Wie Vitamin D die Darmflora regulieren kann
Der Zustand der Darmflora (Darmmikrobiom) spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung vieler chronischer Erkrankungen. Bei bestehenden Erkrankungen wird zudem häufig ein Vitamin-D-Mangel beobachtet.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und dem Zustand der Darmflora? Würde es genügen, den Vitaminspiegel auf Vordermann zu bringen - und das Vitamin D würde sodann automatisch auch das Mikrobiom im Darm regulieren?
Zur Beantwortung dieser Fragen überprüfte ein Forscherteam der University of British Columbia, in Vancouver, Kanada, wie das Darmmikrobiom auf UV-Strahlung reagiert. Veröffentlicht wurde die Studie im Magazin Frontiers in Microbiology.
UVB-Strahlung erhöht Vitamin D – ob zuvor ein Mangel da war oder nicht
An der Studie nahmen 21 Frauen teil – alle vom hellen Hauttyp I bis III (nach Fitzpatrick). Neun nahmen in den drei Monaten vor Beginn der Studie eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D ein und hatten daraufhin einen gesunden Spiegel.
Die übrigen 12 Teilnehmerinnen nahmen kein Präparat und hatten alle bis auf eine Teilnehmerin einen entsprechenden Mangel.
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Alle Testpersonen erhielten nun innerhalb einer Woche drei Ganzkörper-Bestrahlungen mit UVB-Strahlung, also jener Strahlung, die (im Gegensatz zur UVA-Strahlung) für die Vitamin-D-Bildung zuständig ist. Bei allen Teilnehmerinnen stieg der Spiegel des Vitamins (1) – ob sie nun zuvor mangelhafte Werte hatten oder nicht.
UVB-Strahlung erhöht Diversität der Darmflora
Anschließend verglichen die Wissenschaftler, inwiefern die Bestrahlung das Darmmikrobiom der Frauen verändert hat. Es zeigte sich, dass die Veränderungen im Darm umso auffälliger waren, je stärker zu Beginn der Studie ein Vitamin-D-Mangel ausgeprägt war.
„Vor der UVB-Bestrahlung hatten die Frauen mit einem Mangel ein weniger ausgewogenes Darmmikrobiom mit viel geringerer Diversität als jene Frauen, die regelmäßig eine Nahrungsergänzung eingenommen hatten“, erklärte Studienautor Professor Bruce Vallance.
Das UVB-Licht konnte nun das Darmmikrobiom der Frauen, die zuvor einen Mangel hatten, so verändern und verbessern, dass man keinen Unterschied mehr zur Darmfloraqualität der anderen Teilnehmergruppe (die das Vitamin-Präparat eingenommen hatte) erkennen konnte.
Interessant war außerdem, dass sich das Darmmikrobiom jener Teilnehmerinnen, die zuvor keinen Mangel gehabt hatten, durch die Bestrahlung nicht mehr änderte.
Ein bereits gesundes Mikrobiom lässt sich also durch zusätzliche Vitamin-D-Gaben (in Form von mehr UVB-Strahlung) nicht beeinflussen, was annehmen lässt, dass auch keine negativen Veränderungen zu befürchten sind.
Schon nach einer Woche verändert sich die Darmflora
Studienleiterin Else Bosman erklärte: „Wir stellten in unserer Untersuchung fest, dass Vitamin D der Hauptantrieb für eine Veränderung des Mikrobioms im Darm darstellt, so dass Sonnenlicht, das zur Bildung des Vitamins in der Haut führt, für die Darmgesundheit unverzichtbar ist.“ (2)
„Besonders beeindruckend an unserer Studie ist, dass man bereits nach einwöchiger Studiendauer derart offensichtliche Auswirkungen beobachten konnte“, so Bosman.
Allerdings wurden in der Untersuchung spezielle Lampen verwendet, die insbesondere UVB-Strahlung abgaben, also keinen Sonnenbrand verursachen können, so dass man die Bestrahlungszeit aus der Studie nicht auf künftige Sonnenbäder übertragen kann.
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Sonnenbäder oder Vitamin-D-Präparate?
Nach wie vor müssen Sonnenbäder an den individuellen Hauttyp, die Uhrzeit, die Jahreszeit und den Breitengrad angepasst werden, um jene Bestrahlungsdauer zu finden, die ausreicht, um den Vitamin-D-Spiegel zu optimieren, die aber gleichzeitig noch keinen Sonnenbrand verursacht.
Im Winter und bei besonders empfindlicher Haut auch im Sommer sollte man besser auf Präparate setzen. Denn die Nahrung enthält das Vitamin meist nicht in ausreichenden Mengen.
Da die Studie mit weiblichen sehr hellhäutigen und dazu noch gesunden Personen durchgeführt wurde, müsste man nun weitere Untersuchungen mit weiteren (und natürlich auch mit größeren) Probandengruppen durchführen, etwa mit dunkelhäutigen Menschen und auch mit solchen, die bereits an chronischen Erkrankungen leiden, so Bosman.
Denn dann könnte sich zeigen, ob man Menschen, die beispielsweise an chronischen Darmentzündungen leiden, mit einer UVB-Bestrahlungstherapie helfen könnte.
So optimieren Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel und sanieren gleichzeitig Ihre Darmflora
Studienergebnisse will man meist dazu nutzen, neue medizinische Therapien zu entwickeln. Oft aber – und so auch bei vorliegender Studie – kann man daraus auch Selbsthilfe-Maßnahmen ableiten:
Eine Alternative zu den untersuchten UVB-Bestrahlungen wäre daher aus unserer (ZDG) Sicht, den Betroffenen (und natürlich auch ihren Ärzten) zu raten, BEIDE Säulen in die Therapie der Erkrankung mit einzubinden, denn natürlich beeinflusst nicht nur das Vitamin D die Darmflora:
Erstens auf eine gute Vitamin-D-Versorgung achten, also regelmäßig individuell abgestimmte Sonnenbäder genießen und/oder auf hochwertige Vitamin-D-Präparate zurückgreifen und zweitens Maßnahmen für ein gesundes Darmmikrobiom umsetzen, z. B. die richtige Ernährung für die Darmflora praktizieren und hochwertige Probiotika einnehmen.
Lesen Sie mehr dazu in unseren Artikeln Ernährung für die gesunde Darmflora und Darmflora aufbauen - Anleitung und Tipps.