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Wie Beeren vor Alzheimer schützen

Pelargonidin ist ein Stoff, der in Beeren vorkommt. Je mehr man von diesen Lebensmitteln isst, umso besser ist man offenbar vor Alzheimer geschützt. Wir stellen die entsprechende Studie vor und natürlich die Lebensmittel, die besonders viel Pelargonidin enthalten.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 11 April 2026
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Pelargonidin: Ein Pflanzenstoff gegen Alzheimer

Pelargonidin ist ein orangefarbener Pflanzenstoff aus der Gruppe der Anthocyane, die wiederum zu den Flavonoiden gehören. Man findet Pelargonidin besonders in Beeren. Der Stoff weist antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften auf und wird mit besseren kognitiven Fähigkeiten und einem niedrigeren Alzheimer-Risiko in Zusammenhang gebracht.

Wissenschaftler vom Rush Alzheimer’s Disease Center der Rush University in Chicago untersuchten anhand von 575 Patienten, die bereits verstorben waren (im durchschnittlichen Alter von 91,3 Jahren), inwieweit der Verzehr von pelargonidinhaltigen Lebensmitteln das Alzheimer-Risiko beeinflussen könnte (1). Die Studie erschien im Journal of Alzheimer's Disease.

Andere Faktoren, die im Zusammenhang mit der Entstehung von Demenzen stehen, wie Alter, Geschlecht, Bildung, Vitamin-E- und Vitamin-C-Versorgung oder das Vorhandensein von ApoE4, wurden bei der Auswertung berücksichtigt.

ApoE ist ein Transporterprotein, welches das Gehirn mit Nährstoffen, z. B. Fettsäuren versorgt. Es gibt verschiedene ApoE-Typen: ApoE2, ApoE3 und ApoE4. Menschen, bei denen ApoE4 überwiegt, haben ein höheres Alzheimer-Risiko (2).

Wer am meisten Beeren isst, hat weniger Ablagerungen im Gehirn

Es zeigte sich das Folgende: Teilnehmer, die zu Lebzeiten am meisten pelargonidinreiche Lebensmittel zu sich genommen hatten, wiesen weniger Tau-Fibrillen und weniger Amyloid-Plaques im Gehirn auf als Teilnehmer, die am wenigsten von diesen Lebensmitteln gegessen hatten.

Amyloid-Plaques sind die alzheimertypischen Ablagerungen zwischen den Nervenzellen. Tau-Fibrillen sind Ablagerungen in den Nervenzellen des Gehirns. Tau-Fibrillen führen zum Absterben der Zellen.

Der beschriebene Zusammenhang galt jedoch nicht für Personen, bei denen ApoE4 überwog.

Lebensmittel mit Pelargonidin

„Wir vermuten, dass die entzündungshemmenden Eigenschaften des Pelargonidins die Produktion entzündlicher Botenstoffe drosseln und so Entzündungsprozesse in den Nervenzellen des Gehirns reduzieren können“,

erklärt Julie Schneider, Fachärztin für Neuropathologie und Autorin der Studie.

Gerade diese Entzündungsprozesse werden stets mit der Entstehung der alzheimertypischen Ablagerungen im Gehirn in Verbindung gebracht. Pelargonidin scheint also das Gehirn vor jenen Veränderungen zu schützen, die zu Alzheimer führen können.

Pelargonidin ist insbesondere in Himbeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Cranberrys, den Beeren der Felsenbirnen und in Aroniabeeren, aber auch in Pflaumen, Granatäpfeln und Kidneybohnen. Auch die rote Farbe in der Haut von Rettichen stammt vom Pelargonidin. Am meisten soll jedoch in Erdbeeren enthalten sein, so die Forscher.

Natürlich müsse man weitere Untersuchungen zu diesem Thema anstellen, meint Puja Agarwal, Ernährungsepidemiologin und Fachärztin für Innere Medizin an der Rush University, dennoch könne man schon jetzt ganz unkomplizierte Ernährungsumstellungen vornehmen, in dem man einfach mehr Erdbeeren oder andere Beeren esse (5).

Rezepte mit Pelargonidin

Probieren Sie am besten gleich unser köstlich gesundes Erdbeer-Dessert mit veganer Sahne oder unseren basischen Erdbeerkuchen – alles rein pflanzlich und frei von Haushaltszucker. Die Rezepte finden Sie in unserer Rezepte-Rubrik.

Auch andere Flavonoide helfen bei der Alzheimer-Prävention

In unserem Artikel Flavonoidreiche Ernährung senkt das Alzheimerrisiko berichten wir von einer Studie aus 2020, in der sich ergab, dass Personen, die flavonoidreich essen, seltener an Alzheimer erkranken (3).

Wie anfangs erklärt, gehört auch Pelargonidin zu den Flavonoiden. Besonders flavonoidreich sind neben Beeren und Kräutern (Petersilie) auch Zitrusfrüchte- und säfte, Sellerie, Grün- und Schwarztee, Kakao (dunkle Schokolade) und Sojaprodukte (Isoflavone).

* Hier finden Sie unseren Kochkurs für eine gesunde basische Ernährung

Pelargonidin aus dem eigenen Garten

Wenn Sie einen Garten haben, wo es noch Platz für neue Pflanzen gibt, dann legen Sie viele Erdbeerbeete an – natürlich immer in Mischkultur, z. B. mit Kräutern (Dill, Melisse, Bohnenkraut), Blumen (Tagetes, Hornveilchen, Ringelblumen) und mit Zwiebeln, Lauch und Knoblauch. Letzere schützen Ihre Erdbeeren vor Pilzerkrankungen.

Auch der Anbau von Blaubeeren (Heidelbeeren) lohnt sich, obwohl dieser aufgrund der Ansprüche der Pflanzen (saurer Boden, Halbschatten, Feuchtigkeit) nicht überall möglich ist. Schon mehrere Studien zeigten (die ersten wurden schon vor über 10 Jahren durchgeführt), dass die blauen Beeren die kognitiven Fähigkeiten und Gehirnfunktionen besserten (4).

Wir berichten darüber in unserem Artikel Blaubeeren: Superfrucht gegen Demenz.

In unserem Artikel Blaubeersaft verbessert Gehirnfunktionen stellen wir eine weitere Studie vor, in der schon 30 ml Blaubeersaft täglich – entspricht etwa 230 g frischen Beeren – nach 12 Wochen zu verbesserten Gehirnfunktionen führten.

Rezepte mit Blaubeeren

Sie müssen aber nicht immer nur Saft trinken oder Beeren im Fruchtsalat oder (pflanzlichen) Joghurt essen, Blaubeeren schmecken auch herrlich in einer gesunden Torte, im morgendlichen Müsli oder Porridge und sogar in einem würzigen Pilz-Risotto.

Alle diese Rezepte finden Sie ganz leicht: Geben Sie in unserer Rubrik Gesunde Rezepte in die Suchzeile einfach "Blaubeeren" ein.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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