Senf: Geschichte, Herkunft und Herstellung
Senf gehört zu den weltweit beliebtesten scharfen und würzigen Gewürzen. Ob als Salatdressing, Topping für Hotdogs, Brotaufstrich oder Zutat in Marinaden und Saucen – Senf verfeinert eine Vielzahl von Gerichten und verleiht ihnen die charakteristische Schärfe und Tiefe.
Die Geschichte des Senfs reicht weit zurück. Die Bezeichnung "Senf" leitet sich vom lateinischen "mustum ardens" ab, was so viel wie "brennender Most" bedeutet.
Bereits der römische Schriftsteller Plinius der Ältere erwähnte Senf im Jahr 77 n. Chr. Als echtes Massengewürz etablierte er sich jedoch erst im 17. Jahrhundert, als der Tower of London Senf als beliebtes Würzmittel servierte.Ursprünglich wurde Senf einfach aus gemahlenen Senfsamen, Weißweinessig und Wasser hergestellt.
Im Jahr 1777 perfektionierte der französische Konditor Nicolas Appert das Rezept, indem er Essig mit Traubenmost (Zuckersirup) kombinierte.
Diese Variante ist bis heute Grundlage vieler Senfsorten.Der gelbe Senf, wie er heute vor allem aus Amerika und Deutschland bekannt ist, wurde 1813 von Jeremiah Colman entwickelt.
Er entdeckte, dass brauner Senfsamen durch die Zugabe von Natriumbisulfit (heute meist Salzsäure) eine intensiv gelbe Farbe und eine besonders scharfe Note erhält.
Er legte damit den Grundstein für den milden bis mittelscharfen Tafelsenf, der heute in fast jedem Haushalt zu finden ist.