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  • Mann betrachtet seine Glatze
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Kaffee - Ursache von Haarausfall und Glatze?

Koffeinshampoos sollen gegen Haarausfall helfen. Manche Studien scheinen eine haarwuchsfördernde Wirkung des Koffeins auch zu belegen. Wie aber sieht es mit Kaffee aus, einer Koffeinquelle, die bekanntlich getrunken und nicht in die Kopfhaut massiert wird? Kann Kaffee Haarausfall fördern? Und könnte Kaffeeabstinenz ihn stoppen?

Stand: 26 Mai 2026
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Helfen Koffeinshampoos gegen Haarausfall?

Koffeinshampoos finden reissenden Absatz, weil sie gegen Haarausfall wirken sollen und angeblich vor Glatzenbildung schützen. In-vitro-Studien zeigten auch, dass Koffein das Haarwachstum stimulieren kann.

Dazu hatte man von Männern, die an Androgenetischer Alopezie litten (anlagebedingtem Haarausfall), Haarfollikel entnommen und mit verschiedenen Testosteronkonzentrationen und mit Koffein konfrontiert. Denn bei Betroffenen reagieren die Haarfollikel überempfindlich auf Testosteron – insbesondere auf das aktive Testosteron DHT, was sich sodann in Haarausfall und Glatzenbildung äussern kann.

Testosteron unterdrückte in der Studie nun das Haarwuchstum, während Koffein dieser testosteronbedingten Hemmung entgegenwirkte, diese also milderte. Dazu waren Koffeinkonzentrationen von 0,001 bis 0,005 Prozent erforderlich. Koffein allein konnte das Haarfollikelwachstum deutlich stimulieren – wohlgemerkt im Reagenzglas, (noch) nicht am Menschen (3).

Koffeinshampoos müssen dauerhaft und täglich angewendet werden

Aus diesem Grund gibt es Koffeinshampoos, die gegen Haarausfall und Glatzenbildung beworben werden. Klinische Studien am Menschen gibt es dazu bislang wenige.

Doch immerhin zeigte z. B. eine koreanische Untersuchung mit 40 Frauen und Männern, die an Haarausfall litten, dass ein 0,5-prozentiges Koffeinshampoo nach einer 24-wöchigen täglichen Anwendung die Haardichte um 4,85 Prozent erhöhte (4), während sie in der Kontrollgruppe um 1,5 Prozent abnahm.

Allerdings wurde die Studie von einem grossen koreanischen Kosmetikhersteller initiiert.

Koffein so wirksam wie Minoxidil

In einer anderen Studie zeigte sich, dass eine 0,2-prozentige Koffeinlösung (von der 2-mal täglich 2 ml auf die Kopfhaut aufgetragen wurde) nach 6 Monaten ähnlich wirksam war wie eine 5-prozentige Minoxidillösung – ein bei Haarausfall übliches Medikament.

Das muss aber nichts heissen, denn Minoxidil ist auch nicht gerade das Nonplusultra in Sachen Haarausfall. Es muss langfristig, also über viele Monate hinweg angewendet werden, bis es möglicherweise (!) eine Wirkung zeigt.

Dazu muss es 2-mal täglich aufgetragen werden und wirkt dennoch nur bei 30 Prozent der Anwender. Und auch bei diesen 30 Prozent wirkt es zwar, aber die Wirkung ist nicht bei allen gut genug, so dass nur bei 10 Prozent das Ergebnis als tatsächlich zufriedenstellend gilt. Bei Geheimratsecken wirkt Minoxidil gar nicht, sondern nur (wenn überhaupt) oben auf dem Kopf (5).

So könnte Koffein gegen Haarausfall wirken

Äusserlich könnte Koffein also in manchen Fällen gegen Haarausfall und Glatzenbildung wirken. Es stimuliert vermutlich den Zellstoffwechsel in den Haarfollikeln, so dass sich wieder neuer Haarwuchs einstellen kann.

Koffein scheint auch (zumindest bei Männern) den Wasserverlust über die Kopfhaut zu reduzieren, was auf eine verbesserte Barrierefunktion hindeuten könnte (2).

Um diese Ziele zu erreichen, müsste es aber eine ausreichend konzentrierte Lösung sein, die überdies mindestens einmal täglich angewandt wird. Unsere Stichproben bei Koffeinshampoos ergaben, dass dort die Koffeinkonzentrationen leider nicht angegeben werden.

Löst Kaffeetrinken Haarausfall und Glatzenbildung aus?

Das Trinken von Kaffee aber könnte sogar das Gegenteil bewirken, nämlich Haarausfall verursachen, wie Wissenschaftler der Universitätsklinik Zürich im Jahr 2019 vermuteten (1).

Sie stellten fest, dass sich im Laufe der Geschichte der Kaffeekonsum ausbreitete und mit ihm auch immer mehr Menschen von Glatzen betroffen waren.

Auch in asiatischen Ländern konnte man beobachten, dass immer häufiger Glatzen vorkamen, als dort die Importe des Rohstoffs stiegen. Das könnten natürlich auch Zufälle sein, also einfach gleichzeitige Ereignisse ohne jeden Zusammenhang. Daher machten die Wissenschaftler einen konkreten Versuch:

Mehr kahle Stellen

Für ihre Studie (die aus zwei Teilen bestand) führten sie für den ersten Teil eine Umfrage unter 1466 Personen durch. Diese wurden in zwei Gruppen geteilt. Die eine hatte keine kahlen Stellen auf dem Kopf, die andere schon. Man stellte ihnen die folgenden Fragen:

  1. Trinken Sie täglich Kaffee bzw. kommen Sie täglich mit dem Duft davon in Kontakt?
  2. Trinken Sie ihn nur gelegentlich bzw. kommen Sie gelegentlich mit dem Duft davon in Kontakt?
  3. Trinken Sie ihn nur selten bzw. kommen Sie nur selten mit dem Duft davon in Berührung?

Es zeigte sich, dass jene mit kahlen Stellen auch mehr Kaffee tranken, während in der Gruppe der Leute ohne kahle Stellen mehr Personen waren, die ihn nur gelegentlich tranken. Nach dem Kontakt mit dem Duft wurde gefragt, weil vermutet wird, dass schon der Duft eine ungünstige Wirkung auf das Haarwachstum haben könnte.

Ab sofort keinen Kaffee mehr!

Im zweiten Teil der Studie wurde eine Gruppe von 320 Männern (zwischen 19 und 40 Jahren) mit Haarausfall und kahlen Stellen in insgesamt vier Gruppen aufgeteilt:

In Gruppe 1 waren 280 Männer mit deutlichen kahlen Stellen.

  1. In Gruppe 1A waren 140 Männer. Sie sollten das Kaffeetrinken vollständig aufgeben und auch den Duft meiden. (21 Männer hielten das Verbot nicht durch und brachen die Studie ab.)
  2. In Gruppe 1B waren ebenfalls 140 Männer, die weiterhin Kaffee trinken konnten, sich aber gesund ernähren sollten. (11 Männer stiegen vorzeitig aus der Studie aus).

In Gruppe 2 waren 40 Männer ohne kahle Stellen, aber mit ersten Anzeichen von Haarausfall.

  1. In Gruppe 2A waren 20 Männer. Sie sollten wie Gruppe 1A das Kaffeetrinken vollständig aufgeben und auch den Duft meiden. (3 Männer stiegen vorzeitig aus der Studie aus).
  2. In Gruppe 2B waren ebenfalls 20 Männer. Sie sollten mehr Kaffee trinken, mindestens 3 Tassen über den Tag verteilt. (4 Männer stiegen vorzeitig aus der Studie aus).

Monatlich wurde bei den Probanden nun der Zustand des Kopfhaares und/oder der kahlen Stellen fotografiert.

Nach 3 Monaten: Neuer Haarwuchs!

Nach drei Monaten zeigten sich die folgenden Ergebnisse:

  1. In Gruppe 1A (kein Kaffee) sah man bei 108 Männern (von 119) neuen Haarwuchs und ein Abnehmen der kahlen Flächen. Bei jenen, die zuvor Haarausfall hatten, stoppte dieser innerhalb des ersten Monats ohne Kaffee. Je jünger die Probanden waren, umso besser wirkte die Kaffeeabstinenz.
  2. In Gruppe 1B sah man bei 69 Männern (von 129) eine Verschlechterung der kahlen Stellen, bei 59 Männern blieb die Situation stabil. Eine Verbesserung konnte bei keinem der Männer beobachtet werden.
  3. In Gruppe 2A (kein Kaffee) stoppte der Haarausfall nach 8 Wochen bei 16 Männern (von 17) vollständig.
  4. In Gruppe 2B konnte man bei 14 Männern (von 16) eine deutliche Verschlechterung erkennen, bei 2 Männern blieb alles unverändert. Eine Verbesserung war bei keinem zu sehen.

Nicht jeder reagiert empfindlich darauf

Natürlich reagieren nicht alle Menschen gleichermassen mit Haarausfall und Glatzenbildung, andernfalls hätte beim derart starken Kaffeekonsum weltweit mindestens jeder zweite eine Glatze, was ja nicht der Fall ist. Auch in obiger Studie heisst es daher, dass Menschen eine unterschiedlich starke Empfindlichkeit gegen das Heissgetränk aufwiesen, die angeboren sei.

Etwa 40 Prozent aller Männer reagieren auf Kaffeebestandteile mit Haarausfall und Glatzenbildung innerhalb von 1 bis 10 Jahren nach Beginn des Konsums. Bei weiteren 40 Prozent käme die Reaktion mit Haarausfall und Glatzenbildung etwas verzögert. Sie reagieren erst innerhalb von 10 bis 30 Jahren oder später. Die verbliebenen 20 Prozent sind kaum oder gar nicht empfindlich darauf.

Testen Sie es: Kaffee weglassen und Haarausfall beobachten

Wenn Sie unter Ihrer Glatzenbildung leiden, machen Sie einmal einen Versuch und lassen das Getränk mindestens drei Monate weg. Auf unserer Seite finden Sie Tipps, wie Sie sich leichter den Kaffee abgewöhnen können.

Dokumentieren Sie dabei Ihren Haarwuchs bzw. Ihre kahlen Stellen, indem Sie diese regelmässig fotografieren. Gerne können Sie uns von Ihren Ergebnissen berichten. Viel Erfolg!

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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