Zentrum der Gesundheit
  • Taurin für Katzen und Hunde
5 min
Kommentare

Taurin ist auch für Katzen und Hunde wichtig

Taurin ist eine Aminosäure, die insbesondere für Katzen essenziell ist. Katzenfutter muss also zwingend Taurin enthalten, da Katzen andernfalls schwere Mangelerscheinungen erleiden. Hunde können Taurin selbst herstellen. Dennoch gibt es auch hier Situationen, in denen Hunde zusätzlich Taurin benötigen.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 11 Mai 2026
🔍
Sie finden alle im Laufe des Artikels genannten weiterführenden Artikel, wenn Sie die jeweiligen Titel oder auch einzelne Suchbegriffe daraus in unser Suchfeld eingeben.

Taurin: Brauchen Hunde und Katzen die Aminosäure?

Taurin ist eine Aminosäure, die besonders für die Gesundheit der Augen und des Herzens wichtig ist. Fehlt sie kann es zu schweren Netzhauterkrankungen und auch zu krankhaften Veränderungen am Herzen kommen.

Der Mensch und auch der Hund können die Aminosäure unter bestimmten Voraussetzungen selbst herstellen, also dann, wenn genügend Nährstoffe in der Nahrung sind, die zur Bildung davon nötig sind. Die Katze aber und z. B. auch der Fuchs sind dazu nicht in der Lage. Sie müssen die Aminosäure mit der Nahrung zu sich nehmen.

Der Stoff ist nur in tierischen Lebensmitteln enthalten, insbesondere in Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten. Leber ist besonders reich daran. In Obst und Gemüse fehlt die Aminosäure ganz. Aber auch Milchprodukte enthalten nur wenig davon – Hühnereier gar nichts.

Eine Liste mit dem Gehalt verschiedener Lebensmittel finden Sie gemeinsam mit weiteren Informationen in unserem Artikel: Taurin: Wirkung und Anwendung.

Taurin für Katzen

Bei Katzen ist das Enzym Cysteinsulfinatdecarboxylase CSAD, das zur Herstellung des Stoffes aus der Aminosäure Cystein nötig ist, nur wenig aktiv. Katzen sind daher auf tierische Nahrung angewiesen (2).

Allerdings wird auch tierische Fertignahrung für Katzen häufig mit der Aminosäure angereichert, da durch die Verarbeitung zu Dosen- oder Trockenfutter der Gehalt sinkt bzw. Katzen offenbar nicht genügend daraus aufnehmen können.

Auch BARF-Futter ist oft arm daran

Selbst wenn Sie barfen, Ihre Katze also mit vermeintlich artgerechter Rohnahrung füttern, kann es nötig sein, den Stoff zu ergänzen.

Denn so sehr artgerecht ist die BARF-Fütterung dann oftmals doch nicht. So enthält das häufig gefütterte Fleisch von Geflügel und Rind deutlich weniger des Stoffes als die natürliche Mäuse-Kost (3).

So viel Taurin enthält eine Maus

Eine Maus, die zwischen 25 und 30 g wiegt, enthält etwa 70 mg der Aminosäure. Eine idealgewichtige Hauskatze von etwa 4 kg Körpergewicht würde als Selbstversorgerin nun täglich etliche Mäuse fressen.

Gehen wir einmal davon aus, dass sie pro Tag 10 Mäuse erbeutet und auch frisst, dann würde sie damit 700 mg des Stoffes zu sich nehmen. 10 Mäuse wiegen 250 bis 300 g – die passende Menge für eine europäische Hauskatze.

Wenn Sie die Ration von 250 bis 300 g in Form eines herkömmlichen Fertig-Barf-Menüs füttern, dann enthält dieses im Idealfall nicht nur Muskelfleisch, sondern auch Leber, die mehr davon enthält als Muskelfleisch, da ja in der Leber der Stoff gebildet wird. Dennoch reicht die Menge dieser Menüs oft nicht aus.

Überprüfen Sie Ihr Katzenfutter!

Häufig geben die Futter-Hersteller (ob herkömmliches Futter oder BARF-Menüs) nun zwar an, dass Sie den Stoff zusetzen, aber nicht wie viel. Fragen Sie in diesem Fall beim Hersteller nach, um einschätzen zu können, ob die Menge pro Tagesration ausreicht.

Symptome von Mangel bei Katzen

Wenn eine Katze Futter ohne den Stoff erhält oder Futter, das zu wenig davon enthält, erkrankt sie an einer Netzhautdegeneration, die im Anfangsstadium häufig unbemerkt bleibt, langfristig aber zur Erblindung führen kann.

Auch kommt es beim Mangel der Katze zu krankhaften Veränderungen des Herzens (zur sog. dilatativen Kardiomyopathie) sowie zu Veränderungen der weissen Blutzellen (1).

Letztendlich kommt es auch zu einer verkürzten Lebensspanne, wenn der Mangel nicht rechtzeitig erkannt wird.

Erhält eine betroffene Katze schliesslich den Stoff, stoppt die Netzhautdegeneration, schreitet also nicht weiter fort. Bestehende Schäden aber können nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Die richtige Dosis für Katzen

Wenn Sie feststellen, dass Ihr bisheriges Katzenfutter zu wenig davon enthält (die zugesetzte Menge muss auf dem Etikett deklariert sein), dann wechseln Sie das Futter und nehmen künftig eines mit mehr oder Sie ergänzen es eigenständig.

Wenn Sie Ihrer Katze selbst gemachte Menüs servieren und Ihre Katze auch nicht die Möglichkeit zur Selbstversorgung hat (Mäusefang), denken Sie ebenfalls an eine Nahrungsergänzung von – je nach Gewicht/Alter der Katze – zwischen 200 und 500 mg pro Tag, wobei sich die 500 mg auf eine normalgewichtige erwachsene 4-Kilogramm-Katze beziehen. Schwerere Rassen haben natürlich einen höheren Bedarf.

Höhere Dosen von bis zu 1 Prozent der Gesamtfuttermenge (und wahrscheinlich auch darüber) haben keinen negativen Effekt (4). 1 Prozent entspräche 3000 mg bei einer Nahrungsmenge von 300 g.

*Taurin für Katzen erhalten Sie z. B. hier: Taurin für Katzen

Taurin für Hunde

Hunde können im Gegensatz zu Katzen ausreichende Mengen des Stoffes aus Cystein herstellen (5) (genau wie der Mensch).

Einseitige Diäten fördern Taurinmangel

Wenn Hunde aber spezielle Diäten erhalten, z. B. bei Unverträglichkeiten und Allergien einseitig mit Lamm und Reis ernährt werden, kann es zu einem Mangel an Cystein (und Methionin) kommen und dann auch zu einem Taurinmangel.

Gab man in einer Studie den Hunden zu ihrer Lamm-Reis-Diät als Nahrungsergänzung Methionin, stieg die Taurinausscheidung im Urin um mehr als 50 Prozent, was auf einen steigenden Taurinspiegel hinwies.

Darmflorastörung kann Taurinmangel begünstigen

Auch besteht bei einer Darmflorastörung die Möglichkeit, dass manche Darmbakterien die Aminosäure abbauen, so dass sie nicht resorbiert werden kann.

Je grösser bei einer entsprechenden Untersuchung die Belastung mit ungünstigen Darmbakterien war, umso gravierender war auch der Mangel der Hunde (6).

Exotisches Hundefutter kann zu Mangel führen

Immer häufiger wird ausserdem beobachtet, dass Hunde Symptome eines Mangels zeigen, nämlich die bei Katzen bekannte Mangelerkrankung des Herzens (die dilatative Kardiomyopathie),

  1. wenn sie "modernes" Hundefutter erhalten, z. B. Hundefutter mit exotischen Zutaten, wie Känguru, Büffel, Linsen, Kichererbsen oder Rübenschnitzel
  2. wenn sie selbstgemachtes vegetarisches oder veganes Futter erhalten und man dabei nicht an die Aminosäure als Nahrungsergänzung denkt (wie Sie eine gesunde vegane Ernährung für Hunde gestalten, lesen Sie in unserem Artikel Vegane Ernährung für Hunde)
  3. wenn sie getreidefrei ernährt werden

Rübenschnitzel als Ursache für Mangel?

Getreidefreies Hundefutter ist natürlich nicht grundsätzlich schlecht, doch enthält es häufig andere Zutaten, die als Ballaststoff dienen, z. B. Reiskleie oder Rübenschnitzel.

Gerade Rübenschnitzel konnten in einer Studie die Gallenausscheidung über den Stuhl erhöhen und die Proteinverdaulichkeit reduzieren. Da die Aminosäure an Gallensäure gebunden sein kann, kann eine erhöhte Gallensäureausscheidung einen Mangel begünstigen.

Liegt zusätzlich eine reduzierte Proteinverdaulichkeit vor, dann kann der Hund u. U. nicht ausreichend Methionin und Cystein aufnehmen, die beiden Aminosäuren, die zur körpereigenen Bildung nötig sind (7).

Zur Sicherheit die Aminosäure geben!

Wenn Ihr Hund also Diät halten muss, wenn Sie gerne "exotisch" füttern, wenn Sie vegan füttern (und das Futter nicht bereits ausreichend davon enthält) oder wenn Ihr Hund an chronischen Beschwerden leidet, stehen Sie mit einer Nahrungsergänzung auf der sicheren Seite.

Die richtige Dosis für Hunde

Pro 10 kg Körpergewicht: 250 - 500 mg Taurin - immer abhängig vom gesundheitlichen Zustand und der jeweiligen Ernährung.

Für kleine Hunde zwischen 2 und 8 kg Körpergewicht gilt:

2 kg: ca. 50–100 mg

5 kg: ca. 125–250 mg

8 kg ca. 200–400 mg

Selbst eine etwas höhere Dosis wäre unproblematisch (aber meist nicht nötig), da ungenutztes Taurin mit dem Urin ausgeschiedne wird.

*Taurin für Hunde erhalten Sie z. B. hier: Taurin für Hunde

Hinweis:

Sollten Sie Hund UND Katze haben, genügt es, wenn Sie das eine oder andere Produkt im Haus haben. Der Hersteller versicherte uns, dass es sich um ein- und dasselbe Produkt handelt (100 % Taurin) - auch wenn auf dem einen "für Hunde" und auf dem anderen "für Katzen" steht.

Spende

Ihre Spende hilft uns

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden wir uns über einen kleinen Beitrag zu unserer Arbeit sehr freuen! Spenden Sie jetzt mit Paypal.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

Transparenz-Hinweis: Um unser Informationsangebot für Sie kostenfrei zu halten, verwenden wir Affiliate-Links (*). Bei einem Kauf erhalten wir eine kleine Provision - ohne Mehrkosten für Sie. Mehr erfahren

Lesen Sie uns gerne? Legen Sie Zentrum der Gesundheit mit einem Klick als bevorzugte Quelle bei Google fest und erhalten Sie unsere Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen.

War dieser Artikel hilfreich für Sie?

Wir investieren viel Zeit und Sorgfalt in unsere Artikel. Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, freuen wir uns über eine kurze Bewertung bei Trustpilot.

★★★★★
Jetzt bewerten