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Multivitaminpräparat verlangsamt Alterung

Kann ein tägliches Multivitaminpräparat den Alterungsprozess beeinflussen? Zwei Analysen aus einer großen US-Langzeitstudie legen nahe, dass die Vitamine nicht nur das Gedächtnis bei Älteren bessern können, sondern auch bestimmte Langlebigkeits-Marker günstig beeinflussen.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 30 März 2026
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Multivitamine im Fokus der Altersforschung

Seit Jahrzehnten wird diskutiert, ob Multivitaminpräparate nun einen Nutzen haben (auch wenn kein augenscheinlicher Mangel vorliegt) oder nicht. Während manche Studien oft keine klaren Vorteile zeigten, hatten in den vergangenen Jahren mehrere große randomisierte Studien positive Ergebnisse erbracht.

Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt die COSMOS-Studie (COcoa Supplement and Multivitamin Outcomes Study), eine groß angelegte klinische Untersuchung mit mehreren tausend älteren Erwachsenen in den USA zum Thema Alterung.

Die Teilnehmer der Studie erhielten über mehrere Jahre täglich entweder ein Multivitaminpräparat, einen Kakaoextrakt, beides oder ein Placebo.

Das eingesetzte Multivitaminpräparat war Centrum Silver, das eine Kombination aus zahlreichen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen enthält.

In den letzten Jahren wurden aus dieser Studie mehrere Analysen veröffentlicht, die verschiedene Aspekte des Alterungsprozesses untersuchten. Zwei davon sind besonders interessant: eine Untersuchung zu den kognitiven Funktionen (2023) und eine neuere Analyse zu sogenannten epigenetischen Alterungsmarkern (2026) (heute positiver auch als Langlebigkeits-Marker bezeichnet).

Besseres Gedächtnis dank Multivitaminpräparat

In einer der ersten Analysen aus der COSMOS-Studie untersuchte man, ob das Multivitaminpräparat die Alterung in Bezug auf die geistige Leistungsfähigkeit älterer Menschen beeinflussen kann (1). Tausende Teilnehmer absolvierten dazu über mehrere Jahre hinweg standardisierte kognitive Tests, die unter anderem die Denkgeschwindigkeit, aber auch das Gedächtnis überprüften.

Jene Personen, die täglich das Präparat einnahmen, erzielten im Durchschnitt bessere Ergebnisse in den Gedächtnistests als die Teilnehmer aus der Placebogruppe. Besonders auffällig war der Effekt beim sogenannten episodischen Gedächtnis, einem Teil des Langzeitgedächtnisses, das sich an bestimmte Ereignisse oder Informationen erinnert.

Die Multivitamin-Gruppe zeigte eine Gedächtnisleistung, die etwa einer Verzögerung der altersbedingten Verschlechterung um ein bis zwei Jahre entsprechen könnte.

Multivitamine verzögern Alterung

Noch mehr Aufmerksamkeit erhielt die im März 2026 veröffentlichte Analyse, die sich mit einem anderen Aspekt des Alterns beschäftigte: der sogenannten epigenetischen Alterung (2).

Dabei geht es um Veränderungen der DNA-Methylierung. An bestimmten Stellen der DNA (unserer Erbsubstanz) können Methylgruppen (CH₃) angeheftet werden. Diese beeinflussen, wie aktiv einzelne Gene sind.

Im Laufe des Lebens und der natürlichen Alterung verändert sich das Muster dieser Methylierungen: An manchen Stellen nimmt es zu, an anderen ab. Aus solchen Veränderungen lässt sich das biologische Alter eines Menschen abschätzen.

Teilnehmer, die über zwei Jahre täglich das Multivitaminpräparat einnahmen, zeigten eine langsamere Veränderung dieser DNA-Methylierungsmuster als die Placebogruppe. Aus den Messungen ergab sich, dass ihr biologisches Alter im Durchschnitt um einige Monate jünger war.

Die Forscher betonen allerdings, dass Veränderungen der DNA-Methylierung zwar als vielversprechende Hinweise auf Alterungsprozesse im Körper gelten. Doch wären harte klinische Endpunkte wie Lebenserwartung oder Krankheitsrisiken letztendlich natürlich die besseren Marker (wurden aber noch nicht überprüft).

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Welches Präparat wurde in der Studie verwendet?

Das in der Studie eingesetzte Multivitaminpräparat Centrum Silver heißt auf dem deutschsprachigen Markt * Centrum Adult 50 plus.

(Die Zusammensetzung unterscheidet sich leicht, z. B. sind die beiden Pflanzenstoffe Lycopin und Lutein nicht enthalten, was aber nicht entscheidend sein wird, wie weiter unten in diesem Abschnitt erklärt wird).

Allerdings enthält das Produkt zahlreiche überflüssige und auch umstrittene Hilfsstoffe (z. B. Titandioxid und Farbstoffe). Die positiven Ergebnisse weisen zwar darauf hin, dass die Vorteile überwiegen, anhand der Inhaltsstoffliste könnten Sie sich aber auch ein Alternativpräparat aussuchen oder auch 3 oder 4 Präparate kombinieren.

Ein ähnliches Produkt ist z. B. * dieses Multivitaminpräparat mit deutlich weniger Zusatzstoffen.

Vitamin D sollte ohnehin separat und in der individuell benötigten Dosis eingenommen werden (* z. B. diese Tropfen mit 1000 IE pro Tropfen), dasselbe gilt für Calcium und Magnesium.

Die beiden Pflanzenstoffe Lycopin und Lutein sind in Centrum Silver in so winzigen Mengen enthalten (300 µg und 250 µg), dass nicht davon auszugehen ist, dass sie entscheidend an der Wirkung beteiligt waren.

300 µg Lycopin sind z. B. in 1 g Tomatenmark enthalten. Diese Menge werden Sie also bequem über die Nahrung zu sich nehmen können, wobei in Studien meist 8-20 mg Lycopin empfohlen werden, wenn man mit dem Stoff eine Wirkung erzielen möchte. Diese Mengen entsprechen etwa 300 g Tomate oder 150 ml Tomatensaft.

Im Centrum-Produkt sind 250 µg Lutein enthalten. 1000 µg Lutein finden sich bereits in 50 g Erbsen.

Fazit: Multivitaminpräparate machen ein bisschen jünger

Eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen ist für das Gehirn und Alterungsprozesse entscheidend.

Man geht davon aus, dass die Mikronährstoffe im Gehirn zu einer besseren Energieversorgung der Nervenzellen beitragen sowie bei der Bildung von Neurotransmittern und beim Schutz vor oxidativem Stress helfen. Auch wirken sie entzündungshemmend und können Reparaturmechanismen der DNA unterstützen.

Gerade ältere Menschen decken mit der Ernährung oft nicht mehr ihren Nährstoffbedarf, so dass Multivitaminpräparate hier eine sinnvolle Ergänzung darstellen, um die Alterung wenigstens ein bisschen aufzuhalten.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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