Das beste Katzenfutter
Die richtige Ernährung Ihrer Katze hängt davon ab, wie Ihre Katze lebt, wie alt sie ist und wie ihr Gesundheitszustand ist. Das bedeutet, dass die von uns in diesem Artikel vorgestellten Katzenfutter zwar zu den besten gehören.
Es kann aber auch sein, dass für Ihre Katze nicht das optimale Futter dabei ist. Wir erklären daher, auf welche Kriterien Sie beim Kauf von Katzenfutter achten sollten, damit Sie sich auch selbst auf die Suche nach einem passenden Futter begeben können.
Unsere Empfehlungen sich übrigens NICHT an irgendwelchen Bewertungen, die man im Netz findet, wie das bei vielen Test-Portalen der Fall ist. Wir selbst haben hingegen sorgfältig nach den wichtigsten Qualitätskriterien jene Katzenfutter ausgewählt, die zu den besten auf dem Markt gehören.
Katzen sind obligate Fleischfresser
Katzen sind von Natur aus obligate Fleischfresser – ein wichtiger Hinweis darauf, wie ihr Futter zusammengesetzt sein muss und was es besser nicht enthalten sollte.
Ein obligater Fleischfresser ist biologisch auf Fleischkost eingestellt. Katzen können daher alle lebensnotwendigen Nährstoffe aus tierischem Gewebe beziehen. Sie brauchen keine Pflanzenkost.
Im Gegenteil: Pflanzliche Nahrung wird lediglich in winzigen Mengen toleriert. Sie kann dann zwar durchaus vorteilhaft sein, z. B. verdauungsfördernd wirken, Haarballenbildung verringern und die Stuhlkonsistenz verbessern. Doch alles, was über „winzige Mengen“ hinausgeht, überlastet das Verdauungssystem der Katze.
Welche Nährstoffe brauchen Katzen?
Zu den lebensnotwendigen Nährstoffen, die Katzen benötigen und die sich nur in Fleisch finden, gehören u. a. Taurin, Vitamin A, Vitamin B12, langkettige Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA), Arachidonsäure und tierisches Protein.
Viele davon müssen vom Futtermittelhersteller dem Futter hinzugefügt werden. Denn bei der Verarbeitung der Rohstoffe nimmt die Nährstoffmenge häufig ab.
Taurin
Taurin ist eine Aminosäure, die in nennenswerten Mengen nur in tierischem Gewebe enthalten ist. Ein Mangel führt zu Blindheit, Herzproblemen und Fruchtbarkeitsstörungen.
Lesen Sie mehr darüber in unserem Artikel Taurin ist auch für Hunde und Katzen wichtig.
Ein Nassfutter sollte optimalerweise 1000 - 1500 mg Taurin pro kg enthalten. Diese Menge gibt den Gesamttauringehalt im Futter an, also sowohl das zugesetzte Taurin als auch das natürliche Taurin im enthaltenen Fleisch.
Die Höhe des natürlichen Tauringehalts im Fleisch hängt von der Tierart und vom Körperteil ab.
Viele Futtermittelhersteller orientieren sich in Sachen Nährstoffe lediglich an den Mindestanforderungen des FEDIAF. Häufig bezieht sich dieses Minimum auf Studien aus den 1990er Jahren oder früher - und ist daher u. U. nicht aktuell.
FEDIAF - das ist der Europäische Verband der Heimtiernahrungsindustrie. Diese Mindestanforderungen sehen für Taurin nur 200 mg pro kg Nassfutter vor. Dies kann, muss aber nicht ausreichen.
Da Katzen Taurinüberschüsse problemlos ausscheiden können, geht man hier besser auf Nummer sicher – vor allem mit Blick auf den natürlichen Tauringehalt der Maus, die als Goldstandard für die optimale Katzennahrung gilt.
Eine ganze Maus enthält ca. 200–400 mg Taurin pro kg Frischmasse. Eine Katze, die täglich mehrere Mäuse frisst, erreicht damit leicht mehrere Hundert mg Taurin pro Tag – deutlich mehr, als der FEDIAF-Mindestwert liefern würde.
Dieser darf eher als „Überlebensminimum“ betrachtet werden.
Vitamine A und B12
Während der menschliche Organismus aus Beta-Carotin Vitamin A herstellen kann, ist das bei Katzen nicht der Fall. Sie brauchen fertiges Retinol aus tierischen Quellen (z. B. Leber).
Vitamin B12 (Cobalamin) ist nur in tierischen Lebensmitteln in nennenswerten Mengen enthalten. Es ist wichtig für das Nervensystem, die Zellteilung und eine gesunde Blutbildung.
Omega-3-Fettsäuren
Die langkettigen Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA sind für verschiedene Körperfunktionen – insbesondere für Gehirn, Augen, Haut und eine gute Entzündungsregulation wichtig.
Die Fettsäuren können vom Menschen und auch von Hunden in kleinen Mengen (aber ebenfalls oft unzureichend) aus der Alpha-Linolensäure (ALA), einer pflanzlichen kurzkettigen Omega-3-Fettsäure, hergestellt werden. Sie ist in besonders hohen Mengen in Leinöl, Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen oder Hanföl enthalten.
Die langkettigen Omega-3-Fettsäuren sind hingegen fast nur in fettem Fisch bzw. Fischöl oder Algenöl enthalten.
Bei Katzen ist die Umwandlung von ALA in EPA und DHA offenbar noch geringer als bei Menschen und Hunden. Ob und wie viel DHA und EPA sie aber brauchen, ist unklar.
Denn selbst Mäuse enthalten kaum langkettige Omega-3-Fettsäuren. Mäusefett besteht insbesondere aus Linolsäure (Omega-6), gefolgt von Ölsäure (Omega-9) sowie gesättigten Fettsäuren.
Bis zu 3 % kann die kurzkettige Omega-3-Fettsäure (Alpha-Linolensäure) enthalten sein, langkettige Omega-3-Fettsäuren hingegen nur in Spuren. Ähnlich verhält es sich bei Eidechsen, Insekten und Vögeln, die ja ebenfalls zum Beutespektrum der Katze gehören.
Exkurs: Vogelschutz-Halsband für Freigänger-Katzen!
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Wie viele Omega-3-Fettsäuren brauchen Katzen?
Zurück zu den Omega-3-Fettsäuren:
Bei der kurzkettigen Omega-3-Fettsäure ALA sind die FEDIAF-Vorgaben eindeutig. Es sollen davon etwa 400 mg pro kg Nassfutter enthalten sein.
Was EPA und DHA angeht, ist der Verband offenbar noch unschlüssig, ob er eine Zugabe im Katzenfutter befürworten soll oder nicht. In seinen Guidelines (Ausgabe 2024) schreibt der Verband (1):
"Obwohl es zunehmend Hinweise auf positive Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren gibt, reichen die derzeitigen Informationen nicht aus, um für erwachsene Katzen eine konkrete Zufuhrmenge an Omega-3-Fettsäuren zu empfehlen."
Für Kitten sowie schwangere und stillende Katzen empfiehlt der FEDIAF dann doch „small amounts of DHA and/or EPA“, um die neurologische Entwicklung, speziell der Netzhaut und des Gehirns, zu unterstützen.
Da Studien aber Vorteile zeigen, wenn das Futter mit EPA/DHA angereichert ist - für Herz, Nieren, Gelenke und Haut, gelten (inoffiziell) Mengen von 500–1000 mg EPA/DHA pro kg Nassfutter als optimal (in der Praxis oft durch Zugabe von Fisch- oder Algenöl).
Arachidonsäure
Auch Arachidonsäure ist eine essenzielle Fettsäure für Katzen (eine Omega-6-Fettsäure). Sie kommt ausschließlich in tierischen Fetten vor (Innereien, Leber, Ei).
Im Gegensatz zu Menschen und Hunden können Katzen die Fettsäure nicht aus der pflanzlichen Linolsäure herstellen. Ihnen fehlt das entsprechende Enzym dazu.
Erwachsene Katzen brauchen 40 mg Arachidonsäure pro kg Nassfutter. Kitten sowie schwangere und stillende Katzen benötigen eher 100 mg pro kg Nassfutter.
Ein fleischreiches Nassfutter liefert diese Mengen grundsätzlich von selbst. Bei pflanzenlastigeren Rezepturen (z. B. Trockenfutter oder veganen Rezepturen) muss der Hersteller die Fettsäure ergänzen.
Tierisches Eiweiß
Katzen haben dauerhaft einen sehr hohen Bedarf an tierischem Protein. - u. a. deshalb, weil sie ihren Energiebedarf natürlicherweise überwiegend über Protein decken.
Zusätzlich baut ihre Leber Aminosäuren auch dann ab, wenn kein akuter Bedarf besteht. Kommt kein Proteinnachschub, kann dies zum Abbau von Muskelmasse führen, weil nun körpereigenes Eiweiß abgebaut wird.
Selbst wenn reichlich Fett, aber zu wenig Protein gefüttert würde, könnte der Katzenstoffwechsel nicht einfach nur Fett verarbeiten. Die Katze würde zwar fett werden, aber gleichzeitig immer mehr Muskelmasse verlieren - bis hin zum Tod durch Organversagen.
Sehr gut wäre z. B. ein Nassfutter mit 14 % Rohprotein und mehr bei einem Rohfettanteil von etwa 5 %, was wirklich sehr selten zu finden ist, aber dem natürlichen Beutetier entsprechen würde.
Was Katzen brauchen
Die Katze benötigt somit eine Nahrung, die in ihrer Zusammensetzung dem gesamten Nährwertprofil eines Beutetiers sehr nahekommt – inklusive Muskelfleisch, Organe und (in geringem Maß) Knochen und Haut.
Das heißt: Für Katzen ideal wäre ein Fleischanteil im Futter von 90-100 %, als Minimum gelten 70 % tierische Bestandteile.
Davon sollte ein großer Anteil Muskelfleisch und hochwertige Organe sein (Herz, Leber) sowie kleinere Mengen Knochen und Knorpel. Ein Beutetier wie die Maus besteht zu 100 % aus tierischer Biomasse – also keine pflanzlichen Zutaten. Das ist die natürliche Referenz. Der Fell- und Krallenanteil der Maus dient als Ballaststoff.
Es gilt ferner: Je höher der Fettanteil, umso höher muss auch der Proteinanteil sein. Denn Fett darf Protein nicht verdrängen! Und der Energiebedarf sollte zu 50-55 Prozent von Protein gedeckt werden können.
Bei 5 % Fett im Nassfutter wären 12 % Protein ideal, meist werden nur 8-10 % erreicht.
Katzen brauchen keine Pflanzenkost
Pflanzliche Anteile spielen im Fertigfutter dennoch eine große Rolle – und zwar für den Geldbeutel der Hersteller. Denn pflanzliche Rohstoffe dienen als kostengünstige Füllstoffe und sind auch technologisch sehr hilfreich:
Sie verbessern z. B. die Textur des Futters, binden Feuchtigkeit und verhindern bei Trockenfutter ein Verklumpen.
Damit die Katze davon nicht sofort krank wird, werden die Pflanzenfasern einfach industriell stark verarbeitet, also verdaulicher gemacht (z. B. pflanzliche Eiweißextrakte). Dennoch nützt dies der Katze natürlich nicht viel, da der Pflanzenkost die entscheidenden Nährstoffe fehlen.
Auch können Pflanzenfasern die Proteinverwertung verschlechtern, die Energieaufnahme mindern, die Darmflora verschieben und die Kotmenge erhöhen, ohne dabei Nährwert zu liefern.
Wie erkennt man die Qualität von Katzenfutter?
Die Qualität eines Katzenfutters können Sie an den folgenden drei Angaben erkennen, die auf dem jeweiligen Futter genannt sein sollten oder in der Produktbeschreibung auf der Website des Herstellers:
- die analytischen Bestandteile
- die Zusammensetzung
- die Zusatzstoffe (hier gibt es zwei Kategorien: die ernährungsphysiologischen und die technologischen Zusatzstoffe)
Die analytischen Bestandteile
Die meisten Futtermittelhersteller orientieren sich bei der Zusammenstellung an den Mindestanforderungen des FEDIAF (Europäischer Verband der Heimtiernahrungsindustrie).
Will man für seine Katze aber das Optimum, sind die Mindestanforderungen natürlich zu wenig. Das Optimum sollte sich an der Zusammensetzung der natürlichen Nahrung (Beutetier) orientieren.
Wir geben die Werte für ein Nassfutter (oder auch ein BARF-Futter) an – und zwar für eine gesunde erwachsene Katze. Für Kitten, Senioren und kranke Katzen können u. U. andere Werte gelten:
Der erste Wert bezieht sich auf die Mindestanforderung laut FEDIAF, der zweite Wert nach dem Schrägstrich wäre das Optimum:
Rohprotein: 8–12 % / 12–19 % (oder mehr)
Rohfett: 2–3 % / 5–10 %
Rohfaser (Ballaststoffe): Max. 0,5–1 % / 0,1–0,5 %
Rohasche (Mineralstoffe): Keine Angabe / 1,5–2,5 %
Feuchtigkeit: 75–80 % / 67–75 %
Zusätzlich sollten Sie bei der Beurteilung des Futters die Angaben der Zusammensetzung und die Zusatzstoffliste prüfen.
Beispiel für ein nicht empfehlenswertes Nassfutter
Schauen wir uns das Landpicknick in Sauce von Kitekat als nicht empfehlenswertes Beispiel an:
Rohprotein: 6,4 %, Rohfett: 4,1 %, Rohfaser: 0,15 %, Rohasche: 1,5 % und Feuchtigkeit: 84,5 %
Was erfährt man in der Zusammensetzung?
Die Zusammensetzung bei Landpicknick sieht zudem entsprechend undurchsichtig aus:
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. Truthahn 4% im Häppchen*), Getreide, Mineralstoffe, pflanzliche Eiweissextrakte, Zucker. *Häppchen machen 40% des Produkts aus.
Was sind "Häppchen" im Nassfutter?
Häppchen sind keine Fleischstücke, sondern hochverarbeitete Produkte. Dazu werden tierische Nebenerzeugnisse wie Innereien (Herz, Leber, Lunge usw.), Schlachtabfälle (z. B. Sehnen, Bindegewebe, Haut), ggf. Fleischreste und auch pflanzliche Bestandteile mit Bindemitteln vermischt und zu einer Art Teig verarbeitet.
Diese Masse wird in Form gebracht, meist durch Extrusion. Dabei wird sie durch Düsen gepresst und dabei in Stückform geschnitten, damit das Ergebnis wie echte Fleischstückchen aussieht.
Diese Herstellungsweise ist kostengünstig, effizient und erlaubt, auch minderwertige Nebenprodukte zu verarbeiten.
Was genau enthalten ist, erfährt man nicht
Beim obigen Futter erfährt man lediglich, dass die „Häppchen“ zu 4 % aus Truthahn bestehen, aber nicht aus welchem Truthahnteil. Auch kennt man die Art des übrigen Fleisches nicht – weder Tierart noch Tierteil werden genannt.
Tierische Nebenerzeugnisse können Lunge, Milz, Därme, Euter, Bindegewebe, Blut, Harnblasen, Haut, Sehnen und Knorpel sowie Fleisch- und Federmehle sein – alles dient als Billigfüllstoff ohne großen Nährwert. Auch hier ist die Tierart nicht bekannt.
Nicht einmal die Art des Getreides wird verraten, von Art und Herkunft der pflanzlichen Eiweißextrakte ganz zu schweigen – ein ideales Futter also für Katzenhalter, die sich nicht wirklich dafür interessieren, was ihre Katze frisst.
Was erfährt man bei den Zusatzstoffen?
Die Zusatzstoffliste gibt einerseits die ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe an, also Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die zugesetzt wurden, z. B.:
Vitamin B1 (31,5 mg/kg), Vitamin D3 (150 IE/kg), Taurin (700 mg/kg), Kupfer [Kupfer(II)-sulfat-Pentahydrat] (0,64 mg/kg) usw.
Andererseits erfährt man, ob und welche technologischen Zusatzstoffe im Futter sind. Im Falle des Kitekat-Futters ist es Cassia-Gum: 1.800 mg/kg.
Was ist Cassia-Gum?
Cassia-Gum ist ein pflanzliches Polysaccharid, das aus den Samen einer indischen Hülsenfrucht gewonnen wird.
Cassia-Gum stabilisiert Saucen. Mit dem Verdickungsmittel wird das Gelee im Nassfutter erzeugt. Man kann dadurch mehr Wasser oder Brühe ins Futter mischen – und dennoch wirkt das Futter fest, so dass Katzenhalter glauben, es sei reichlich Fleisch enthalten.
Was sind Antioxidantien im Katzenfutter?
Andere Futter führen hier noch Antioxidantien und Aromen auf. Antioxidantien klingen sehr gesund (sie verhindern Fettverderb im Futter), doch wenn nicht konkret Vitamin E, Vitamin C o. ä. aufgeführt wird, dann können auch Stoffe, wie BHA und BHT dahinterstecken.
Dabei handelt es sich um synthetische Antioxidantien, die unter Krebsverdacht stehen und auch u. U. die Leber und das Immunsystem belasten können – besonders bei Langzeitgabe, was ja bei einem Alleinfutter meist der Fall ist.
Zu Aromen finden Sie weiter unten unter "Was ist mit Aromen?" nähere Informationen.
Beispiele für ein empfehlenswertes Nassfutter
Das Nassfutter Hühnerfilet mit Lachsvon Purizon ist ein Beispiel für ein hochwertiges Nassfutter. Es ist sehr gut verdaulich, proteinreich und nicht fettlastig. Die meisten Nassfutter liefern nur 8-10 % Protein, was zu wenig ist bzw. nicht artgerecht.
Gleichzeitig ist das Futter energiereich. Letzteres sieht man am ME-Wert.
ME steht für Metabolisierbare Energie und bezeichnet den Anteil der Futterenergie, den die Katze tatsächlich verwerten kann. Viele Futter liegen zwischen 70 und deutlich unter 90 kcal, was für ruhige Wohnungskatzen ausreichend wäre, nicht aber für eine aktive Katze:
Rohprotein: 14.4 %, Rohfett: 5.6 %, Rohfaser: 0.3 %, Rohasche: 2.6 %, Feuchtigkeit: 75.0 % und ME: 114 kcal
Die Zusammensetzung ist transparent und Vitamine und Spurenelemente sowie Taurin (1500 mg/kg) und Lachsöl für Omega-3-Fettsäuren werden hinzugefügt (was man der Liste mit den ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen entnehmen kann):
45 % Hühnerfilet, 28,8 % Brühe, 17 % bestehend aus Hühnermägen, Hühnerleber, Hühnerfett, 5 % Lachs, 2 % Spinat, 1 % Kokos, 1 % Mineralstoffe, 0,2 % Lachsöl.
Hier erhalten Sie ein Mix-Paket von Purizon mit 3 Sorten, das bisher beste Nassfutter, das wir finden konnten. (Derzeit nicht lieferbar, daher fehlt der Link).
Ebenfalls empfehlenswert, aber proteinärmer und fettreicher, ist das getreidefreie Nassfutter von Wildes Land in Bio-Qualität (Huhn und Lachs) .
Beispiel für ein Maus-Futter
Inzwischen gibt es von Luck-Kitty ein Nassfutter, das aus nichts anderem als gewolfter Maus besteht - natürlicher ist nur noch die selbst gefangene Maus.
Rohprotein: 18,8%, Rohfett: 10,3%, Rohfaser: 0,7 %, Rohasche: 3,77% und Feuchtigkeit: 67,6%
Beispiel für ein BARF-Futter
BARF steht für Biologisch Artgerechtes Rohes Futter (früher für „Bones And Raw Food“). Inzwischen gibt es zahlreiche Anbieter, bei denen man BARF-Menüs als Tiefkühlkost bestellen kann – alles bereits gewolft und fix und fertig gemischt.
Ein BARF-Menü (Geflügel) von barfers-wellfood.de sieht z. B. so aus:
Rohprotein: 17,5 %, Rohfett: 14,5 %, Rohfaser: 0,3 %, Rohasche: 1,9 %, Feuchtigkeit: 66,9 %, Calcium: 0,2 % und Phosphor: 0,2 %
Die Zusammensetzung ist vollkommen transparent:
40 % Truthahnfleisch, 20 % Hühnerfleisch, 18 % Putenherzen, 9 % Hühnerhälse (Calciumquelle), 5 % Putenleber, 4 % Hühnermagen, 1,8 % Bierhefe (B-Vitamine), 1,3 % Weizenkeimöl (Vitamin E), 0,3 % Algenkalk (Calciumquelle), 0,2 % Grünlippmuschelfleischmehl, 0,2 % Lachsöl (Omega-3-Quelle), 0,1 % Dorschlebertran und 0,1% Seealgenmehl (Jodquelle).
Truthahn und Putenherzen sind besonders taurinreich, während Innereien und Dorschlebertran die Vitamine A und D liefern.
Naturnahe BARF-Menüs wie dieses bieten eine natürliche Ernährung mit hochwertigen, frischen Zutaten. Anders als viele Industriefutter enthalten sie weder Zucker noch Füllstoffe, sondern orientieren sich an der Zusammensetzung natürlicher Beutetiere.
Der Nachteil: BARF-Menüs sind - wie auch das obige - oft sehr fettlastig und eignen sich daher u. U. nicht als Dauernahrung. Wechseln Sie daher immer mal wieder mit einem mageren Futter ab.
Die Nährstoffgehalte (Taurin, Fettsäuren, Vitamine etc.) schwanken außerdem je nach Charge, da keine isolierten Zusätze verwendet werden.
Wer auf exakte Versorgung angewiesen ist (z. B. bei Jungtieren, Senioren oder kranken Katzen), müsste je nach Bedarf der Katze das Futter u. U. mit einer Nahrungsergänzung anreichern (z. B. bei Kitten mit Mineralstoffen). Hier würden wir aber nochmals mit dem Hersteller Rücksprache halten.
Wenn Sie für Ihre Katze kochen
Für manche Katzen ist es sinnvoller, das Futter selbst zusammenzustellen und das Fleisch zu kochen (mit Kochwasser füttern), z. B. für Senioren, für Katzen mit Nieren- oder Darmerkrankungen, für Katzen, die häufig an Infekten leiden oder auch bei Zahnproblemen.
Durch das Kochen werden Keime zuverlässig reduziert, so dass ein geringeres Risiko für Infekte besteht, wenn die Katze ohnehin etwas angeschlagen oder betagt ist. Das Futter ist besser verdaulich sowie magen- und darmfreundlicher.
Der Verlust an Taurin und hitzeempfindlichen Vitaminen kann mit einer Nahrungsergänzung ausgeglichen werden.
* Hier erhalten Sie ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel für Ihre Katze, das alle Vitalstoffe abdeckt, die nötig sind, wenn Sie Muskelfleisch füttern (und keine Knochen) - ob roh oder gekocht.
Wenn gekocht, ist allenfalls noch etwas mehr Taurin nötig, da dieses hitzeempfindlich ist. Auch ein Omega-3-Öl sollte noch ins Futter gegeben werden, z. B. ein Lachsöl.
* Taurin für Katzen erhalten Sie z. B. hier: Taurin für Katzen.
* Hier erhalten Sie ein Omega-3-Öl für Ihre Katze.
Wie Sie die Kohlenhydrate im Futter berechnen
Vielleicht fiel Ihnen auf, dass oben bei den analytischen Bestandteilen die Kohlenhydrate fehlen. Diese werden im Allgemeinen nicht deklariert. Aber Sie können diese anhand der übrigen Werte ausrechnen.
Man nennt den Wert NfE. Dies steht für Nitrogen-free Extract - ein Begriff aus der Lebensmittelanalytik. Damit sind ganz einfach die verdaulichen Kohlenhydrate, also Stärke und Zucker gemeint. Ballaststoffe gehören nicht dazu, da diese ja als Rohfaser angegeben werden.
Der NfE-Wert sollte offiziell unter 5 % liegen, empfehlenswert aus Sicht der Katze sind jedoch Werte zwischen 0 und 2 %, denn Kohlenhydrate (Pflanzen) sind für Katzen nicht essenziell.
Katzen versuchen sogar instinktiv, ihre Kohlenhydratzufuhr zu begrenzen - siehe unten unter "Wenn Katzen die Wahl hätten". Wenn also auf einem Futter "mit Gemüse" steht, ist das nichts als Marketing, weil der Katzenhalter glaubt, es sei gesund.
Die Kohlenhydrate rechnen Sie nun einfach aus, indem Sie von 100 (das Futter insgesamt) alle bekannten Werte der fünf anderen Bestandteile abziehen, also die Werte für Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Rohfaser und Feuchtigkeit.
Beim allerersten Futter oben ist das Ergebnis 3,35 % - und somit ein zu hoher Wert. Dazu kommt, dass die Qualität der Kohlenhydrate nicht ideal ist. Denn es ist ja nicht etwa ein bisschen Gemüse. Stattdessen sind es Getreide und Zucker.
Warum ist Zucker im Katzenfutter?
Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist jeder zugesetzte Zucker im Katzenfutter überflüssig und unnatürlich. Denn der Stoffwechsel einer Katze ist nicht auf Zuckerverwertung ausgelegt. Ja, Katzen haben nicht einmal einen Geschmackssinn für süß.
Zucker kann die Darmflora beeinträchtigen und Zahnprobleme fördern
Warum wird Zucker dann trotzdem zugesetzt? Rein aus technologischen und optischen Gründen. Denn Zucker sorgt für Bräunung, Röstaromen und glänzende Häppchen. Dies gefällt besonders den HalterInnen.
Was bedeutet Rohasche?
Der Rohasche-Wert weist auf den Mineralstoffgehalt im Futter hin. Gemessen wird er folgendermaßen: Das Futter wird im Labor verbrannt. Alles, was nicht verbrennt, sind überwiegend Mineralien.
Ein gewisses Maß an Mineralien ist natürlich wichtig (Calcium, Phosphor, Magnesium, Zink, etc.). Ein hoher Rohasche-Wert (über 2,5 %) kann aber auch auf zu viel minderwertige Mineralien oder unnatürliche Zusätze hindeuten (z. B. Knochenmehl, billige Füllstoffe, anorganische Salze). Diese können die Nieren belasten.
Optimal ist ein Wert zwischen 0,5 und 2,5 %. Dies deutet auf eine gezielte, bedarfsgerechte Mineralienzufuhr hin.
Im natürlichen Beutetier können hingegen Werte von bis zu 5 % noch in Ordnung sein - aufgrund des Knochenanteils, der hochwertige und natürliche Mineralstoffe liefert.
Das richtige Calcium-Phosphor-Verhältnis
Das Calcium-Phosphor-Verhältnis (Ca:P) ist ein entscheidender Indikator bei Katzenfutter, vor allem zur Beurteilung der Mineralstoffbalance – und damit der Langzeitverträglichkeit für Nieren, Knochen und Harnwege.
Ein optimales Ca:P-Verhältnis sollte etwa bei 1,1 : 1 bis 1,5 : 1 liegen. Das bedeutet, etwas mehr Calcium als Phosphor.
Laut FEDIAF ist alles zulässig, was zwischen 1 : 1 bis 2 : 1 liegt.
Als Verbraucher erkennt man das Verhältnis nur, wenn der Hersteller angibt, wie viel Calcium und Phosphor enthalten ist, z. B. Calcium 0,3 % und Phosphor 0,25 %.
Wenn nicht zufällig auch das Verhältnis angegeben ist, können Sie es leicht berechnen, indem Sie den Calciumwert durch den Phosphorwert teilen. Das Ergebnis wäre bei unserem Beispiel (Ca 0,3 und P 0,25 %) also ein optimaler Wert von 1,2 : 1 (0,3 geteilt durch 0,25).
Wenn keine Angabe vorhanden ist, zögern Sie nicht und fragen beim Hersteller nach.
Ist der Phosphorgehalt gleich hoch oder höher als der Calciumwert (1 : 1 oder 1 : 1,1 oder schlechter), dann könnte dies auf Dauer die Knochen schwächen und die Nieren belasten.
Ist der Calciumgehalt zu hoch (2 : 1 oder höher), dann kommt es zu einem Calciumüberschuss, der die Aufnahme anderer Mineralstoffe behindert (Eisen, Zink u. a.).
Was ist mit Aromen?
Auf etlichen Futterpackungen liest man „Ohne künstliche Aromen“. Das klingt super. Auf der Liste der Zusammensetzung oder bei den Zusatzstoffen sieht man dann aber plötzlich den Begriff „Aroma“.
Das heißt, es sind zwar keine künstlich hergestellten Aromen enthalten, aber natürliche Aromastoffe durchaus.
Was sind natürliche Aromen?
Natürliche Aromen sind definitionsgemäß Aromastoffe, die aus pflanzlichen oder tierischen Rohstoffen stammen und mittels physikalischer, enzymatischer oder mikrobiologischer Verfahren gewonnen werden.
Der Rohstoff ist also natürlich, die Art der Verarbeitung weniger.
Natürliche Aromen können z. B. die folgenden sein: Geflügelleberextrakt, Hühnerbrühekonzentrat, Hefearoma oder Fleischhydrolysate – und damit Stoffe, die in natürlichem Fleisch oder einer Maus keinesfalls enthalten sind.
Warum werden Aromen ins Futter gemischt?
Natürliche Aromen werden von den Futterherstellern aus verschiedenen Gründen eingesetzt:
Sie sind extrem geschmacksintensiv und werden insbesondere in Billigfutter verwendet. Dort sollen sie minderwertige Rohstoffe kaschieren und das Futter für die Katze besonders attraktiv machen – am besten so attraktiv, dass sie kein Konkurrenzprodukt mehr anrührt.
Aromen können außerdem das Fressverhalten verändern und dazu führen, dass die Katze zu viel frisst und schließlich übergewichtig wird.
Manche Aromen (z. B. Hydrolysate) können bei empfindlichen Tieren Unverträglichkeiten oder sogar allergische Reaktionen auslösen.
Lebensmittelrechtlich sind natürliche Aromen für die Tierernährung zugelassen und gelten selbstverständlich als völlig unbedenklich. Denn sie machen nicht DIREKT krank (von Allergien abgesehen). Die o. g. Nachteile und indirekten möglichen Folgen werden dabei ausgeblendet.
In einem hochwertigen Futter sind keine Aromen nötig, auch keine „natürlichen“ – denn Qualität schmeckt auch so!
Alleinfutter oder Ergänzungsfutter
Achten Sie darauf, dass Sie ein Futter aussuchen, das als Alleinfutter ausgelobt wird. Alleinfuttermittel sind so formuliert, dass sie alle Nährstoffe bedarfsgerecht enthalten – Ergänzungsfuttermittel tun das nicht.
Von Almo Nature beispielsweise gibt es * kleine Dosen mit „Hühnerfilet“. Das Futter enthält nichts weiter als Hühnerfilet (75%), Hühnerbrühe (24%) und Reis (1%).
Alles sehr transparent und clean, keine Zusätze, kein Zucker, nur ein geringer Pflanzenanteil, noch dazu aus Rohstoffen, die aus der Lebensmittelproduktion für Menschen stammen (HFC = Human Food Chain).
Beim Blick auf die analytischen Bestandteile erkennen Sie jedoch, dass der Fettgehalt zu gering ist (essenzielle Fettsäuren fehlen) und auch die Mineralstoffe (Rohasche) nicht ausreichen. Das Ca:P-Verhältnis ist nicht ausgewogen, da Hühnerfilet mehr Phosphor als Calcium enthält – und keine Calciumquelle enthalten ist.
Bei reinem Hühnerfilet wird zudem zu wenig Taurin enthalten sein, von den übrigen lebensnotwendigen Vitalstoffen ganz zu schweigen.
Dies liegt daran, dass das Futter ein Ergänzungsfutter ist. Man gibt es gelegentlich als Extra, als kleine Belohnung, als Festtagshäppchen.
Allerdings findet man keinen eindeutigen Hinweis auf diese Tatsache – weder auf dem Etikett noch in der Produktbeschreibung.
Es heißt lediglich, man könne das Futter gut mit Trockenfutter kombinieren, aber nicht, dass man es zwingend mit einem anderen Futter (einem Alleinfutter) kombinieren MUSS. Zur dauerhaften ausschließlichen Fütterung aber ist es keinesfalls geeignet.
Warum Trockenfutter keine gute Wahl ist
Trockenfutter gilt für viele Halter als praktisch: Es ist lange haltbar, einfach zu dosieren und sauber in der Handhabung. Doch für die Katze selbst kann Trockenfutter erhebliche Nachteile mit sich bringen:
Flüssigkeitsmangel vorprogrammiert
Katzen stammen von Wüstenbewohnern ab und haben ein nur schwach ausgeprägtes Durstempfinden. In freier Wildbahn nehmen sie den Großteil ihres Wasserbedarfs über ihre Beute auf. Sie suchen selten konkrete Wasserquellen auf.
Hochwertiges Nassfutter enthält durchschnittlich 75 % Feuchtigkeit und entspricht in etwa dem Wassergehalt einer Maus.
Trockenfutter hingegen enthält oft weniger als 10 % Wasser. Die Katze müsste zur Kompensation sehr viel trinken – was in der Realität selten geschieht. Die Folge ist ein chronischer Flüssigkeitsmangel, der langfristig Nierenprobleme, Blasenentzündungen und Harnsteine begünstigt.
Ungünstige Nährstoffzusammensetzung
Viele Trockenfutter enthalten einen hohen Anteil an Kohlenhydraten – etwa in Form von Getreide, Mais, Reis oder Kartoffeln. Katzen sind jedoch obligate Fleischfresser. Sie haben nur eine begrenzte Fähigkeit, Kohlenhydrate zu verstoffwechseln.
Damit dies überhaupt gelingt, sind die enthaltenen pflanzlichen Zutaten oft sehr stark industriell verarbeitet.
Ein hoher Kohlenhydratanteil belastet den Stoffwechsel und kann auf Dauer Übergewicht und Diabetes mellitus fördern.
Geringere Nährstoffverfügbarkeit
Die industrielle Verarbeitung (meist Extrusion bei hoher Hitze und Druck) kann wertvolle Aminosäuren und Vitamine zerstören.
Zwar werden diese anschließend künstlich wieder zugesetzt – dennoch ist die biologische Verfügbarkeit oft geringer als bei hochwertigem Nassfutter, das schonender verarbeitet wird und einen höheren Fleischanteil aufweist.
Kein Vorteil für die Zähne
Auch für die Zähne hat Trockenfutter keinen Vorteil. Die meisten Kroketten zerbröseln beim ersten Biss und haben keinen reinigenden Effekt.
Nassfutter fördert hingegen durch den höheren Feuchtigkeitsanteil sogar den Speichelfluss, was die Mundflora stabilisiert und sich somit viel besser auf die Zahngesundheit auswirkt.
Zu viele Kalorien
Trockenfutter kann reichlich Kalorien enthalten. Besonders bei Wohnungskatzen mit wenig Bewegung kann dies zu ungewollter Gewichtszunahme führen – ein Risikofaktor für viele Folgeerkrankungen.
Fazit: Trockenfutter nur als Leckerli geben
Trockenfutter kann allenfalls als gelegentliche Ergänzung oder Leckerli dienen – niemals als alleinige Grundlage der Ernährung – zumal manche Sorten auch noch Ammoniumchlorid enthalten (siehe weiter unten).
* Ein hochwertiges Trockenfutter (getreidefrei, zuckerfrei, ohne Zusätze, leicht verdaulich) ist z. B. Prima Cat – aber nicht als Dauernahrung, sondern (wenn überhaupt) nur für ab und zu.
Trockenfutter – alles nur nicht artgerecht
Hier ein Beispiel für ein typisches NICHT empfehlenswertes Trockenfutter ( Brekkies Complete):
Getreide (10% Weizen, 4% Mais), Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (4% dehydrierte Hühnerproteine), pflanzliche Proteinextrakte, Gemüse (2% dehydrierte Erbsen entsprechend 7,7% frischen Erbsen, 0,05% dehydrierte Karotten entspricht 0,4% frischer Karotten), Öle und Fette (Quelle essentieller Fettsäuren), pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralien.
Diese Art der Deklaration ist bewusst sehr vage gehalten:
Immerhin weiß man, dass 14 % der Gesamtmenge des Futters aus Weizen und Mais besteht. Wie viel Fleisch enthalten ist, weiß man hingegen nicht – lediglich, dass 4 % dehydrierte Hühnerproteine dabei sind. Der Rest kann alles Mögliche sein, wie schon oben beim nicht empfehlenswerten Nassfutter erklärt.
Pflanzliche Nebenerzeugnisse können für Zellulose stehen, für Rübenschnitzel, Schalen, Spreu, Stängel oder Getreidekleie. Es handelt sich dabei also nicht um hochwertige Pflanzenbestandteile, sondern meist um Abfallprodukte aus der Lebensmittel- oder Futtermittelindustrie.
Und auch wenn Erbsen und Karotten sehr gesund und frisch klingen, die Katze braucht weder das eine noch das andere.
Wir haben hier also ein typisches Beispiel für ein billig zusammengestelltes Industriefutter, das zwar die FEDIAF-Mindestanforderungen erfüllen mag – aber ernährungsphysiologisch für Katzen suboptimal ist.
Was hat Ammoniumchlorid im Katzenfutter verloren?
Ammoniumchlorid ist – ähnlich wie Aromen – insbesondere in minderwertigem Katzenfutter enthalten, und zwar vorwiegend im Trockenfutter. Es ist ein Ansäuerungsmittel des Urins, soll also den pH-Wert des Urins senken und so die Bildung von Struvitsteinen (Harnsteinen) verhindern.
Nachvollziehbar wäre noch, wenn Ammoniumchlorid in speziellem Diätfutter für Katzen enthalten ist, die bereits Nieren- und Harnwegsprobleme haben. Doch findet sich der Stoff auch in ganz normalem Futter (z. B. Brekkies). Warum?
Das Futter ist schlicht so ungünstig zusammengesetzt, dass die Katze ohne Ammoniumchlorid allein durch das Futter ein deutlich erhöhtes Risiko für Harnsteine hätte.
Das liegt wieder an den Mindestanforderungen des FEDIAF. Hersteller bauen ihre Futtermittel so zusammen, dass sie diesem Minimum genügen.
Da dies aber häufig mit minderwertigen Zutaten bewerkstelligt wird, kann dabei ein Ungleichgewicht bei den Mineralstoffen entstehen, insbesondere bei Magnesium, Phosphor und Calcium. Auch das Calcium-Phosphor-Verhältnis kann daraufhin ungünstig sein.
All das kann den pH-Wert im Urin erhöhen und Struvitsteine begünstigen. Statt sich um hochwertige Zutaten und ein ausgewogenes Mineralstoffverhältnis zu kümmern, gibt man einfach Ammoniumchlorid ins Futter – und schon ist das Problem gelöst (aus Sicht des Herstellers).
Langfristig kann dies aber zu einer Übersäuerung führen. Dies wiederum erhöht das Risiko für Calciumoxalatsteine. Denn nicht alle Steine brauchen basisches Milieu. Calciumoxalatsteine entstehen auch im sauren Milieu und können überdies auch nicht aufgelöst werden. Sie müssen dann nicht selten operativ entfernt werden.
Gesunde Katzen können all die Futtermanipulationen der Hersteller sicher eine Zeitlang wegstecken. Wenn eine Katze aber anfällig für Nierenprobleme ist, dann wird sie durch ein Futter dieser Art deutlich belastet und unnötigen Risiken ausgesetzt.
Wenn Katzen die Wahl hätten
Da Protein ein so wichtiger Nährstoff für Katzen ist, verfügen Sie trotz Aromen und anderer Lockmittel der Futtermittelindustrie über eine instinktive Nährstoffregulation. Diese kann natürlich nur zum Zug kommen, wenn die Katze sich ihr Futter selbst auswählen darf.
In einer Studie von 2017 wollte man herausfinden, ob Katzen – auch wenn sie obligate Carnivoren sind – trotzdem freiwillig die üblichen im Handel erhältlichen kohlenhydratreichen Katzenfutter fressen würden oder ob sie gezielt eine proteinreichere Nahrung bevorzugen.
39 Katzen durften aus verschiedenen Futterzusammenstellungen wählen. Die angebotenen Nassfutterarten hatten unterschiedliche Eiweiß- und Kohlenhydratgehalte, aber immer den gleichen Fettgehalt (36 % der Energie).
Die Kombinationen reichten von einem proteinarmen und gleichzeitig kohlenhydratreichen Futter (Futter 1) bis hin zu einem proteinreichen und gleichzeitig kohlenhydratarmen Futter (Futter 2).
Bei Futter 1 stammten 24 % der aufgenommenen Energie aus Protein und 43 % aus Kohlenhydraten. Bei Futter 2 stammten 53 % aus Protein und nur 11 % aus Kohlenhydraten. (Es gab noch zwei weitere Futter, die von der Zusammensetzung her zwischen den beiden genannten lagen).
Die Katzen bevorzugten immer das eiweißreichere Futter und mieden kohlenhydratreiche Kost (2).
Wenn sie nur kohlenhydratreiche Kost angeboten bekamen, gingen sie nie über eine bestimmte Kohlenhydratobergrenze hinaus, selbst wenn das zur Folge hatte, dass sie insgesamt weniger Kalorien aufnahmen. Je mehr Kohlenhydrate also ein Futter enthielt, umso mehr schränkten sich die Katzen selbst ein und fraßen weniger.
Bei relativ freier Wahl steuerten sie ihre Ernährung so, dass sie insgesamt ca. 53 % ihrer Energie aus Protein, 36 % aus Fett und nur 11 % aus Kohlenhydraten bezogen. Sie nahmen etwa 6 g Protein pro kg Körpergewicht zu sich.
Selbst wenn man die kohlenhydratreichen Sorten besonders schmackhaft machte (z. B. mit Aromastoffen), änderte das nichts am grundsätzlichen Verhalten: Die Katzen verweigerten zu viele Kohlenhydrate auch dann, wenn diese bedeutete, dass sie weniger Protein erhielten.
Katzen brauchen also insbesondere Protein, mäßig Fett und möglichst wenige Kohlenhydrate. Kohlenhydratreiche Katzenfutter sind unnatürlich und würden von der Katze – hätte sie die Wahl – nie gekauft werden.
Warum Katzen keine Ernährungsumstellung mögen
Wenn Sie nun also ein hochwertiges Futter gefunden und gekauft haben, kann es sein, dass Ihre Katze davon ganz und gar nicht begeistert ist. Das hat mindestens zwei Gründe:
Katzen sind neophobische Esser
Katzen können extrem futtergeprägt sein – auf Geruch, Geschmack, Textur und sogar auf die Verpackung! Sie gelten als neophobische Esser, was bedeutet, dass sie gegenüber neuen Nahrungsmitteln oft misstrauisch oder sogar ablehnend eingestellt sind – selbst wenn das neue Futter objektiv hochwertiger ist als das bisherige.
Schon im Kittenalter lernen die jungen Kätzchen von ihrer Mutter (oder eben vom Halter), welche Nahrung „sicher“ ist. Alles, was nach dieser Prägephase (3. bis 8. Lebenswoche) neu oder fremd ist, kann instinktiv als „möglicherweise giftig“ gewertet und daher abgelehnt werden.
Es handelt sich also im Grunde um einen natürlichen Schutz- und Überlebensmechanismus, der aber bei einer geplanten Futteroptimierung eher ein Hindernis darstellt.
Aromen im bisherigen Futter
Manche Fertigfutterhersteller manipulieren die Tiere aber auch. Denn Katzen reagieren stark auf Aromen. Also werden manche Futter angereichert, mit Aromen, Zucker (der zu Röstaromen führt) oder Fettbeschichtungen.
All das wirkt für Katzen sehr verführerisch, auch wenn das Essen nicht gesund ist – so ähnlich wie Fast Food für uns Menschen.
Seien Sie daher nicht enttäuscht, wenn Sie Ihrer Katze nun eines der besten Katzenfutter servieren – und sie es nicht anrührt. Abgesehen von ihrer Futterneophobie kann es sein, dass sie es aufgrund fehlender Aromatisierung einfach als langweilig und geschmacklos empfindet.
Katzen, die von klein auf, ein bestimmtes Trocken- oder Nassfutter gewöhnt sind, nehmen oft nicht einmal das für sie natürliche Futter an – weder rohes Fleisch noch Mäuse. Ja, reine Wohnungskatzen erkennen Mäuse häufig gar nicht erst als Nahrung.
Wenn also in der Futterwerbung Katzenhaltern mal wieder damit geschmeichelt wird, was Sie doch für „anspruchsvolle“ Katzen haben, echte Feinschmecker, Katzen, die wissen, was sie wollen und was schmeckt, dann wissen Sie jetzt:
Alles nur Marketing. Denn in Wirklichkeit sind es Katzen, die von der Futtermittelindustrie ihr Leben lang manipuliert und süchtig gemacht wurden – und letztendlich keine Ahnung mehr davon haben, wie gesundes Essen schmecken sollte.
Wie Sie das Futter umstellen
Wenn sich Ihre Katze nun beim Anblick des neuen und gesünderen Futters im Napf enttäuscht oder auch beleidigt abwendet, gehen Sie folgendermaßen vor:
Neues Futter langsam einschleichen
Über einen Zeitraum von bis zu 14 Tagen oder auch noch länger – je nach Katze – fügen Sie alle paar Tage etwas mehr vom neuen Futter zum bekannten Futter hinzu, z. B. so:
Tag 1–3: 90 % altes Futter, 10 % neues
Tag 4–6: 75 % alt, 25 % neu
Tag 7–10: 50 % alt, 50 % neu
Tag 11–14: 25 % alt, 75 % neu
Ab Tag 15: 100 % neues Futter
Je neophober Ihre Katze eingestellt ist, desto langsamer sollte die Ernährungsumstellung erfolgen.
Futter leicht anwärmen
Sie könnten das neue Futter auch leicht anwärmen (z. B. im Wasserbad auf Körpertemperatur). Dies verstärkt den natürlichen Geruch und könnte zu einer höheren Akzeptanz beitragen.
Fleischbrühe ins Futter geben
Oder Sie geben 2 Löffel Fleischbrühe hinzu (völlig ungewürzt und wirklich nur aus magerem Fleisch und Wasser, also ohne Zwiebeln, Salz o. ä.). Wenn Ihre Katze zu Übergewicht neigt oder generell wenig Bewegung hat, dann das Fett vorher abschöpfen.
Katze NICHT hungern/fasten lassen!
Manchem Katzenhalter mag der Gedanke kommen, einfach zu warten, bis die Katze hungrig genug ist. Denn dann wird sie sicher auch das ungewohnte Futter fressen. Gerade Hauskatzen sollten jedoch keinesfalls hungern oder fasten.
Dies kann zur sog. hepatischen Lipidose führen, einer lebensbedrohlichen Leberproblematik. Dabei geschieht das Folgende:
Wenn Ihre Katze nichts mehr frisst, dann werden Fettreserven mobilisiert und zur Leber transportiert. Denn die Leber verarbeitet die Fettsäuren entweder direkt zu Energie (Ketokörper) oder gibt das Fett in Form von Triglyceriden ans Blut ab, damit es andere Organe mit Energie versorgen kann.
Bei Katzen ist es nun so, dass ihre Leber Fett nur begrenzt verarbeiten kann, vor allem wenn Aminosäuren fehlen (Protein). Diese sind nötig, um Transportmoleküle herzustellen, die die Triglyceride aus der Leber exportieren.
Also bleibt das Fett in der Leber und lagert sich dort ab. Die Leber verfettet (hepatische Lipidose) und kann ihre tatsächlichen Aufgaben nicht mehr wahrnehmen. Ein Organversagen droht. Dies kann innerhalb weniger Tage passieren und muss daher unbedingt vermieden werden.
Fazit: Nur bestes Katzenfutter kaufen
Der Futtermittelmarkt bietet derart viele minderwertige Futtermittel, dass es nicht einfach ist, ein wirklich gutes Katzenfutter zu finden. Mit unseren obigen Informationen wird Ihnen dies aber nun hoffentlich gelingen. Und Sie werden Ihrer Katze in Kürze das beste Katzenfutter servieren - ob selbst zubereitet oder gekauft - das sie je gefressen hat!