedurchfall kaum im überfüllten Bus stundenlang durchs feuchtheiße Brasilien ruckeln will.
Und auch wenn es ein gemütlicher Urlaub in einem Strandhaus auf Bali ist, kann Reisedurchfall sogar langfristige Folgen haben. Es kommt ganz darauf an, wie man ihn behandelt. Denn bei Durchfall kann man einiges falsch machen.
Reisedurchfall – Kritische Medikamente
Meist wird ein Reisedurchfall von sog. toxinbildenden enterotoxischen Escherichia coli (ETEC) ausgelöst. Aber auch andere Bakterien wie Salmonellen, Yersinien oder Shigellen können schnell zu starkem, oft auch blutigem Durchfall führen.
Loperamid kann problematisch sein
Bei all diesen Varianten eines Reisedurchfalls sind Medikamente mit dem Wirkstoff Loperamid (z. B. Imodium®) absolut kontraindiziert.
Es handelt sich dabei um die sog. Motilitätshemmer, die weder gegen die Bakterien vorgehen noch sonst eine heilende Wirkung auf den Darm haben. Sie legen stattdessen einfach den Darm lahm, damit er nichts mehr ausscheiden kann.
Der Durchfall entstand aber deshalb, weil der Körper sehr schnell die hochgefährlichen Bakterien oder deren Toxine eliminieren wollte. Das aber klappt jetzt nicht mehr.
Der Darm ist gelähmt und Salmonellen und andere Erreger können sich nun in aller Ruhe im Darm vermehren und zu extremen Schäden der Darmschleimhaut führen.
Stoppt man ETEC-bedingten Reisedurchfall mit Loperamid, dann verbleiben die Bakteriengifte im Darm und können auch über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen und andere Organe schädigen.
Antibiotika können Folgeschäden haben
Will man also Loperamid nehmen, dann muss bei bakteriellem Reisedurchfall in jedem Fall zeitgleich ein Antibiotikum genommen werden, um die Bakterien zu töten. Meist kommen hier nun Antibiotika wie Azithromycin oder Ciprofloxacin zum Einsatz.
Die Nebenwirkungen der Antibiotika sind hinreichend bekannt und liegen in erster Linie in einer starken Beeinträchtigung der Darmflora. Dies kann wiederum zu einem schwächeren Immunsystem führen, da Darmflora und Immunsystem eng miteinander in Verbindung stehen.
Ciprofloxacin kann überdies zu Rissen und Entzündungen der Sehnen führen, so dass es noch Wochen und Monate nach der Cipro-Einnahme plötzlich zu Sehnenrissen (insbesondere der Achillessehne) kommen kann, bei denen kaum jemand an eine Antibiotika-Nebenwirkung denkt.
Prävention in Sachen Reisedurchfall ist daher äußerst wichtig!
Zeolith: Bei Reisedurchfall die Erste Hilfe aus der natürlichen Reiseapotheke
Als Erste-Hilfe-Notfall-Maßnahme bei Durchfall bietet sich aus der natürlichen Reiseapotheke Zeolith an - natürliche Mineralerde, die sowohl Bakterien, Bakteriengifte als auch überschüssiges Wasser aus dem Darm aufsaugen. Der Stuhl erhält wieder Form und die Toxin- bzw. Bakterienmenge wird reduziert.
Auch die jeweiligen Volksheilkunden halten Mittel gegen Durchfall bereit. In Südamerika z. B. das Drachenblut, das Sie vor Ort in den Apotheken erhalten.
Am allerbesten ist es jedoch, dem Durchfall erst gar keine Chance zu geben. Wie also lässt sich Reisedurchfall vorbeugen?
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Reisedurchfall – Vier Maßnahmen zur Vorbeugung
Wir stellen nachfolgend Maßnahmen vor, die bei der Vorbeugung von Reisedurchfall helfen:
1. Hände nicht mehr waschen
Diese Maßnahme klingt befremdlich, da doch gerade hygienische Vorkehrungen ganz besonders gut zur Prävention von bakteriellen Infektionen dienen sollen. Während Ihrer Reise in Indien, Ägypten, Südamerika oder wo auch immer sollten Sie natürlich in jedem Fall Ihre Hände regelmäßig waschen.
So lange Sie jedoch noch zu Hause sind und sich in der Präventionsphase befinden, waschen Sie Ihre Hände nicht mehr ganz so häufig wie gewohnt.
Natürlich immer vorausgesetzt, dass Sie gesund und munter sind. Diese Maßnahme hilft hervorragend dabei, die Vielfalt Ihrer Darmbakterien zu vergrößern – wie wir in unserem Artikel Geschädigte Darmflora wird vererbt erklären. Sie finden ihn ganz unten bei den weiterführenden Artikeln.
Je vielfältiger die Bakterienstämme Ihrer Darmflora sind, umso stärker ist Ihr Immunsystem und umso geringer die Gefahr, während einer Reise Durchfall zu bekommen. Denn Ihre Darmflora macht mindestens 70 Prozent Ihres Immunsystems aus, so dass sich alle Maßnahmen lohnen, die dazu dienen, die Darmflora auf Vordermann zu bringen.
Aufgrund der heute meist sehr hygienischen Lebensweise und der gleichzeitig oft praktizierten ungesunden Ernährung haben viele Menschen in den Industrieländern im Vergleich zu noch "primitiv" lebenden Bevölkerungsgruppen (z. B. die Yanomami in Südamerika) nur noch die Hälfte der ursprünglich vorhandenen Darmbakterienstämme.
Die nützlichen Darmbakterien würden schädliche Bakterien zurückdrängen, so dass sich diese gar nicht erst ansiedeln und krank machen können. Ist die Darmflora aber stark dezimiert, finden die schädlichen Bakterien viel Platz und Möglichkeiten, sich auszubreiten und zu vermehren. Die Anfälligkeit für Infekte steigt.
Natürlich ist eine gewisse Hygiene auch sehr hilfreich und gesund. Der Tipp, ab sofort seltener die Hände zu waschen, bedeutet daher nicht, ALLE Hygienemaßnahmen abzuschaffen.
Es geht darum, eine gesunde Balance zu finden und dem "Schmutz" wieder Raum in unserem Leben zu geben, da er definitiv positive Auswirkungen auf unsere körpereigene Abwehrfunktion ausübt.
Ja, durch gewisse Schmutzmengen gelingt es, gegen Allergien und Autoimmunerkrankungen sowie natürlich auch gegen Infekte wie dem Reisedurchfall einen gesunden Schutz zu entwickeln (Kerri 2015).
2. Nehmen Sie Probiotika
Probiotika sind Präparate mit einer – je nach Hersteller – mehr oder weniger großen Vielfalt verschiedener Bakterienstämme, die dem Aufbau einer gesunden Darmflora dienen. Probiotika unterstützen also ebenfalls die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Immunsystems.
Sie können auch während der Reise noch genommen werden – zum Essen – und verhindern auf diese Weise so manchen Reisedurchfall noch vor Ort. Achten Sie darauf, dass Sie ein Probiotikum kaufen, das nicht gekühlt werden muss.
3. Ernähren Sie sich gesund
Natürlich sollten Sie sich auch möglichst gesund ernähren. Studien zeigen, dass jene Menschen, die viele verschiedene Gemüse und Früchte in ihren Speiseplan einbauen, auch eine große Vielzahl an Darmbakterienstämmen in ihrer Darmflora beherbergen.
Gleichzeitig sorgen viele Bestandteile einer ungesunden Ernährungs- und Lebensweise für die Zerstörung und Dezimierung der Darmflora, allen voran Zucker und Weißmehlprodukte sowie Alkohol und große Fleisch- und Wurstmengen.
4. Essen Sie kalte Kartoffeln
Dieser Tipp klingt wiederum ein wenig ungewöhnlich. Doch verhält es sich so, dass Kartoffeln, die gekocht wurden und anschließend abkühlten, eine bestimmte Stärkeart enthalten, die man resistente Stärke nennt.
Diese Stärke heisst deshalb "resistent", weil sie resistent gegen Verdauungsenzyme ist. Sie kann also nicht verdaut werden.
Das hat einerseits den Vorteil, dass diese Kartoffeln weniger Kalorien liefern und den Blutzuckerspiegel weniger irritieren (also auch einen niedrigeren glykämischen Index aufweisen).
Andererseits kann die resistente Stärke, die ja eine Art Ballaststoff darstellt, den Darmbakterien als Nahrung dienen. Und je mehr Nahrung die Darmflora nun einmal vorfindet, umso besser geht es ihr und ums besser können sich die einzelnen Darmbakterienstämme vermehren.
Die Kalte-Kartoffel-Methode hilft der Darmflora nach Erfahrungsberichten offenbar so gut, dass sogar Menschen mit chronischen Darmerkrankungen wie z. B. dem Reizdarmsyndrom damit gute Erfolge erzielen können. Sie sollten mit kleinen Kartoffelmengen beginnen und nach und nach mehr davon verzehren.
Die Kartoffeln müssen dabei nicht kalt gegessen werden. Wurden Sie nach dem Kochen erst einmal gründlich abgekühlt (am besten über Nacht im Kühlschrank), können Sie jederzeit wieder erwärmt werden (z. B. für Bratkartoffeln, Rösti, Klöße, Füllungen, Aufläufe etc.), ohne dass der Gehalt an resistenter Stärke verschwinden oder sich wieder zurückbilden würde.
Auch unreife Bananen sind gute Lieferanten von resistenter Stärke, genauso gekochter und wieder abgekühlter Reis.
Reisedurchfall – Prävention leicht gemacht
Mit den genannten Maßnahmen lässt sich Reisedurchfall in den meisten Fällen gut vorbeugen. Weitere Tipps für eine gut ausgestattete Reiseapotheke finden Sie in unserem Artikel Die natürliche Reiseapotheke. Sie finden den Artikel ganz unten bei den weiterführenden Artikeln.
Hinweis:
Dieser Artikel enthält Informationen aus der Erfahrungsheilkunde. Die Erfahrungsheilkunde hält sich immer an den obersten Grundsatz, dass durch ihre Anwendung kein Schaden verursacht wird. Allerdings ist es nicht immer möglich, die überlieferten Aussagen durch wissenschaftliche Studien zu belegen.