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Mangan - Die Dosis macht das Gift

Mangan ist ein essenzielles Spurenelement, das lebenswichtig ist. Doch es handelt sich auch um ein toxisches Schwermetall. Der Grat zwischen einer ausreichenden Aufnahme und einer Überversorgung oder gar Vergiftung ist darum sehr schmal. Wir stellen die Eigenschaften des Spurenelements vor und erklären, worauf Sie in Sachen Mangan achten sollten.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 11 März 2026
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Was ist Mangan?

Mangan ist ein Schwermetall, das dem Eisen ähnlich ist. In der Natur kommt es nicht in reiner (elementarer) Form vor, sondern immer in Form von Verbindungen, z. B. Mangancarbonat.

Mangan ist ein für alle Lebewesen essenzielles Spurenelement. Darunter versteht man ein Element, das für die Gesundheit – in Spuren – unerlässlich ist und mit der Nahrung (und dem Trinkwasser) aufgenommen werden muss.

Eine zu hohe Aufnahme wirkt jedoch wiederum toxisch, so dass eine gute Manganversorgung zur Gratwanderung werden kann.

Wie hoch ist der Bedarf?

Der offiziell angegebene Tagesbedarf von Mangan beträgt bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren 2 bis 5 mg.

Bei jüngeren Kindern sieht der Bedarf folgendermaßen aus:

  1. Säuglinge (4 bis 12 Monate): 0,6 bis 1 mg
  2. Kinder (1 bis 4 Jahre): 1 bis 1,5 mg
  3. Kinder (4 bis 7 Jahre): 1,5 bis 2 mg
  4. Kinder (7 bis 10 Jahre): 2 bis 3 mg

Mangan hat eine schlechte Bioverfügbarkeit. Das heißt, aus der Nahrung wird nur wenig (max. 10 %) tatsächlich resorbiert (in den Blutkreislauf aufgenommen). Mindestens 90 Prozent wird über die Galle mit dem Stuhl ausgeschieden.

Die niedrige Aufnahmerate ist aber bei der Bedarfsangabe bereits berücksichtigt. Ein Erwachsener braucht also in Wirklichkeit keine 2-5 mg Mangan, sondern offiziell nur 0,2-0,5 mg, eben so viel, wie aus 2-5 mg auch aus dem Darm resorbiert wird.

Wie wirkt Mangan?

Der menschliche Körper enthält insgesamt nur etwa 10–20 mg des Spurenelements, verteilt vor allem auf Knochen, Leber, Bauchspeicheldrüse und Nieren. Trotz der kleinen Menge ist das Element unverzichtbar.

Es trägt beispielsweise zur Reifung und Funktion von Immunzellen bei (4), wird für die Synthese von Neurotransmittern benötigt, die für das Gedächtnis und die Stimmung wichtig sind und unterstützt die Bildung von Geschlechtshormonen (ist wichtig für die Fruchtbarkeit).

Auch am Glukosestoffwechsel ist Mangan beteiligt und daher bei Diabetes ein wichtiges Spurenelement.

Wichtig bei Diabetes

Mangan verbessert die Insulinwirkung und schützt die Betazellen der Bauchspeicheldrüsen vor oxidativem Stress. In Tiermodellen führte eine entsprechende Supplementierung zu einer verbesserten Glukosetoleranz und niedrigerem Blutzucker.

Gleichzeitig beobachtet man bei Menschen mit niedrigem Manganblutspiegel häufiger eine Insulinresistenz oder einen Diabetes Typ 2. Eindeutige klinische Studien aber, wie Diabetiker konkret auf die Einzeleinnahme von Mangan reagieren, liegen nicht vor.

Angesichts des engen Fensters zwischen Bedarf und Überladung würden wir gerade Diabetikern eher zu einer insgesamt gesunden Ernährung raten statt zur Einnahme einzelner Spurenelemente.

* Unser Ernährungsplan für Diabetiker hilft Ihnen dabei, Ihre Ernährung gesund und gleichzeitig sehr köstlich zu gestalten.

Stark wirksam gegen oxidativen Stress

Besonders stark ist der Einfluss von Mangan als Bestandteil der sog. Mangansuperoxiddismutase (MnSOD), einem antioxidativen Enzym (5). Die MnSOD ist das zentrale antioxidative Enzym in den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen). Sie neutralisiert dort freie Radikale, die bei der Energieproduktion entstehen. Auf diese Weise schützt sie Zellen und Erbgut vor oxidativen Schäden durch freie Radikale.

Ein Mangel des Spurenelements kann zu einer verminderten Aktivität der MnSOD führen, was die Zellalterung beschleunigt, das Immunsystem belastet und chronische Entzündungsprozesse fördert.

Alles über das antioxidative Enzym lesen Sie in unserem Artikel Superoxiddismutase - Superkraft gegen Zellschäden.

Wichtig für Knochen- und Gelenkgesundheit

Mangan ist wichtig für die Bildung von Proteoglykanen und Kollagen. Beide sind entscheidende Bausteine von Knorpel, Knochen und Bindegewebe. Darum spielt das Spurenelement eine Rolle bei Erkrankungen wie Arthrose und Osteoporose:

Bei Arthrose unterstützt es die Neubildung von Knorpelsubstanz und kann so degenerative Prozesse im Gelenk abmildern.

Bei Osteoporose ist das Spurenelement an der Knochenmineralisierung beteiligt; ein unzureichender Status könnte langfristig zur Schwächung der Knochenstruktur beitragen. Gleichzeitig stellte man aber auch fest, dass ein Überschuss das Risiko für Osteoporose erhöht (1).

Deshalb gilt auch bei diesen Erkrankungen: Besser gesund ernähren und sich auf diese Weise mit allen Nährstoffen gut versorgen. In Sachen Gelenkerkrankungen hilft Ihnen unser * Ernährungsplan bei Arthrose bei der Ernährungsumstellung.

Hilft der Schilddrüse

Auch die Schilddrüse benötigt Mangan. Das Spurenelement ist an der Herstellung der Schilddrüsenhormone beteiligt und sorgt auch für deren Schutz vor oxidativem Stress (in Gestalt der MnSOD).

Häufiger Mangel bei HPU/KPU

Bei Stoffwechselvarianten wie HPU (Hämopyrrollaktamurie) oder KPU (Kryptopyrrolurie) werden vermehrt Pyrrole über den Urin ausgeschieden.

Pyrrole sind bestimmte Stoffwechselabbauprodukte. Sie binden verschiedene Mikronährstoffe (u. a. Zink, Vitamin B6 und Mangan) an sich, die dann samt den Pyrrolen mit dem Urin verloren gehen.

Betroffene zeigen nicht selten einen niedrigen Manganstatus (und generell niedrige Spiegel mancher Vitalstoffe), was zahlreiche Körperfunktionen beeinträchtigen kann.

Details dazu lesen Sie in unserem Artikel Hämopyrrollaktamurie (HPU) – Stoffwechselstörung mit Folgen.

Welche Nahrungsmittel enthalten Mangan?

Wer gesund und pflanzenbasiert isst, kann seinen Bedarf optimal über die Ernährung decken. Vor allem pflanzliche Lebensmittel wie Nüsse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und Ölsaaten sind sehr gute Quellen.

Weizenkeime z. B. gehören mit 16 mg pro 100 g zu den Spitzenreitern. Wenn Sie davon ohnehin täglich 10 g zu sich nehmen (etwa zur Versorgung mit Vitamin E, Ballaststoffen und Spermidin), dann sind Ihnen zusätzlich noch 1,6 mg Mangan sicher.

Sie sind fermentiert, was dazu führt, dass die enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente eine höhere Bioverfügbarkeit haben, also besser aufgenommen und verwertet werden können.

Aber auch Haferflocken, Haselnüsse, Hanfsamen und Roggenvollkornmehl sind mit Werten zwischen 3,5 und 4,9 mg pro 100 g sehr manganreich.

Zusätzlich können Grün- und Schwarztee deutlich zur Versorgung mit dem Spurenelement beitragen (ca. 0,7 mg pro 100 ml). Besonders viel enthält Matchapulver mit über 7 mg pro Gramm. Meist nimmt man 1-2 g Matchapulver pro Tasse.

Fleisch, Milchprodukte, Fisch und Eier sind dagegen arm an Mangan. Ob Rind, Pute oder Wild – mehr als 0,02–0,03 mg pro 100 g sind nicht zu erwarten.

Selbst die Spitzenreiter Leber und Austern liefern nicht mehr als 0,3–0,45 mg, werden aber sicher nicht täglich gegessen. Da sind Tofu (0,6 mg) und Tempeh (1,2 mg) die besseren Proteinquellen – auch aus Gründen des Umwelt- und Tierschutzes.

Gerne können Sie bei uns per E-Mail kostenlos unsere vollständige Mangan-Tabelle (PDF) anfordern.

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Wie viel ist im Trinkwasser?

Trinkwasser ist selten eine relevante Quelle für das Spurenelement. Insbesondere wenn Sie Ihr Wasser filtern (Umkehrosmose) oder destillieren, enthält es kein Mangan mehr.

Beim Leitungswasser gibt es zudem Grenzwerte (0,05 mg/l (7)). Analysen zufolge wird dieser in Deutschland problemlos eingehalten: 90 Prozent aller Haushalte erhalten Trinkwasser mit weniger als 0,02 mg pro Liter (8).

Dieser Wert ist jedoch nicht toxikologisch begründet, sondern v. a. ästhetisch und technisch, aber auch geschmacklich.

Denn schon ab ca. 0,02–0,05 mg/l kann ein schwacher metallischer Geschmack auftreten – und ab etwa 0,1 mg/l kommt es typischerweise zu bräunlichen bis schwarzen Verfärbungen in Toiletten und Waschbecken sowie zu sichtbaren Flecken auf der Wäsche.

Auf die Gesundheit hätten diese höheren Werte aber keine nachteiligen Auswirkungen. Hier gilt offiziell ein Wert ab 1 mg Mangan pro Liter als Grenze.

Welche Symptome hat ein Mangel?

Während Pflanzen und einige Tierarten (z. B. Geflügel) häufiger von einem Manganmangel betroffen sind, kommt er bei Menschen in ausgeprägter Form kaum vor. Die beschriebenen Mangelsymptome klingen teilweise dann aber nicht ganz so selten, sind aber auch sehr unspezifisch, so dass sie auch andere Ursachen haben könnten:

Hautprobleme (Dermatitis) und ein verlangsamtes Haar- und Nagelwachstum sowie verminderte Fruchtbarkeit, beeinträchtigte Knochenbildung, ein veränderter Stoffwechsel, allgemeine Wachstumsstörungen (bei Kindern) und Geburtsfehler.

Häufiger kommt es vor, dass zwar kein Mangel, aber ein niedriger Manganspiegel vorliegt. Man spricht dann auch von einem subklinischen Mangel, was bedeutet, dass man zwar vermutlich zu wenig des Nährstoffs zu sich nimmt, aber noch keine typischen Mangelerscheinungen hat.

Dann kann eine Umstellung der Ernährung oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein. Bevor Sie jedoch zu letzteren greifen, sollten Sie Ihren aktuellen Spiegel bestimmen lassen – siehe weiter unten unter „Wie wird Mangan gemessen?“.

Welche Ursachen hat ein Mangel?

Es gibt bestimmte Risikogruppen, die für niedrige Manganwerte oder einen Mangel anfälliger sein können:

Ungesunde Ernährung

Ein subklinischer Mangel ist häufig, wenn ungesund gegessen wird, wenn also lieber Weißmehlprodukte statt Vollkorn auf den Teller kommen und Nüsse, Hülsenfrüchte sowie Tee (grün/schwarz) gemieden werden.

Essstörungen und strenge Diäten

Wer an Unterernährung leidet (z. B. aufgrund von Essstörungen oder strengen Diäten) ist anfälliger für einen Manganmangel bzw. generell für Nährstoffmängel.

Chronische Darmerkrankungen

Chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können aufgrund der geschädigten Darmschleimhaut die Aufnahme von Mangan (und anderen Nährstoffen) beeinträchtigen.

Auch nach Magen- oder Darmoperationen können die Aufnahmekapazitäten des Verdauungssystems eingeschränkt sein, so dass weniger Mineralstoffe und Spurenelemente aufgenommen werden können.

Krankheiten

Bei manchen Krankheiten - abgesehen von den oben erwähnten - wurden in Studien niedrige Mangan-Konzentrationen im Blut festgestellt. Dazu zählen u. a. Epilepsie, Down-Syndrom, Osteoporose, Diabetes, Morbus Perthes (Erkrankung des Hüftgelenks) u. a.

Allerdings ist nicht klar, ob der niedrige Spiegel zur Entstehung dieser Erkrankungen beiträgt oder ob er erst aufgrund der Erkrankungen sinkt. Letzteres könnte aber auch auf einen erhöhten Bedarf gerade durch die Erkrankung hinweisen.

Wann sollte der Mangan-Spiegel gemessen werden?

In manchen Fällen kann eine Bestimmung des Spiegels sehr wichtig sein. So z. B. bei neurologischen Beschwerden, Magen-Darm-Leiden, Wachstumsstörungen, Osteoporose, Arthrose, Diabetes bzw. generell bei chronischen Erkrankungen.

Bei neurologischen Beschwerden kann man auf diese Weise eine Überversorgung ausschließen, die u. U. eine Ursache für neurologische Symptome sein kann.

Bei den anderen genannten Krankheiten könnte sich eine Unterversorgung zeigen, die man dann insbesondere über eine gesunde Ernährung beheben sollte.

Auch wenn Sie Nahrungsergänzungsmittel nehmen, die u. a. Mangan enthalten und Sie sicher gehen möchten, ob diese weiter genommen werden können, ohne in eine Überversorgung zu geraten, ist ein entsprechender Check eine gute Idee.

Wie wird Mangan gemessen?

Eine Analyse wird am besten im Blut oder anhand einer Nagelprobe (11) durchgeführt. Speichel, Urin und Haare eignen sich Studien zufolge für eine Mangan-Bestimmung nicht besonders gut.

Normale Werte (12) im Vollblut liegen zwischen 7 und 12 µg/l, Serumwerte zwischen 0,6 und 4,3 µg/l.

* Einen Nageltest können Sie unter vorigem Link bestellen. Der Test gibt auch Hinweise auf Ihren Status bei vielen anderen Mineralstoffen und Spurenelementen, z. B. Chrom, Cobalt, Kupfer, Molybdän, Selen, Silicium, Schwefel, Nickel u. a.

Wer bezahlt die Analyse?

Mediziner können eine konkrete Diagnostik zu Lasten der Gesetzlichen Krankenkasse nur dann abrechnen, wenn ein konkreter Verdacht auf einen Manganmangel oder eine Vergiftung besteht.

Ansonsten gelten entsprechende Analysen als individuelle Gesundheitsleistungen und müssen selbst gezahlt werden. Private Krankenkassen übernehmen möglicherweise die Kosten. Fragen Sie daher vorab am besten erst bei Ihrer Krankenkasse nach.

Welche Nahrungsergänzungsmittel gibt es?

Eine Nahrungsergänzung mit Mangan würden wir erst empfehlen, wenn eine entsprechende Analyse niedrige Werte ergab und eine gesunde pflanzenbasierte und vollwertige Ernährung keine Besserung brachte.

Wenn dies der Fall ist, stehen zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel zur Verfügung – Kapseln, Tabletten, Flüssigkeiten.

So wie in der Natur kommt das Spurenelement auch in Präparaten nicht in elementarer, also reiner Form vor, sondern als Bestandteil von Verbindungen, z. B. Mangancarbonat, -sulfat, - chlorid, -citrat, -bisglycinat oder -gluconat.

Zur Bioverfügbarkeit (2) der einzelnen Verbindungen gibt es noch keine eindeutigen Hinweise, so dass nicht gesagt werden kann, welche nun besser sind als andere. Meist liegt die Bioverfügbarkeit unabhängig von der Art der Verbindung bei nicht mehr als 10 %.

Hier finden Sie * Kapseln, die 4 mg pro Tagesportion liefern (in Form von Mangancitrat).

Falls Sie auch Zink und Kupfer benötigen, dann ist * dieses Präparat empfehlenswert, das alle drei Spurenelemente in einem stimmigen Verhältnis liefert (u. a. 4 mg Mangan).

Wie und wann nimmt man Mangan ein?

Wenn eine Nahrungsergänzung erforderlich sein sollte, kann man diese zu jeder Tageszeit nehmen (morgens, mittags oder abends).

Die Tagesdosis kann auf einmal eingenommen werden, Sie müssen diese also nicht auf zwei oder mehr Einnahmen aufteilen.

Am besten nimmt man das Spurenelement mit einer leichten Mahlzeit, idealerweise mit einem Obstsalat, da – genau wie bei Eisen - Vitamin-C-reiche Lebensmittel die Aufnahme verbessern, während phytinsäurereiche sie hemmen. Phytinsäure findet sich insbesondere in Getreide, Nüssen, Ölsaaten und Hülsenfrüchten.

Wie Sie die Phytinsäure jedoch auch in diesen Lebensmitteln reduzieren, lesen Sie in unserem Artikel Phytinsäure in Lebensmitteln neutralisieren.

Kann man Mangan mit Kupfer, Zink und Eisen nehmen?

Oft heißt es, man dürfe verschiedene Mineralstoffe oder Spurenelemente nicht gemeinsam nehmen, da sich diese andernfalls gegenseitig bei der Aufnahme hemmen würden.

Dies trifft nur zu, wenn ein Mineralstoff oder Spurenelement in sehr hoher Menge eingenommen wird, z. B. 50-100 mg Eisen oder 25-50 mg Zink.

In Lebensmitteln kommen Mikronährstoffe jedoch immer gemeinsam vor. Das kombinierte Vorkommen ist also natürlich. Wenn die jeweiligen Dosen in einem Kombipräparat daher ausgewogen und nicht zu hoch sind, dann „vertragen“ sich die Nährstoffe auch und es kommt zu keiner gegenseitigen Hemmung.

Ein Beispiel für eine verträgliche Kombination ist: 1–4 mg Mangan, 5–20 mg Zink und 1–2 mg Kupfer. Hier wurde das natürliche Verhältnis dieser Mikronährstoffe zueinander berücksichtigt.

Auch die Einnahme gemeinsam mit Magnesium ist möglich, wenn z. B. 200–400 mg Magnesium und 2–4 mg Mangan genommen werden. Lediglich sehr hoch dosiertes Magnesium (z. B. 500-600 mg auf einmal) könnte bei gleichzeitiger Einnahme die Manganaufnahme reduzieren.

Überdosierung – Die Ursachen

Nehmen Sie Mangan aber wirklich nur ein, wenn Sie sicher sind, das Spurenelement auch zu benötigen (also nach einem entsprechenden Check). Denn eine Überversorgung sollte ausgeschlossen werden.

Überdosierung durch Nahrungsergänzungsmittel

Laut EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) gilt:

Man kann täglich 4 mg Mangan zusätzlich zur Ernährung über Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Insgesamt – also aus Lebensmitteln, Trinkwasser und Nahrungsergänzung zusammen – solle man lediglich nicht mehr als 8 mg pro Tag zu sich nehmen (6).

Bei älteren Menschen werden hingegen nur 0,5 mg pro Tag in Form von Nahrungsergänzungen, also zusätzlich zur Nahrung, als sicher definiert. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Risiko für neurologische Beeinträchtigungen im Alter ohnehin erhöht ist (z. B. durch eine stärker durchlässige Blut-Hirn-Schranke) und Mangan eine neurotoxische Wirkung haben kann.

Auch leiden Ältere häufiger an Leber- und Gallenproblemen. Dies könnte zu einer verminderten Ausscheidung des Spurenelements führen, was die Konzentration im Blut erhöht.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt bei einer zusätzlichen Zufuhr aus Nahrungsergänzungsmitteln daher – im Gegensatz zur EFSA – grundsätzlich nicht mehr als 0,5 mg pro Tag (also auch für jüngere Menschen, nicht nur für ältere).

Damit werden automatisch dann auch jene Personengruppen geschützt, bei denen höhere Dosen problematisch sein könnten, auch wenn diese höheren Dosen für z. B. jüngere Personen kein Problem oder sogar nützlich wären.

Wenn Sie verschiedene Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, die jeweils mehrere Inhaltsstoffe enthalten, dann prüfen Sie, ob Mangan nicht womöglich nur in einem, sondern in mehreren Präparaten enthalten ist. Denn genau diese Problematik ist die Hauptursache für Überdosen durch Nahrungsergänzungsmittel.

Rechnen Sie die einzelnen Mengen zusammen. Wenn Sie über 4 mg kommen, dann ändern Sie Ihre Einnahmetaktik und tauschen z. B. eines der manganhaltigen Mittel gegen eines ohne das Spurenelement aus.

Überdosierung durch Trinkwasser

Für die Allgemeinbevölkerung gilt bei Trinkwasser 1 mg/l und bei Säuglingen und Kleinkindern 0,2 mg/l als Höchstwert (aus gesundheitlicher Sicht). Bei höheren Werten darf das Wasser weder getrunken noch für die Zubereitung von Nahrungsmitteln verwendet werden.

Höhere Werte treten jedoch nur auf, wenn jemand Wasser z. B. aus einem eigenen Brunnen nutzt. In diesem Fall sollte das Wasser regelmäßig überprüft werden, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

* Hier können Sie eine Wasser-Analyse Ihres Trinkwassers durchführen lassen.

Überdosierung am Arbeitsplatz

Bei manchen Berufen kommt man täglich mit dem Metall in Kontakt (z. B. als Schweißer oder im Bergbau und in der Metallindustrie). Werden keine Sicherheitsmaßnahmen angewandt, kann es zu einer regelrechten Vergiftung kommen, etwa durch das chronische Einatmen von Metall-Stäuben. Man spricht dann von Manganismus.

Was ist Manganismus?

Manganismus ist eine chronische Mangan-Vergiftung. Da sich das Spurenelement im Gehirn anreichert, kann es bei einem übermäßigen Vorkommen dort die Funktion der dopaminbildenden Nervenzellen beeinträchtigen.

Die Krankheit tritt jedoch fast ausschließlich bei starker, beruflicher Exposition auf – wie bei den unter „Überdosierung am Arbeitsplatz“ genannten Berufsgruppen.

Allein mit Trinkwasser oder Nahrungsergänzungsmitteln ist das Risiko einer solchen Vergiftung extrem selten.

Es zeigen sich Symptome (Zittern, Gangstörungen), die der Parkinson Krankheit ähneln (10), nur dass bei letzterer die dopaminbildenden Zellen konkret zerstört werden, bei der Vergiftung hingegen werden sie „nur“ in ihrer Funktion eingeschränkt.

Allerdings kommt es im Verlauf der Vergiftung zusätzlich zu Schäden im Globus pallidus, einem tief im Gehirn liegenden Bereich, der für die Regulation von Bewegungsabläufen und der Muskelspannung wichtig ist.

Wenn es daher Hinweise auf eine erhöhte Manganexposition oder übermäßige Supplementeinnahme gibt, sollte man bei den einschlägigen Symptomen den Blutspiegel überprüfen, um zu sehen, ob es ein Manganismus ist.

Welche Symptome treten auf?

Zittern und Gangstörungen treten jedoch erst später auf. Im Frühstadium der Vergiftung können hingegen zunächst psychiatrische Symptome auftreten, wie zwanghaftes oder aggressives Verhalten, Reizbarkeit sowie verringerte Reaktionsgeschwindigkeit und leichte motorische Beeinträchtigungen.

Wenn man in diesem Stadium die Manganquelle findet und zügig nach dem Auftreten der ersten Symptome „abstellen“ kann, wird der Überschuss abgebaut und die Patienten können sich meist vollständig erholen. Ab einem gewissen Punkt wird die Vergiftung jedoch irreversibel (wenn der Globus pallidus beschädigt wurde).

Jetzt zeigen sich jene Symptome, die man von der Parkinson Krankheit her kennt: maskenhaftes Gesicht, steife Gliedmaßen, leichtes Zittern, Gangstörungen, undeutliche Sprache, übermäßiger Speichelfluss, Schwitzen sowie Gleichgewichtsstörungen.

Säuglingsnahrung enthält ein Vielfaches an Mangan

Da sich überschüssiges Mangan in der Leber, Bauchspeicheldrüse, in den Knochen, Nieren und im Gehirn anreichert, kann eine jahrelange zu hohe Aufnahme Langzeitfolgen haben.

Es beginnt schon mit Säuglingsmilchnahrung, die deutlich größere Mangan-Mengen (0,07 bis 1,3 mg/l) als Muttermilch enthält (durchschnittlich 0,0049 mg/l).

Dennoch gelten die für Säuglingsnahrung zugelassenen Mengen laut EFSA und WHO als sicher.

Problematisch ist es für Kinder zudem, wenn das Trinkwasser merklich belastet ist. Einigen Studien zufolge wirkt sich eine chronische Aufnahme von zu viel Mangan über das Trinkwasser negativ auf die Entwicklung von Kindern aus.

Schüler, die zu Hause Wasser mit einer höheren Konzentration erhielten (0,6 mg/l vs. 0,16 mg/l bei einer zweiten Gruppe), hatten tendenziell einen niedrigeren IQ und ein höheres Risiko, ein hyperaktives und oppositionelles Verhalten zu entwickeln (z. B. Wutausbrüche, Feindseligkeit).

Da stellt sich natürlich die Frage nach den Auswirkungen auf den Alterungsprozess. Forschern zufolge kann eine lebenslange Exposition zu hoher Mangan-Mengen, die bereits vor der Geburt beginnt und bis ins hohe Alter andauert, ein Risikofaktor für Parkinson sein.

Wie kann man Mangan ausleiten?

Wenn nun eine übermäßige Belastung festgestellt wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Überschüsse wieder auszuleiten.

Im Vordergrund stehen bestimmte Stoffe (Chelat-Bildner), welche die Fähigkeit haben, Metalle an sich zu binden und die Ausleitung aus dem Körper zu beschleunigen. Die Therapie kann Wochen oder Monate dauern.

Natürliche Chelatbildner

Es gibt natürliche Chelatbildner wie etwa Chlorella vulgaris (Süßwassergrünalge), Bärlauch sowie die Mineralerden Bentonit und Zeolith. Sie werden in der Alternativmedizin u. a. eingesetzt, um den Körper bei der Ausleitung schädlicher Schwermetalle zu unterstützen, z. B. bei einer geringen Mangan-Belastung.

Detaillierte Informationen zu dieser Thematik finden Sie in unserem Artikel So können Sie Schwermetalle ausleiten.

* Hier finden Sie Zeolith-Pulver als Medizinprodukt.

Zur Ausleitung kann das Pulver 30 Minuten vor einer Mahlzeit oder mindestens 2 Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen werden – 1-bis 2-mal täglich jeweils ½ bis 1 Teelöffel mit viel Wasser.

Weitere Informationen dazu, wie Zeolith Schadstoffe ausleiten kann, lesen Sie in unserem Artikel Zeolith – Wirkungen und Nebenwirkungen.

Chemische Chelatbildner

Liegt eine symptomatische Belastung vor, ist es empfehlenswert, die Ausleitung von einem Facharzt für Umweltmedizin durchführen zu lassen. In diesem Fall kommen chemische Chelatbildner wie EDTA zum Einsatz, die oral oder intravenös verabreicht werden.

Fazit: Mangan – in Spuren wichtig, zu viel aber ist giftig!

Bei tatsächlich gesunder Ernährung wäre ein Manganmangel extrem selten, da der Tagesbedarf durch Vollkornprodukte, Nüsse, Samen, Tee und Hülsenfrüchte problemlos gedeckt werden könnte.

Da gerade die genannten Lebensmittel in der typisch westlichen Ernährung oft nur eine Nebenrolle spielen oder gar nicht gegessen werden, ist eine grenzwertige Versorgung mit Mangan bei manchen Menschen möglich.

Gleichzeitig können durch wahllos eingesetzte Nahrungsergänzungsmittel unter Umständen auch schädliche Überdosen aufgenommen werden. Denn Mangan ist nicht nur ein essenzielles Spurenelement, sondern auch ein Schwermetall, das bei einer zu hohen Aufnahme bis hin zu einer Vergiftung führen kann.

Manchmal lohnt sich daher ein Test, um den persönlichen Manganstatus zu kennen und – je nach Ergebnis ausleitende Maßnahmen zu ergreifen, die Ernährung umzustellen oder womöglich ein passendes Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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