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  • Erwachsener Mann, der frisches gemüse isst
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Mehr Salz, höheres Demenzrisiko

Wer häufig am Tisch nachsalzt, könnte sein Risiko für Demenz deutlich erhöhen. Besonders gefährdet sind Menschen mit einer bestimmten genetischen Veranlagung. Weniger Salz lohnt sich daher nicht nur in Sachen Herz-Kreislauf-Gesundheit, sondern auch für die geistige Fitness.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
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Wer salzig isst, erhöht sein Risiko für Demenz

Zu viel Salz (bzw. das Natrium darin) gilt seit Jahren als Risikofaktor für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine Studie vom Dezember 2024 deutet darauf hin, dass auch das Gehirn unter dauerhaft hoher Natriumaufnahme leiden könnte.

Forscher der Southern Medical University in China analysierten Daten von fast 485.000 Menschen aus der britischen UK-Biobank (eine der größten medizinischen Langzeitdatenbanken der Welt). Dabei fanden sie einen klaren Zusammenhang zwischen häufigem Nachsalzen am Tisch und einem erhöhten Demenzrisiko (1).

Je mehr Natrium, umso größer das Erkrankungsrisiko

Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Dosis-Wirkungs-Zusammenhang: Je häufiger Menschen nachwürzten, desto höher war ihr Risiko für Demenz.

Im Vergleich zu Personen, die nie oder selten Salz hinzufügten, stieg das Risiko für eine allgemeine Demenz bei Leuten, die manchmal nachsalzten um 19 Prozent, bei jenen, die „normal“ nachsalzten um 29 Prozent und bei Leuten, die immer nachwürzten sogar um 53 Prozent.

Auch bei Alzheimer und vaskulärer Demenz zeigten sich ähnliche Entwicklungen. Wer immer nachwürzte, hatte ein um 76 Prozent erhöhtes Alzheimer-Risiko sowie ein um 85 Prozent höheres Risiko für die vaskuläre Form.

Die Forschenden berücksichtigten dabei auch zahlreiche andere Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung, Körpergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegung, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenerkrankungen. Der Zusammenhang blieb dennoch bestehen.

Besonders betroffen: Menschen mit APOE-Gen

Besonders auffällig war der Zusammenhang bei Menschen mit einer bestimmten genetischen Veranlagung. Untersucht wurde das sogenannte APOE-ε4-Gen, das bereits als wichtiger Risikofaktor für Alzheimer bekannt ist.

Menschen mit zwei APOE-ε4-Varianten und gleichzeitig hohem Natriumkonsum hatten ein massiv erhöhtes Risiko:

Das Risiko für allgemeine Demenz war mehr als vierfach erhöht. Für Alzheimer lag das Risiko fast beim Fünffachen. Das Risiko für die vaskuläre Form war sogar fast sechsmal so hoch.

Die Forscher vermuten, dass eine hohe Natriumaufnahme entzündliche Prozesse und die Tau-Protein-Veränderungen im Gehirn verstärken könnte. Gemeinsam mit der genetischen Veranlagung könnte dies neurodegenerative Prozesse beschleunigen.

Demenz-Prävention bedeutet weniger Natrium

Nicht nur der Salzstreuer kann problematisch sein. Der Großteil der täglichen Natriumaufnahme stammt heute aus Fertigprodukten wie Brot, Wurst, Käse, Fertiggerichten, Tiefkühlpizza, Suppen oder Snacks. Achten Sie deshalb unbedingt auf die Angaben zu Salz oder Natrium auf der Verpackung.

Als wenig Salz gelten Mengen bis 0,3 g pro 100 g. Als mittlerer Gehalt gelten 0,3 bis 1,5 g pro 100 g und als hoher Gehalt gelten mehr als 1,5 g pro 100 g.

Besonders kritisch sind Produkte mit mehr als 2 g pro 100 g. Solche Lebensmittel sollten Sie möglichst nicht mehr kaufen.

Manche Hersteller geben statt nur den Natriumgehalt an. Dann gilt folgende Faustregel. Wenn Sie die Natriummenge durch 2,5 teilen, ergibt dies den Salzgehalt.

Beispiel: 0,8 g Natrium entsprechen etwa 2 g Salz – also bereits einem hohen Wert.

Das Rezept für selbstgemachte salzarme Gemüsebrühe finden Sie in unserer Rezepterubrik unter "Gemüsebrühe zum Selbermachen".

* Hier finden Sie eine salzfreie Gewürzmischung in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Fazit: Ohne Salzstreuer geringeres Demenzrisiko

Häufiges Nachsalzen ist also sehr wahrscheinlich mit einem erhöhten Risiko für Demenz verbunden. Lassen Sie den Streuer stehen (oder füllen ihn mit einer salzfreien Gewürzmischung auf) und achten Sie auch beim Kauf von Fertigprodukten auf den Salz- bzw. Natriumgehalt.

Allerdings dauert es einige Wochen, bis man sich an den neuen Geschmack gewöhnt. Wer zuvor viel salzte, wird erst alles fad finden. Das liegt nicht am Essen, sondern am persönlichen Geschmackssinn, der von der starken Würze etwas "abgestumpft" ist und erst wieder lernen muss, natürliche Aromen wahrzunehmen.

In ein paar Wochen werden Sie denken "wie konnte ich einst nur so etwas Überwürztes essen?", wenn Sie z. B. mal wieder auswärts essen.

Die Umgewöhnung lohnt sich. Weniger Würze ist nicht nur fürs Gehirn viel besser, sondern auch fürs Herz, die Blutgefäße, die Nieren und Ihren Blutdruck.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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