Anthocyane unterstützen die Gehirnleistung
Anthocyane sind natürliche Pflanzenfarbstoffe, die Beeren, Kirschen, Trauben, Rotkohl und Auberginen ihre rote, blaue oder violette Farbe verleihen. Sie gehören zu den Polyphenolen und werden mit vielen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht.
Besonders interessant ist inzwischen ihr möglicher Einfluss auf das Gehirn. Denn Entzündungen, oxidativer Stress und eine schlechtere Durchblutung können die Gehirnleistung im Alter beeinträchtigen. Genau an diesen Punkten könnten die blauen Pflanzenstoffe ansetzen.
Anthocyane in Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungen
In einer Übersichtsarbeit von 2025 werteten Wissenschaftler 59 Studien aus. Darin wurden anthocyanreiche Lebensmittel wie Beerensäfte, aber auch Nahrungsergänzungen untersucht.
Bei den Nahrungsergänzungen waren z. B. Extrakte aus Granatapfel, Trauben oder Schwarzer Johannisbeere dabei. Sie wurden mit einem Placebo oder einem Lebensmittel verglichen, das die Pflazenstoffe nicht enthält.
Die Studien dauerten zwischen einer Woche und einem Jahr – häufig liefen sie über drei bis vier Monate.
Bessere Aufmerksamkeit und räumliches Denken
Insgesamt schnitten die Gruppen, die die Pflanzenstoffe nahmen, besser ab als die Vergleichsgruppen. Besonders deutlich war der Vorteil bei der allgemeinen Gehirnleistung (kognitiven Leistung) (1) – also bei der geistigen Fitness insgesamt.
Weitere Verbesserungen zeigten sich bei der Aufmerksamkeit, dem räumlichen Denken, bei der Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, beim Sprachfluss, dem Arbeitsgedächtnis sowie dem episodischen Gedächtnis.
Das episodische Gedächtnis speichert persönliche Erlebnisse und Ereignisse aus dem Alltag – etwa was wir gestern gegessen haben. Das Arbeitsgedächtnis hält Informationen kurzfristig verfügbar, damit wir sie sofort verarbeiten können – zum Beispiel beim Kopfrechnen.
Lebensmittel besser für das episodische Gedächtnis
Lebensmittel mit Anthocyanen brachten in den Studien teils die besseren Ergebnisse als Nahrungsergänzungen (v. a. beim episodischen Gedächtnis). Eine längere Einnahmedauer war dabei besser als eine kurze.
Auffällig positiv wirkte in einer Studie zum Beispiel der tägliche Konsum von 480 ml Montmorency-Sauerkirschsaft (68 ml Konzentrat mit 412 ml Wasser verdünnt) (2). Auch 9 g gefriergetrocknetes Cranberrypulver pro Tag zeigte positive Effekte – beides jeweils über 12 Wochen hinweg (3).
Ebenfalls führten 35 g gefriergetrocknetes Wildheidelbeerpulver pro Tag über 6 Monate oder 250 mg Traubenextrakt täglich über 12 Wochen zu positiven Ergebnissen (4) (5).
* Hier finden Sie Montmorency-Sauerkirsch-Konzentrat und hier einen Heidelbeerextrakt.
Fazit: Anthocyane für eine bessere Gehirnleistung
Bauen Sie regelmäßig möglichst viele anthocyanreiche Lebensmittel wie Heidelbeeren, Brombeeren, Kirschen oder Rotkohl in Ihren Speiseplan ein. So profitieren Sie nicht nur von deren positiven Wirkungen auf die Gehirnleistung, sondern auch von ihren sonstigen Vorteilen.
Gelingt Ihnen das nicht, können Sie auch auf obigen Sauerkirschsaft oder Nahrungsergänzungen zurückgreifen – das ist langfristig oft einfacher beizubehalten. Gerade für ältere Menschen oder für Personen, die bereits merken, dass ihre Gehirnleistung abnimmt, könnten die Pflanzenstoffe vielversprechend sein.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel Anthocyane – Starke Antioxidantien.