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Ballaststoffe schützen vor Lungenkrankheiten

Eine ballaststoffreiche Ernährung schützt nicht nur vor Diabetes und Herzkrankheiten, sondern außerdem vor Lungenkrankheiten – so eine Studie, die in den Annals of the American Thoracic Society veröffentlicht wurde. Menschen, die sich ballaststoffreich ernähren, zeigten in dieser Untersuchung sehr viel bessere Lungenfunktionen – und das bei nur knapp 20 Gramm Ballaststoffen pro Tag. Welche Lebensmittel müsste man essen, um diese Ballaststoffmenge aufzunehmen?

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 03 Mai 2026
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Ballaststoffe schützen die Lungen

"Lungenkrankheiten sind auf dem Vormarsch. Prävention ist daher sehr wichtig", sagt Dr. Corrine Hanson, Professor für Ernährungsmedizin an der University of Nebraska. "Leider kennen wir abgesehen vom Nichtrauchen bis jetzt nur sehr wenige vorbeugende Maßnahmen.

In unserer aktuellen Studie hat sich nun aber gezeigt, dass auch eine ballaststoffreiche Ernährung das Risiko, eine Lungenkrankheit zu bekommen, deutlich reduzieren kann."

Je mehr Ballaststoffe, umso gesünder die Atemwege

Die Forscher rund um Dr. Hanson nutzten für Ihre Untersuchung die Daten des amerikanischen Forschungsprogramms National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES). In dieser Datenbank finden sich aus den Jahren 2009 bis 2010 rund 2.000 Teilnehmer zwischen 40 und 79 Jahren.

Die Analyse der vorliegenden Daten zeigte nun einen Zusammenhang zwischen der Menge der täglich verzehrten Ballaststoffe und der Lungenfunktion:

Während in der Gruppe der Menschen, die am meisten Ballaststoffe aßen, fast 70 Prozent eine gesunde Lungenfunktion hatten (1), war dies bei jenen Menschen, die kaum Ballaststoffe zu sich nahmen, nur bei 50 Prozent der Fall.

Bei den Ballaststoffliebhabern hatten überdies nur knapp 15 Prozent Atemwegsprobleme. In der ballaststoffarmen Gruppe waren es fast 30 Prozent, die unter Atemwegsbeschwerden litten.

Ballaststoffreiche Ernährung sorgt für gute Lungentests

Bei den beiden wichtigsten Lungenfunktionstests schnitten die "ballaststoffreichen" Teilnehmer mit deutlich besseren Leistungen ab als jene, die im Allgemeinen ballaststoffarm essen.

Letztere hatten eine viel geringere Vitalkapazität (FVC), was bedeutet, dass sie nach maximaler Einatmung weniger Luft ausatmen konnten als die Ballaststofffreunde. Auch die FEV1-Werte (Luft, die in einer Sekunde ausgeatmet werden kann) waren bei den ballaststoffarm Essenden auffallend schlechter.

Natürlich wurden auch andere Risikofaktoren in die Studie mit einbezogen, wie etwa, ob jemand rauchte oder übergewichtig war oder an anderen Gesundheitsproblemen litt.

Wie wirken Ballaststoffe auf die Lungen?

Die positive Wirkung der Ballaststoffe (auch Nahrungsfasern genannt) auf die Lunge lässt sich sehr einfach erklären: Viele chronische Lungenerkrankungen basieren auf chronischen Entzündungen. Die Nahrungsfasern aber wirken entzündungshemmend – und zwar nicht zuletzt über ihren förderlichen Einfluss auf die Darmflora.

Nahrungsfasern tragen zum Aufbau und Erhalt einer gesunden Darmflora bei und können eine Darmflorastörung (Dysbiose) wieder rückgängig machen.

Eine gesunde Darmflora nun wiederum drosselt nicht nur chronisch Entzündungsprozesse im Körper, sondern führt außerdem zu einem starken Immunsystem, so dass auch akute Entzündungen der Atemwege viel seltener werden.

Was aber ist nun eine ballaststoffreiche Ernährung?

Wie viele Ballaststoffe sollte die Ernährung enthalten?

Je mehr Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte zu Ihrer Ernährung gehören, umso höher ist Ihr Ballaststoffverzehr. Als ballaststoffreich galt in Dr. Hansons Studie bereits eine Ernährung, die täglich 17,5 g Ballaststoffe enthielt. Als ballaststoffarm stufte man eine Ernährung mit nur 10,75 g Nahrungsfasern ein.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden im Allgemeinen 30 g Nahrungsfasern pro Tag empfohlen, was natürlich nur von wenigen Menschen erreicht wird.

Denn nach wie vor stehen ballaststoffarme Nahrungsmittel beim Verbraucher sehr viel höher im Kurs, wie z. B. Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier, Süßigkeiten, weißer Reis sowie Back- und Teigwaren aus Auszugsmehlen (Weißmehl).

Wer seinen Speiseplan bevorzugt aus diesen Nahrungsmitteln zusammenstellt, isst nur sehr wenige Ballaststoffe, schädigt seine Darmflora und setzt sich einem vermeidbaren Krankheitsrisiko aus.

Dies betrifft aber – wie eingangs erwähnt – nicht nur die Lungen. Auch das Herz-Kreislauf-System und der Blutzuckerspiegel sowie nahezu alle chronischen Krankheiten, die mit einem chronischen Entzündungsprozess einhergehen, werden von einer ballaststoffarmen Ernährung gefördert und begünstigt.

Gesunde Ballaststoffe für gesunde Lungen

Es ist ganz einfach, sich mit ausreichend Ballaststoffen zu versorgen. Zunächst einige Beispiele zum Ballaststoffgehalt (je 100 g) einiger Lebensmittel, damit Sie ein Gefühl für die richtige Ballaststoffmenge bekommen:

Haferflocken 10 g, Vollkornbrot 8 g, Vollkornnudeln (ungekocht) 9 g, Weißmehlnudeln 3,5 g, Weißbrot 3 g, Mandeln 13 g, Dörrpflaumen 19 g, Leinsamen 35 g, Kleie 45 g, Baobabpulver 45 g, Fleisch, Fisch, Käse, Eier 0 g, Öle und Fette 0 g, Gemüse 2–6 g, Früchte 2–4 g, Linsen gekocht 4 g.

Ungünstig wäre, den gesamten Ballaststoffbedarf von 30 g pro Tag allein mit Kleie zu decken. Das wären 80 g Kleie und für das Verdauungssystem zu viel.

Besser ist es, die Gesamtmenge an Faserstoffen über verschiedene Lebensmittel aufzunehmen: Vollkornprodukte, Nüsse, Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst.

Schon ein Gemüsegericht zum Mittagessen - z. B. ein Fenchelgratin mit Tomaten und Linsen - liefert pro Portion 12 g Nahrungsfasern. Wenn Sie dann noch ein Müsli aus Haferflocken mit Äpfeln und Mandeln frühstücken, nehmen Sie weitere 8-9 g zu sich. Dann noch 1-2 Scheiben Vollkornbrot mit Gemüseaufstrich - und der Ballaststoffbedarf von 30 g ist fast erreicht.

Wenn Sie mit der Nahrung die 30 g nicht erreichen, können Sie täglich noch etwas Leinsamen, Haferkleie oder Flohsamenschalenpulver einnehmen, z. B. je 1 kl. Teelöffel und jeweils mit einem großen Glas Wasser.

Lesen Sie für weitere Informationen rund um die Lungengesundheit unsere Artikel Tipps, die Ihre Lungenfunktion verbessern und Lungenerkrankungen - Diese Vitalstoffe schützen Sie.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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