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  • Mann hat nach Einnahme von Blutdruck Medikamente Selbstmordgedanken
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Blutdruckmedikamente könnten das Selbstmordrisiko erhöhen

Bestimmte Blutdruckmedikamente scheinen das Risiko für Selbstmord zu erhöhen. Sollten bei einer Medikamenteneinnahme daher Depressionen auftreten, könnte sich der Wechsel zu anderen Mitteln lohnen.

Fachärztliche Prüfung: Dr. med. Jochen Handel
Stand: 18 März 2026
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Diese Blutdruckmedikamente könnten das Selbstmordrisiko erhöhen

Blutdruckmedikamente können viele Nebenwirkungen haben, z. B. Schwindel, Kopfschmerzen, Blutdruckabfall, Allergien, Hautreaktionen, Magen-Darm-Beschwerden, Wassereinlagerungen und Reizhusten.

Zusätzlich entdeckt man immer wieder neue mögliche Nebenwirkungen dieser Arzneimittel. Calciumkanalblocker etwa (z. B. Nifedipin) sollen das Pankreaskrebsrisiko erhöhen, wie eine Studie aus 2018 vermuten lässt. Und ACE-Hemmer, die für Reizhusten als häufigste Nebenwirkung bekannt sind, sollen – ebenfalls laut einer Studie von 2018 – das Risiko für Lungenkrebs steigen lassen.

In einer weiteren Studie (Oktober 2019 in JAMA Network Open) zeigte sich, dass bestimmte Blutdruckmedikamente – die sog. Angiotensin-II-Antagonisten, auch Angiotensinrezeptorblocker (ARB) oder Sartane genannt – das Selbstmordrisiko erhöhen könnten (1). ARB erkennt man am Begriff „-sartan“ im Namen des Wirkstoffs, z. B. Valsartan, Losartan, Candesartan usw.

Studie: Selbstmordrisiko steigt nach Einnahme von Sartanen

Das Selbstmordrisiko nach ARB-Einnahme stieg um 63 Prozent (2) im Vergleich zu jenen Personen, die eine andere Blutdrucksenkervariante (ACE-Hemmer) einnahmen. Frühere Studien waren zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Beide Blutdrucksenker – Sartane (ARB) und ACE-Hemmer – hemmen die Wirkung des Hormons Angiotensin II, das zu einer Verengung der Blutgefässe führt und so den Blutdruck steigen lässt. Sartane verhindern, dass Angiotensin II an seine jeweiligen Rezeptoren binden kann, während ACE-Hemmer die Angiotensin-II-Bildung im Körper hemmen.

Beide Mittel werden überdies nicht nur bei Bluthochdruck, sondern auch bei chronischer Niereninsuffizienz oder bei Herzinsuffizienz verordnet.

Wer bereits zu Depressionen neigt, sollte besser andere Blutdruckmedikamente nehmen

Studienleiter Muhammad Mamdani, Wissenschaftler am St. Michael's Hospital in Toronto/Kanada hatte mit seinem Team entsprechende Daten analysiert und entdeckt, dass 964 Personen, die an Selbstmord verstorben waren, in einem Zeitraum von 100 Tagen vor ihrem Tod ARB eingenommen hatten.

Schaute man sich nun eine Kontrollgruppe von 3000 Patienten an, die entweder ARB oder ACE-Hemmer genommen hatten, zeigte sich, dass die ARB-Patienten mit grösserer Wahrscheinlichkeit Selbstmord begingen als jene, die ACE-Hemmer nahmen.

„Es handelt sich um weit verbreitete Medikamente, so dass viele Menschen von diesem erhöhten Risiko betroffen sein könnten. Besonders Menschen, die bereits zu Depressionen neigen, könnten nun einem höheren Selbstmordrisiko ausgesetzt sein“, erklärte Mamdani. Er vermutet, dass ARB die Angiotensin-II-Spiegel im Gehirn steigen lassen, was nun wiederum Selbstmordgedanken und entsprechende Aktionen triggern könnte.

Kritiker: Andere Ursachen sind für das erhöhte Selbstmordrisiko verantwortlich

Andere Experten halten von Mamdanis Erkenntnissen wenig. Dr. Robert Carey etwa – emeritierter Professor der University of Virginia – findet, dass es sich um Spekulationen handle und sicher andere Ursachen für das erhöhte Selbstmordrisiko verantwortlich seien.

Allerdings war Carey an der Änderung der Blutdruck-Klassifizierung im Jahr 2017 beteiligt, bei der man die Grenzwerte für Bluthochdruck senkte (3), was bedeutet, dass man nun schon mit niedrigeren Blutdruckwerten Hochdruckpatient wird, als das noch in den Jahren zuvor der Fall war.

Wer die Wahl hat: Bei Bluthochdruck zu anderen Massnahmen greifen!

Mamdani hingegen sagte: „Natürlich würde ich jetzt nicht bei jedem Bluthochdruckpatienten die Medikation verändern. Noch nicht.

Wir brauchen in jedem Fall noch weitere Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet. Doch Grund zur Beunruhigung gibt es durchaus. Wäre ich selbst Patient und hätte ich die Wahl, so würde ich statt der betreffenden Mittel eher zu ACE-Hemmern greifen.“

Doch auch diese haben natürlich Nebenwirkungen, wie wir eingangs erklärt hatten. Wenn Sie diese vermeiden und lieber selbst aktiv werden möchten, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie nicht erst andere Massnahmen testen können, bevor Sie Medikamente nehmen.

Längst weiss man, dass eine Veränderung der Lebens- und Ernährungsweise (Ernährung, Fasten und Sport) den Blutdruck sehr oft mindestens genauso gut, wenn nicht gar besser senken kann als Medikamente.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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