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Geflügel steigert den Cholesterinspiegel

Bislang hieß es, insbesondere rotes Fleisch sei für den Cholesterinspiegel ungünstig. Gesundheitsbewusste greifen daher bevorzugt zu weißem Fleisch, also Geflügel. Jetzt zeigte eine Studie, dass auch Geflügel den Cholesterinspiegel steigen lässt.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 04 Mai 2026
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Geflügel lässt Cholesterinspiegel genauso stark steigen wie rotes Fleisch

Geflügel gilt allgemein als gesünder als rotes Fleisch (Rind, Schwein, Wild, Lamm etc.) – meist deshalb, weil es in Sachen Darmkrebsrisiko weniger bedenklich sei und außerdem fettärmer sein soll, was sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System und hier besonders auf den Cholesterinspiegel auswirke.

In einer Studie, die im Juni 2019 im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde, zeigten Wissenschaftler des Children's Hospital Oakland Research Institute (CHORI), dass rotes Fleisch und Geflügel dieselben Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel haben.

Ob Rind, Schwein, Lamm oder Geflügel, sie alle lassen – bei hohem Konsum – den Blutcholesterinspiegel gleich stark steigen (1) und vor allen Dingen höher als dies beim Verzehr derselben Menge pflanzlicher Proteine der Fall ist.

Die cholesterinsteigernde Wirkung konnte außerdem unabhängig davon beobachtet werden, ob die Ernährung auch reichlich gesättigte Fette enthielt oder nicht. Wer also glaubt, wenn er mageres Fleisch isst, dann passiert dem Cholesterinspiegel nichts, der irrt.

Besser pflanzliche Proteinquellen nutzen

Studienautor, Dr. Ronald Krauss, Leiter der Arterioskleroseforschungsabteilung am CHORI und Professor der Medizin an der University of California San Francisco, sagte:

„Als wir unsere Studie planten, erwarteten wir, dass sich rotes Fleisch negativer auf den Cholesterinspiegel auswirken würde als Geflügel. Daher waren wir sehr überrascht, als dies nicht der Fall war."

Man berücksichtigte in der Studie lediglich unverarbeitete Ware „normaler“ Herkunft. Mit einbezogen wurden hingegen weder verarbeitete Produkte wie Schinken und Wurst noch Rind aus Weidehaltung.

Es ist also besser, generell Fleisch zu meiden, wenn man Probleme mit dem Cholesterinspiegel hat. Gleichzeitig sollte man seinen Proteinbedarf vorzugsweise mit pflanzlichen Proteinen decken, die laut vorliegender Untersuchung für den Cholesterinspiegel am gesündesten sind.

Heutige Cholesterin-Diagnostik ist fragwürdig

Auch bestätigte die Studie die Ergebnisse der sog. APPROACH-Studie (Animal and Plant Protein and Cardiovascular Health-Studie), in der sich zeigte, dass große Mengen gesättigter Fette den Cholesterinspiegel anheben, allerdings insbesondere die großen LDL-Partikel, die sich nicht so stark auf das Herz-Kreislauf-Risiko auswirken wie die kleinen LDL-Partikel.

Da herkömmliche Cholesterin-Messmethoden insbesondere die großen LDL-Partikel messen, könnte es hier somit zu einer Überschätzung des Cholesterinspiegel-Einflusses auf das Herz-Kreislauf-Risiko kommen, weshalb es inzwischen zahlreiche Wissenschaftler gibt, die darauf hinweisen, dass gesättigte Fette in Sachen Herz-Kreislauf-Gesundheit nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Worauf man tatsächlich achten sollte, wenn man ein gesundes Herz-Kreislauf-System anvisiert, erklären wir in unserem Artikel Cholesterinspiegel natürlich senken. Sie finden ihn ganz unten bei den weiterführenden Artikeln (unterhalb der Kommentare).

Pflanzliche Proteine sind für das Herz die beste Lösung

Beim Fleisch ist es offenbar ähnlich wie bei den gesättigten Fetten. Sowohl Rind, Schwein, Lamm, als auch Geflügel erhöhen insbesondere den Spiegel der großen LDL-Partikel.

Pflanzenbasierte Ernährungsformen erhöhen weder den Spiegel der großen noch der kleinen LDL-Partikel und stellen daher für die Gesundheit die sicherste Lösung dar.

Die Empfehlung, zur Senkung des Cholesterinspiegels besser zu Geflügel als zu Rind, Schwein, Lamm etc. zu greifen, ist somit überholt.

Sehr gute pflanzliche Proteinquellen sind z. B. Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh, Sojajoghurt, Soja-Skyr, Sojamilch, Mandelkäse, Quinoa, Nüsse und Saaten.

Zusätzlich kann man bei erhöhtem Proteinbedarf seine Ernährung mit pflanzlichen Proteinpulvern ergänzen, z. B. Reis- Erbsen- oder Hanfprotein. Einfach 10-15 g davon mit 300-400 ml Sojamilch oder einem anderen pflanzlichen Drink, einer Banane und etwas Vanille mixen - und schon haben Sie eine köstliche Extraportion Protein (auch ideal für Sportler).

* Hier erhalten Sie ein Bio-Reisproteinpulver mit einem 80-prozentigen Proteingehalt .

Fordern Sie gerne unsere Tabelle mit den pflanzlichen Proteinquellen bei uns per E-Mail an (natürlich kostenlos). Dort finden Sie auch den genauen Proteingehalt jedes angegebenen Lebensmittels.

Rotes Fleisch kann dem Herzen noch auf ganz andere Weise schaden

Allerdings sollte die Wahl der Fleischsorte bzw eines Lebensmittels, nicht nur anhand seines Einflusses auf den Cholesterinspiegel getroffen werden, so Professor Krauss, denn rotes Fleisch habe noch ganz andere Eigenschaften, die sich negativ auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirken können.

So ist seit mindestens 2018 ein Allergen im Gespräch, das bei manchen Menschen zu einer erhöhten Fleischsensitivität und infolgedessen zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führen kann. Details dazu lesen Sie in unserem Artikel Fleisch - Schädlich fürs Herz.

Außerdem soll beim Verzehr von Rind, Schwein, Lamm und Wild im Körper der sog. TMAO-Spiegel steigen. TMAO ist ein Stoff, der dem Herzen nachweislich schadet und das Risiko für Herzinsuffizienz und sogar für den plötzlichen Herztod steigen lässt. Mehr dazu in unserem Artikel Plötzlicher Herztod durch rotes Fleisch.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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