Corona-Impfung und Krebs - Gibt es einen Zusammenhang?
Ob mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 mit Krebserkrankungen in Zusammenhang stehen, wird wissenschaftlich untersucht. Einzelne Hypothesen werden dabei kontrovers diskutiert.
Eine im Dezember 2025 veröffentlichte Studie, auf die sich dieser Artikel bezieht, wurde ursprünglich als Preprint publiziert und später zurückgezogen, unter anderem aufgrund methodischer und ethischer Bedenken. Die Ergebnisse sind daher mit Vorsicht zu interpretieren.
Werden Impf-mRNA und Spikeprotein wirklich so schnell abgebaut?
Hintergrund der Arbeit ist das Folgende: Früher wurde davon ausgegangen, dass die mRNA aus den Corona-Impfstoffen rasch abgebaut wird (innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen).
Auch hieß es immer, das Spikeprotein werde nur kurzzeitig nach der Impfung gebildet und auch nur lokal begrenzt, nämlich an der Injektionsstelle und in den naheliegenden Lymphknoten.
Weder die geimpfte mRNA noch das Spikeprotein würden also langfristig im Körper bleiben. Diese Annahmen beruhten jedoch lediglich auf Tierstudien, auf Modellannahmen zur mRNA-Stabilität und auf Studien zu anderen damals erforschten mRNA-Impfstoffen.
(Das Spikeprotein ist ein Bestandteil des Coronavirus (SARS-CoV-2) und sitzt als stachelartige Struktur auf der Virusoberfläche, mit der das Virus an menschliche Zellen bindet und in sie eindringt.)
Impf-mRNA und Spikeprotein bleiben manchmal länger im Körper
In den letzten Jahren wurden dann aber mehrere Hinweise publiziert, die dieses einfache Modell relativierten (2).
Denn man konnte das Spikeprotein oder Spikefragmente bei manchen Personen noch nach mehreren Wochen und Monaten nach der Corona-Impfung im Blut finden (3). Auch ließ sich die Impf-mRNA (und/oder das Spikeprotein) in manchen Geweben (z. B. Lymphknoten) über längere Zeiträume nachweisen (4).
Post-Vac-Syndrom: Impffolge bei besonders empfindlichen Personen
Zusätzliche gab es Hinweise auf eine anhaltende Immunstimulation bei manchen Menschen nach der Corona-Impfung, was sich dann im Post-Vac-Syndrom äußerte.
Das Post-Vac-Syndrom zeigt sich – ähnlich wie Long Covid – mit z. B. Kopfschmerzen, Migräne, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Übelkeit, Schwindel bis hin zu Bewegungsstörungen und Atemnot.
Das Beschriebene ist nicht bei allen Geimpften der Fall, aber bei jenen, die entsprechend empfindlich und damit auch für unerwünschte Impffolgen anfälliger sind.
Was aus ganzheitlicher Sicht bei Long Covid helfen kann, erklären wir in unserem Artikel Long Covid - Natürliche Mittel. Sie finden ihn ganz unten bei den weiterführenden Artikeln unterhalb der Kommentare.
Studie: Sieht man in Zellen Veränderungen durch die Corona-Impfung?
In der Studie vom Dezember 2025 wurde nun Blut von zwei Patientengruppen analysiert:
Untersucht wurden gezielt Personen, die nach einer Corona-Impfung mit mRNA-Impfstoffen entweder über neu aufgetretene Nebenwirkungen klagten oder eine neue Krebsdiagnose erhalten hatten. Eine gesunde Kontrollgruppe diente zum Vergleich.
(Hinweis: Aufgrund dieser gezielten Auswahl sowie der sehr kleinen Stichprobe (20 Personen) lassen sich aus der Studie keine Aussagen über Ursache und Wirkung ableiten.)
Ergebnisse: Auffällige Veränderungen der Genaktivität
Beide Patientengruppen zeigten ausgeprägte sog. transkriptomische Dysregulationen im Vergleich zu den gesunden Personen.
Das bedeutet, dass bei den untersuchten Personen viele Gene ungewöhnlich stark oder ungewöhnlich schwach aktiv waren.
Tatsächlich aber können solche Veränderungen bei verschiedenen Erkrankungen auftreten, sind aber für sich genommen kein Beleg dafür, dass sie Krankheiten verursachen oder durch die Impfung ausgelöst wurden.
Drei veränderte Prozesse
In beiden Gruppen beobachtete man in den Zellen zunächst drei veränderte Prozesse:
Fehlerhafte RNA wurde nicht oder unvollständig abgebaut und es kam zu Störungen der zellulären Proteinproduktion (in den Ribosomen). Auch war ein bestimmtes Gen stark aktiviert, das ein besonders starkes Zellwachstum antreibt.
Alle drei Prozesse werden auch in der Krebsforschung untersucht (treten jedoch nicht ausschließlich bei Krebs auf).
Was könnte zu Nebenwirkungen nach der Corona-Impfung führen?
Bei den Personen, die nach der Corona-Impfung an Nebenwirkungen, wie chronischer Erschöpfung, Brain Fog, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Thrombosen litten, fanden sich in den Zellen zudem die folgenden Veränderungen:
Mitochondriale Funktionsstörungen
Bei Funktionsstörungen der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) arbeiten diese nicht mehr so effizient und dem Körper steht weniger Energie zur Verfügung. Erschöpfung und chronische Müdigkeit sind mögliche Folgen.
Lesen Sie in unserem Artikel Mitochondrien - So werden sie gestärkt, was Sie zur Stärkung Ihrer Mitochondrien tun können.
Proteotoxischer Stress
Bei dieser Stressform ist u. a. das Abfallsystem der Zelle überlastet. Fehlerhafte Proteine können nicht mehr schnell oder gründlich genug entsorgt werden. Sie sammeln sich an und versetzen die Zellen in Stress.
Instabilität der Genexpression
Wenn von einer instabilen Genexpression die Rede ist, dann beobachtet man Gene, die nicht mehr gleichmäßig und kontrolliert arbeiten. Sie werden stattdessen plötzlich unkoordiniert an- und ausgeschaltet. Mal arbeiten sie, mal nicht.
Systemische Entzündungsreaktionen
Bei systemischen Entzündungsreaktionen kommt es nicht nur lokal an bestimmten Stellen des Körpers zu entzündlichen Prozessen, sondern der gesamte Körper ist davon betroffen.
Systemische Entzündungen zählen zu den wichtigsten Voraussetzungen für chronische Erkrankungen nahezu aller Art.
Bei den Personen, die nach der Corona-Impfung die beschriebenen Nebenwirkungen hatten, zeigte sich, dass Gengruppen, die für systemische Entzündungen stehen, stärker aktiv waren.
Falls bei Ihnen eine Thrombose entstand, finden Sie in unserem Artikel Thrombose - Symptome und Ursachen viele Hinweise, was man präventiv aus naturheilkundlicher Sicht tun kann.
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Welche Zellveränderungen wurden bei den Patienten beobachtet, die an Krebs erkrankt waren?
Bei Patienten, die nach der Corona-Impfung eine Krebsdiagnose erhalten hatten, konnte man alle oben beschriebenen Zellveränderungen ebenfalls beobachten.
Zusätzlich aber zeigten sich Hinweise auf eine genomische Instabilität, auf eine epigenetische Reprogrammierung und auf eine verstärkte Aktivierung des Immunsystems:
Genomische Instabilität
Genomische Instabilität bedeutet, dass das Erbgut anfälliger für Schäden und Fehler ist, so dass es leichter zu einer Entartung der Zellen und zur Entstehung von Krebszellen kommen kann.
Epigenetische Reprogrammierung
Epigenetische Reprogrammierung heißt, dass Zellen ihre „Betriebsanleitung“ (also ihre Gene) plötzlich anders lesen als gewohnt, obwohl sich die DNA selbst nicht verändert hat.
So können z. B. Gene, die normalerweise ruhig sind, stärker aktiviert werden. Oder es werden Gene, die Schutzfunktionen haben, plötzlich heruntergeregelt und sind dann weniger aktiv.
Solche Prozesse werden in der Forschung auch mit Krebsentwicklungen in Verbindung gebracht. Doch kann daraus im Einzelfall kein direkter ursächlicher Zusammenhang abgeleitet werden.
Verstärkte Aktivierung des Immunsystems
Ein permanent aktiviertes Immunsystem bedeutet, dass die Abwehr dauerhaft auf Alarm steht, auch wenn keine akute Bedrohung vorliegt.
Eine chronische Immunaktivierung gilt als möglicher Einflussfaktor bei verschiedenen gesundheitlichen Prozessen, darunter auch solche, die das Wachstum von Krebszellen begünstigen können.
Hinweis: Fachleute betonen jedoch, dass aus den vorliegenden Daten kein kausaler Zusammenhang zwischen Corona-Impfung und Krebs abgeleitet werden kann.
Fazit: Studie ist zu klein für Aussagen zur Langzeitsicherheit der Corona-Impfung
Die Studie beschreibt Veränderungen in zellulären Prozessen bei einer kleinen, gezielt ausgewählten Gruppe von Personen nach der Corona-Impfung.
Ob diese Veränderungen im Zusammenhang mit der Impfung stehen oder klinisch relevant sind, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht ableiten. Ein ursächlicher Zusammenhang mit der Entstehung von Krankheiten oder Krebs wurde damit noch nicht nachgewiesen.
Aufgrund der sehr kleinen Stichprobe und methodischer Einschränkungen sind die Ergebnisse nur begrenzt aussagekräftig. Weitere, größere Studien sind erforderlich, um mögliche Zusammenhänge verlässlich zu untersuchen.
Update 12.4.2026
Der Artikel wurde überarbeitet. Insbesondere wurden Aussagen zur Studie präzisiert und methodische Einschränkungen stärker hervorgehoben.