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Probiotika senken Entzündungen bei Rheuma & MS

Probiotika können bei Autoimmunerkrankungen wichtige Entzündungsmarker senken – so eine Studie vom März 2026. Besonders deutlich waren die Effekte bei rheumatoider Arthritis und Multipler Sklerose.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 06 Juni 2026
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Autoimmunerkrankungen: Wie Probiotika helfen könnten

Autoimmunerkrankungen betreffen weltweit schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung. Dazu zählen unter anderem rheumatoide Arthritis (Rheuma), Multiple Sklerose (MS), Lupus erythematodes oder Psoriasis.

Forschende diskutieren seit Jahren, welche Rolle die Darmmikrobiota (früher Darmflora) bei diesen Erkrankungen spielt – und ob Probiotika therapeutisch helfen könnten. Als Probiotika gelten Präparate mit lebenden Bakterienstämmen, zu denen vorteilhafte Eigenschaften bekannt sind.

Für eine Meta-Analyse, die im März 2026 im Fachjournal Nutrients erschien, werteten Wissenschaftler zwölf randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 703 Patienten aus. Sie waren zwischen 13 und 75 Jahre alt.

Entzündungsmarker gingen deutlich zurück

Die Forscher analysierten vor allem Veränderungen verschiedener Entzündungsmarker im Blut (1). Es zeigte sich, dass bei Patienten, die Probiotika eingenommen hatten, signifikante Verbesserungen gegenüber den Kontrollgruppen beobachtet werden konnten.

Besonders deutlich war der Effekt beim Entzündungsmarker IL-6 (Interleukin-6), dessen Werte unter Probiotika spürbar zurückgingen. Auch das hochsensitive C-reaktive Protein (hs-CRP), ein wichtiger allgemeiner Entzündungsmarker, sank deutlich.

Zusätzlich verbesserten sich die Werte der Entzündungsbotenstoffe TNF-α (Tumornekrosefaktor alpha) und IL-10 (Interleukin-10).

Probiotika scheinen sich also äußerst günstig auf entzündliche Prozesse bei Autoimmunerkrankungen auswirken zu können.

Besonders rheumatoide Arthritis profitierte von Probiotika

Vier der ausgewerteten Studien konzentrierten sich auf Patienten mit rheumatoider Arthritis. Gerade hier zeigte sich ein besonders deutlicher und einheitlicher Effekt – und zwar schon nach 2 bis 3 Monaten.

Bei den Rheuma-Patienten besserten sich die Marker IL-6, IL-1β (Interleukin-1-beta) und TNF-α signifikant stärker als in den Kontrollgruppen.

Eingesetzt wurden in den vier Studien ganz unterschiedliche Präparate. In einer Studie war es ein Probiotikum, das nur L. casei 01 enthielt. In einer anderen war es eine Kombination aus L. acidophilus, L. casei und Bifidobacterium bifidum. In der dritten Studie war es die Kombi aus L. acidophilus LA-14, L. casei LC-11, Lactococcus lactis LL-23, B. lactis BL-04 und B. bifidum BB-06 und in der vierten Studie war es ein Präparat, das L. rhamnosus GR-1 und L. reuteri RC-14 enthielt.

Da die Ergebnisse vorwiegend positiv waren, kann man davon ausgehen, dass es nicht so sehr auf einen oder mehrere bestimmte probiotische Bakterienstämme ankommt, sondern darauf, überhaupt ein Probiotikum einzunehmen.

Offenbar helfen die Präparate dabei, die Darmbarriere zu stabilisieren, was das Risiko für systemische Immunreaktionen reduziert. Denn wenn die Darmbarriere funktioniert, gelangen weniger entzündungsfördernde Stoffe aus dem Darm ins Blut.

Positive Effekte auch bei Multipler Sklerose

Auch Patienten mit Multipler Sklerose sprachen teilweise gut auf Probiotika an. In den drei analysierten MS-Studien zeigte sich insbesondere beim Entzündungsmarker hs-CRP eine signifikante Verbesserung.

Selbst manche Symptome wurden besser, etwa Müdigkeit oder Schmerzen nach der Einnahme von Saccharomyces boulardii (einem probiotischen Hefestamm), so dass die Lebensqualität besser wurde.

In den beiden anderen MS-Studien kamen Kombination aus verschiedenen Bakterienstämmen zum Einsatz. Einmal die Kombi aus L. acidophilus, L. casei, B. bifidum und L. fermentum und zum anderen ein Präparat aus 14 Stämmen (verschiedene Bifidobakterien- und Lactobacillus-Stämme plus Streptococcus thermophilus).

Das zeigt – wie schon in den Rheuma-Studien – dass auch hier die beobachteten Effekte nicht an einen einzelnen spezifischen Stamm gebunden waren. Künftige Studien sollen nun weitere Details ans Tageslicht bringen, z. B. zeigen, welche Bakterienstämme bei welchen Erkrankungen den größten Nutzen bringen.

* Hier erhalten Sie ein Probiotikum, das ebenfalls 14 Stämme enthält, davon fast alle aus dem Studienpräparat.

Fazit: Probiotika könnten Therapie bei Autoimmunerkrankungen ergänzen

Probiotika könnten sich somit bei Autoimmunerkrankungen günstig auswirken und entzündliche Prozesse hemmen. Besonders bei rheumatoider Arthritis und Multipler Sklerose zeigten sich signifikante Verbesserungen wichtiger Entzündungsmarker.

Die Präparate könnten ergänzend in die üblichen Rheuma- bzw. MS-Therapien integriert werden – zumal das Risiko für unerwünschte Wirkungen gering ist. Sprechen Sie dies aber mit Ihrem Arzt ab

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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