Stark verarbeitete Nahrungsmittel und Fruchtbarkeit
Ungesunde Ernährung schadet der Fruchtbarkeit – das ist längst nichts Neues mehr. Offenbar kommt es aber nicht nur darauf an, wie nährstoffreich die Ernährung ist, sondern auch wie stark die Nahrungsmittel verarbeitet wurden.
Stark verarbeitete Lebensmittel werden auch ultra- oder hochverarbeitete Nahrungsmittel genannt. Gemeint sind damit industriell verarbeitete Produkte, die oft Zusatzstoffe enthalten und teils aus Zutaten bestehen, die in normalen Küchen nicht zu finden sind, wie modifizierte Stärke, Glukosesirup, Maltodextrin, Aromen, Emulgatoren etc.
Diese finden sich häufig in Fertiggerichten, Backwaren, Wurstwaren, Snacks und Süßgetränken.
Forscher untersuchten, ob solche hochverarbeiteten Produkte mit Unfruchtbarkeit zusammenhängen (1). Zum Vergleich betrachteten sie auch die mediterrane Ernährung.
Diese Ernährung setzt auf viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse und Olivenöl. Fisch und Geflügel kommen in kleinen Mengen auf den Speiseplan, rotes Fleisch und Süßigkeiten dagegen eher selten.
Rund 27 Prozent verarbeitete Nahrungsmittel
Für die Beobachtungsstudie nutzten die Forscher die Daten von rund 2.600 fruchtbaren und unfruchtbaren Frauen im Alter von 20 bis 45 Jahren. Als unfruchtbar galten Frauen, die mindestens ein Jahr lang versucht hatten, schwanger zu werden.
Untersucht wurden einerseits der Anteil an stark verarbeiteten Lebensmitteln an der täglichen Nahrungsmenge und andererseits, wie stark sich die Teilnehmerinnen an eine mediterrane Ernährung hielten. Weitere Informationen zu dieser Ernährungsweise finden Sie im Artikel Mediterrane Ernährung – Gesund und lecker.
Insgesamt lag der Anteil an stark verarbeiteten Lebensmitteln bei rund 27 Prozent. Die Daten stammten von Frauen aus den USA.
Unfruchtbare Frauen aßen viele Fertiggerichte
Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen aßen im Durchschnitt mehr stark verarbeitete Lebensmittel als fruchtbare Frauen. Je höher der Anteil hochverarbeiteter Produkte, desto geringer war die Wahrscheinlichkeit, fruchtbar zu sein.
Dieser Zusammenhang blieb auch dann bestehen, wenn die Forscher u. a. Alter, Rauchen, Bewegung, Bildung, Kalorienzufuhr und Übergewicht miteinrechneten.
Unfruchtbare Frauen orientierten sich zudem weniger an der mediterranen Ernährung. Sobald jedoch zusätzlich Übergewicht berücksichtigt wurde, war der Zusammenhang nicht mehr eindeutig.
Der Vorteil der mediterranen Ernährung könnte also mit dem Körpergewicht zusammenhängen, während das bei den hochverarbeiteten Lebensmitteln nicht der Fall ist.
Weniger stark verarbeitete Lebensmittel für die Fruchtbarkeit
Wer seine Ernährung im Hinblick auf die Fruchtbarkeit verbessern möchte, sollte weniger hochverarbeitete Produkte und mehr frisch zubereitete Mahlzeiten zu sich nehmen.
Statt zu Fertiggerichten, Snacks, Süßgetränken und Süßigkeiten sollte man lieber zu Gemüse und Obst greifen und sich gesunde Alternativen für Snacks und Naschereien suchen.
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