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  • Frau ist müde nach einer Krebsbehandlung
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Melatonin gegen Müdigkeit bei Brustkrebs

Krebsbedingte Müdigkeit ist ein belastender Zustand, der die Lebensqualität von Patienten erheblich beeinträchtigen kann. In einer Studie untersuchte man die langfristigen Anti-Müdigkeitseffekte von Melatonin bei Brustkrebspatientinnen.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 18 Mai 2026
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Weniger Müdigkeit bei Brustkrebs dank Melatonin

Melatonin ist ein Hormon, das abends ausgeschüttet wird und müde macht. Es wird daher auch als Schlafhormon bezeichnet. Gegen Morgen sinkt der Spiegel wieder. Stattdessen wird nun verstärkt das munter machende Cortisol ausgeschüttet. Das ausgewogene Wechselspiel der beiden Hormone sorgt in der Nacht für guten Schlaf und am Morgen für ein erholtes Aufwachen.

Melatonin wird inzwischen (ob als Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel) auch als gut verträgliche Schlafhilfe eingenommen.

Laut einer Untersuchung von 2023 kann das Hormon offenbar (in hohen Dosen) auch bei brustkrebsbedingter Müdigkeit helfen. Müdigkeit und Erschöpfung können bei Brustkrebs (oder generell bei Krebs) einerseits zur Symptomatik der Erkrankung gehören, können aber auch als Nebenwirkung der typischen Krebstherapien (Chemo- und/oder Strahlentherapie) auftreten.

Welche Dosis wird empfohlen?

In der klinischen Studie erhielten 92 Brustkrebspatientinnen entweder Melatonin (18 mg/Tag – eine Stunde vor dem Schlafengehen) oder ein Placebopräparat. Die Behandlung begann eine Woche vor den Therapien (Chemo- und Strahlentherapie) und setzte sich bis zwei Jahre nach Therapieende fort.

Die eingesetzte Dosis von 18 mg ist sehr hoch. Als hohe Dosen gelten bereits Mengen ab 10 mg. Die empfohlene Dosierung bei der Schlafhormon-Einnahme zur Förderung des Schlafs am Abend beträgt im Allgemeinen nur 1 mg. Wenn die erwünschte schlaffördernde Wirkung auf sich warten lässt, dann steigert man langsam die Dosis auf maximal 5 mg (1).

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Studien zeigten auch bei höheren Dosen wenige bis keine Nebenwirkungen (2). In oben genannter Studie trat bei 5 Patienten (alle in der Melatonin-Gruppe) schwere Übelkeit auf.

Übelkeit ist einerseits eine Nebenwirkung des Hormons, andererseits aber auch von Chemotherapien. Denkbar wäre, dass das Hormon das Risiko für eine schwere chemotherapiebedingte Übelkeit erhöhte. Daher sollten – so die Forscher – entsprechende Patienten genau beobachtet werden. Im Zweifel müsse man das Hormon wieder absetzen.

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Melatonin reduziert Müdigkeit bei Brustkrebs

Zu Beginn der Studie waren die Müdigkeitswerte in beiden Gruppen ähnlich: Sie lagen in der Placebo-Gruppe bei durchschnittlich 5,56 (± 1,59) und in der Hormon-Gruppe bei 5,72 (± 1,68).

Die Werte wurden mit Hilfe des BFI-Score ermittelt (Brief Fatigue Inventory), ein Fragebogen, der innerhalb weniger Minuten ausgefüllt ist und der Beurteilung von Fatigue (Müdigkeit/Erschöpfung) bei Patienten mit Krebserkrankungen dient.

Nach Abschluss der Studie hatte sich der Wert in der Hormon-Gruppe deutlich gebessert (1,99 ± 1,02). In der Placebo-Gruppe lag er bei (2,93 ± 1,04).

Die langfristige Einnahme von Melatonin kann somit die Müdigkeit bei Brustkrebspatientinnen signifikant verringern und gleichzeitig die Lebensqualität verbessern. Das Hormon stellt folglich eine effektive Ergänzung zur Standardbehandlung dar.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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