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Kupfer – Einnahme und Wirkung

Kupfer ist ein essenzielles Spurenelement. Es muss also mit der Nahrung aufgenommen werden, aber wie viel? Welche Wirkung hat das Metall und gibt es einen Kupfermangel? Lohnt es sich, Kupfer als Nahrungsergänzung zu nehmen und worauf gilt es bei der Einnahme zu achten?

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 08 Juni 2026
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Kupfer – Spurenelement für Knochen, Blut und Nervensystem

  1. Kupfer (Cu) ist ein Spurenelement mit zahlreichen Funktionen in ganz unterschiedlichen Körperbereichen – ob Bindegewebe, Knochen, Nervensystem, Blut, Immunsystem, Energieproduktion oder Pigmentierung von Haut und Haaren.
  2. Ein Mangel tritt meist nur in Verbindung mit bestimmten Erkrankungen auf oder wenn man sich sehr einseitig und ungesund ernährt oder auch wenn zu viel Zink als Nahrungsergänzung eingenommen wird.
  3. Liegt ein Cu-Mangel vor, kann dies in seltenen Fällen zu grauem Haar führen. Meist zeigen sich vorher jedoch andere Symptome, z. B. eine Kupfermangelanämie.
  4. In manchen Fällen lohnt sich eine Supplementierung. Besonders natürlich, wenn ein Mangel festgestellt wurde, aber auch bei Erkrankungen, die einen Mangel verursachen würden sowie bei hoher Zinkzufuhr und zur Verbesserung der Knochengesundheit.

Welche Aufgaben und Wirkungen hat Kupfer?

Kupfer hat das Elementsymbol Cu für Cuprum (lat. für Kupfer). Im folgenden Artikel wird das Symbol häufig verwendet.

Auch wenn der menschliche Organismus nur wenig vom Spurenelement Kupfer benötigt, haben diese winzigen Mengen eine enorme Bedeutung für unsere Gesundheit - und zwar in den folgenden Bereichen:

Kollagenbildung in Knochen und Bindegewebe

Kupfer spielt eine entscheidende Rolle für die Kollagenbildung in Knochen und Bindegewebe. Denn das Spurenelement wird für die Bildung und Funktion verschiedener Enzyme benötigt, die wiederum für die Kollagenvernetzung in den Knochen und im Bindegewebe sehr wichtig sind, z. B. die Lysyloxidase. Dadurch erhalten Knochen, Haut und Gefäße ihre Festigkeit und Belastbarkeit.

Energiegewinnung in den Mitochondrien

Kupfer ist Bestandteil der Cytochrom-c-Oxidase, einem Enzym in den Mitochondrien. Dieses Enzym ermöglicht den letzten Schritt der Zellatmung, bei dem Energie (ATP) gebildet wird.

Antioxidativer Zellschutz gegen freie Radikale

Darüber hinaus wirkt das Spurenelement am Schutz der Zellen vor oxidativem Stress mit. Denn es ist Bestandteil körpereigener Antioxidantien, etwas der Superoxiddismutase. Dies ist ein Enzym, das aggressive Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) unschädlich macht.

Bildung von Botenstoffen im Nervensystem

Auch im Nervensystem wird das Spurenelement für Enzyme benötigt. Hier sind es Enzyme, die an der Bildung von Neurotransmittern (Botenstoffen im Gehirn, z. B. Noradrenalin) beteiligt sind.

Nur mit Hilfe der Botenstoffe können unsere Nerven korrekt arbeiten und funktionieren. Kupfer beeinflusst also indirekt auch unsere Stimmung, Konzentration und Reaktionsfähigkeit

Zusätzlich ist das Spurenelement am Aufbau der Myelinscheiden beteiligt. Das ist die schützende Hülle um die Nervenfasern herum. Sie schützt nicht nur, sondern sorgt auch dafür, dass Nervenimpulse schnell weitergeleitet werden.

Bei starkem Cu-Mangel kann es daher zu neurologischen Störungen und Koordinationsproblemen kommen. Näheres weiter unten bei den Mangel-Symptomen.

Hilfe fürs Immunsystem

Kupfer unterstützt das Immunsystem auf mehreren Ebenen. Einerseits wird das Spurenelement für die Bildung und Funktion von Abwehrzellen benötigt, so dass es bei einem Mangel zu einer erhöhten Infektanfälligkeit kommen kann.

Andererseits ist das Spurenelement auch an der Regulation von Entzündungsprozessen beteiligt – siehe nächster Punkt.

Hemmung von Entzündungsprozessen

Zwar ist Cu kein Mittel, das man konkret zur Entzündungshemmung einnehmen würde, doch ist das Spurenelement an verschiedenen Mechanismen beteiligt, die Entzündungsprozesse regulieren und auch drosseln können.

Bei Entzündungen bilden sich immer auch freie Radikale. Sie sind zwar auf der einen Seite zur Abwehr von Erregern wichtig, können auf der anderen Seite aber auch Gewebe schädigen. Hier kommt wieder die o. g. Superoxiddismutase (die u. a. aus Kupfer besteht) ins Spiel, da sie freie Radikale in weniger schädliche Stoffe umwandelt.

Fehlt das Spurenelement, nimmt der oxidative Stress durch freie Radikale zu und Entzündungen können stärker oder länger anhalten.

Wie oben erklärt, hat Cu auch Einfluss auf Abwehrzellen (es aktiviert z. B. Fresszellen). Bei einem Mangel reagieren Abwehrzellen weniger effektiv, so dass Entzündungsprozesse nicht rechtzeitig gestoppt werden können.

Herstellung von Farbstoffen in Haut und Haar

Auch bei der Pigmentbildung ist Kupfer beteiligt, da es Bestandteil der Tyrosinase ist, einem Enzym, das für die Bildung des Farbstoffs Melanin in Haut und Haaren erforderlich ist.

Ohne das Spurenelement blieben unsere Haare somit weiß und die Haut blass. Ein massiver Cu-Mangel kann daher auch über Monate hinweg zu grauem Haar führen.

Weitere Informationen lesen Sie in unserem Artikel Graues Haar kann durch Kupfermangel entstehen.

Verwertung von Eisen

Das Spurenelement ist außerdem wichtig für die Verwertung von Eisen im Körper. Dabei geht es nicht um die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung, sondern um dessen Weiterverarbeitung und den Eisentransport im Körper.

Eisen wird im Körper in zwei Formen genutzt (zweiwertiges Eisen Fe²⁺ und dreiwertiges Eisen Fe³⁺). Für die Aufnahme aus dem Darm ins Blut ist zwar das zweiwertige Eisen besser, für den Transport im Blut muss es aber in die transportfähige Form überführt werden und das ist wieder die dreiwertige Form.

Dazu ist das kupferhaltige Protein Ceruloplasmin nötig. Es wandelt Eisen in die richtige Form um, so dass es dann an seine Transportproteine (Transferrin) gebunden und im Körper verteilt werden kann. Fehlt Cu, kann Eisen zwar vorhanden sein, aber nicht richtig genutzt werden, so dass es zu einer funktionellen Eisenmangelanämie kommt.

Man fühlt sich wie bei einer echten Eisenmangelanämie (müde, schwach, blass), doch bringt die Einnahme von Eisen nichts. Erst die Behebung des Cu-Mangels führt zu einer Besserung.

Wo befindet sich Kupfer im Körper?

Im menschlichen Körper befinden sich zwischen 50 und 120 mg Cu; fast zwei Drittel davon liegen gebunden in der Muskulatur und im Skelett vor (1).

In der Leber befinden sich 10-15 % des Spurenelements. Denn die Leber reguliert die Cu-Konzentration im Blut.

Dazu wird das Spurenelement an Transportproteine (Ceruloplasmin) gebunden. Denn freies Kupfer ist toxisch. An Ceruloplasmin gebunden kann das Spurenelement dann aber völlig ungefährlich mit dem Blut in die Zielorgane transportiert werden.

Ein weiterer Cu-Teil kann an Speicherproteine gebunden werden. Bei Bedarf wird es von dort wieder gelöst und kann nun verwendet werden.

Das Metallothionein ist ein solches Speicherprotein. Es befindet sich direkt in den Zellen. Dort bindet es das Spurenelement und schützt auf diese Weise die Zellen vor dem ansonsten giftigen freien Cu.

Im Blut befindet sich nur ein sehr kleiner Anteil des Gesamtkupfers (1-2 %).

Der Rest ist im übrigen Körper verteilt – überall dort, wo all die Cu-abhängigen Enzyme ihre Arbeit tun.

Wie hoch ist der Bedarf?

Die Ernährungsgesellschaften im deutschsprachigen Raum empfehlen für Erwachsene eine tägliche Cu-Zufuhr von etwa 1,0–1,5 mg.

Internationale Referenzwerte – die man in Studien findet – liegen teils niedriger (z. B. bei ca. 0,9 mg/Tag) (1). Diese beziehen sich aber eher auf den Mindestbedarf und nicht auf eine gute Versorgung.

  1. Kinder 0-4 Monate: 0,2-0,6 mg
  2. Kinder 4-12 Monate: 0,6-0,7 mg
  3. Kinder 1-7 Jahre: 0,5-1 mg
  4. Kinder 7-15 Jahre: 1-1,5 mg
  5. Jugendliche und Erwachsene: 1-1,5 mg

Welche Dosis ist die Maximaldosis?

Die EFSA gibt an, dass man – laut Studien – bei bis zu 5 mg Kupfer pro Tag nicht mit einer schädlichen Cu-Einlagerung in der Leber rechnen müsse.

Gleichzeitig empfiehlt sie als gesundheitlich noch tolerierbare Obergrenze 0,07 mg pro Kilogramm Körpergewicht, so dass Personen, die mehr als ca. 71 kg wiegen, auch mehr vom Spurenelement zu sich nehmen könnten, ohne mit negativen Folgen rechnen zu müssen.

Dabei werden grundsätzlich alle Cu-Quellen zusammengerechnet, also Nahrungsergänzungen und Lebensmittel (2).

Das Bundesinstitut für Risikobewertung meint zu Cu-haltigen Nahrungsergänzungen, dass diese nicht mehr als 1 mg Cu pro Tag enthalten sollten, da man ja auch reichlich des Spurenelements schon über die Nahrung zu sich nimmt.

Welche Ursachen gibt es für einen Mangel?

Offiziell heißt es, ein Mangel sei selten und entwickle sich nur in Ausnahmesituationen, z. B. wenn man eine parenterale Ernährung erhält, die nicht ausreichend Spurenelemente erhält (in der Literatur liegen hierzu einzelne Fallberichte vor).

Auch nach einer Magenbypass-Operation oder bei Darmerkrankungen, wenn also über den Dünndarm nicht genügend Spurenelemente aufgenommen werden können, z. B. bei chronischem Durchfall (Morbus Crohn) oder dem Kurzdarmsyndrom, kann es zu einem Mangel kommen.

Ebenso zählt Alkoholabhängigkeit zu einer möglichen Mangelursache, denn Alkohol verschlechtert die Aufnahme von Spurenelementen (durch Schädigung der Darmschleimhaut) und er schadet der Leber, was zu einer beeinträchtigten Verwertung und Speicherung von Spurenelementen führt.

Eine häufigere Ursache ist eine länger anhaltende hohe Zinkzufuhr über Nahrungsergänzungsmittel, da Zink häufig bei verschiedenen Beschwerden empfohlen wird (auch vom Arzt) und daher viele Menschen regelmäßig Zink nehmen.

Näheres dazu weiter unten unter „Wie verhindert man einen Kupfermangel bei Zinkeinnahme?“

Wer sich außerdem typisch westlich ernährt (Weißmehl statt Vollkorn und weder Nüsse, Kerne noch Hülsenfrüchte mag), könnte ebenfalls einen Cu-Mangel entwickeln (dann aber auch noch andere Mängel).

Welche Symptome hat man bei Kupfermangel?

Die Symptome sind oft unspezifisch, so dass man nicht gleich an einen Cu-Mangel denkt. Das Spurenelement ist an so vielen Körperfunktionen beteiligt (Blutbildung, Nervensystem, Immunsystem), dass auch viele verschiedene Symptome auftreten können, wenn es fehlt.

Eine Anämie (Blutarmut), die nicht auf Eisen anspricht, ist bereits ein sehr typisches Symptom.

Zusätzlich kann es – im weiteren Verlauf – zu neurologischen Symptomen kommen, wie Gangunsicherheit (unsicheres, breitbeiniges Gehen), Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in den Beinen, Schwäche und Koordinationsstörungen.

Manchmal wird dann ein Vitamin-B12-Mangel vermutet, der sich ähnlich zeigen kann. Wird zu spät mit Kupfergaben reagiert, können die Störungen irreversibel sein.

Das Spurenelement ist auch an der Bildung des Melanins beteiligt, dem Farbstoff von Haut und Haaren. Daher kann ein entsprechender Mangel zu grauem Haar und blasser Haut führen.

Da manche Symptome aber oft anderen Mängeln ähneln (z. B. Vitamin B12) und auch Blutwerte nicht immer eindeutig sind, kann ein Cu-Mangel (auch aufgrund seiner Seltenheit) eher übersehen oder „vergessen“ werden.

Welche Krankheiten können durch einen Mangel entstehen?

Nur wenige Autoren sind der Meinung, ein Mangel sei häufiger, als gemeinhin behauptet wird, z. B. Leslie M. Klevay, Arzt für Innere Medizin an der University of North Dakota School of Medicine and Health Sciences. Klevay ist seit Jahrzehnten für seine Arbeiten zur Rolle von Kupfer in der Ernährung und bei chronischen Erkrankungen bekannt.

In einem Artikel von 2022 schreibt er, dass es eine weit verbreitete, chronische (oft unerkannte) Cu-Unterversorgung gäbe, die zu verschiedenen häufigen Erkrankungen beitragen oder diese sogar verursachen könnte (auch in den industrialisierten Ländern) (4).

Er führt dabei die folgenden drei Argumente an:

1. In vielen Studien wurden bei Patienten mit bestimmten Erkrankungen niedrigere Cu-Werte (z. B. im Blut oder Gewebe) gefunden.

2. Cu-abhängige Enzyme (z. B. antioxidative Systeme) zeigen bei Erkrankten oft verminderte Aktivität.

3. In einigen Studien besserten sich Funktionen oder Symptome nach Kupfergabe.

Der Autor nennt insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (v. a. koronare Herzkrankheit), Osteoporose und die Alzheimer-Krankheit als Folgen der Unterversorgung. Aber auch Neuropathien (Nervenschäden), das Myelodysplastisches Syndrom (Blutbildungsstörung) und Sehstörungen könnten sich aufgrund des Mangels entwickeln.

Die westliche Ernährung – so Klevay – sei oft kupferarm (viel verarbeitet, wenig Vollkorn/Faserstoffe), wodurch sich eine chronische Unterversorgung entwickeln könne.

Klevay wird zumeist kritisiert, da niedrige Cu-Werte bei Kranken auch Folge der Krankheit sein könnten und nicht Ursache; auch seien die entsprechenden Supplement-Studien oft klein oder nicht eindeutig.

Nichtsdestotrotz könnte es sich bei unerklärlichen Symptomen oder generell bei chronischen Erkrankungen lohnen, den Cu-Status prüfen zu lassen. Ist er niedrig, supplementiert man.

Wie stellt man einen Mangel fest?

Beim Arzt wird ein Mangel nicht anhand eines einzelnen Laborwertes festgestellt. Stattdessen schaut man sich die Kombination aus Beschwerden, Risikofaktoren und den Ergebnissen mancher Blutuntersuchungen an.

Erst also, wenn bestimmte Symptome oder Beschwerden vorliegen, prüft man überhaupt den Cu-Spiegel, z. B. wenn eine Anämie (Blutarmut) oder eine Neutropenie vorliegen. Letzteres ist eine Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen, die für die Infektabwehr wichtig sind.

Bei einer Anämie wird meist von einem Eisenmangel ausgegangen. Kommt es unter Eisengabe zu keiner Verbesserung, könnte es eine kupfermangelbedingte Anämie sein. Denn ohne das Spurenelement kann das Eisen nicht verwertet werden.

Diese Werte werden gemessen

Zur Abklärung werden in der Regel die Cu-Konzentration im Serum (Normalbereich 70–140 µg/dl) sowie das Transportprotein Ceruloplasmin bestimmt (Normalwert 20-40 mg/dl).

Ceruloplasmin gehört jedoch zu den sogenannten Akute-Phase-Proteinen, deren Konzentration bei Entzündungen, Infektionen oder Gewebeschäden ansteigt. Da Ceruloplasmin aber meist mit Kupfer beladen ist, steigt auch der Cu-Spiegel, wenn das Ceruloplasmin steigt. Das heißt, Entzündungen können einen Mangel verschleiern.

In diesem Fall würde man zusätzlich weitere Entzündungsmarker prüfen, z. B. CRP.

Auch der Zinkspiegel wird geprüft, um einen zinkbedingten Cu-Mangel auszuschließen.

Erst das Zusammenspiel dieser Befunde erlaubt eine verlässliche Einschätzung des Cu-Status.

Welche Lebensmittel enthalten Kupfer?

Besonders Leber und Muscheln/Austern sind sehr Cu-reich. Aber auch Kakao, Ölsaaten und Nüsse sind sehr gute Kupferquellen. Ebenso eignen sich Vollkornprodukte, Pseudogetreide und Hülsenfrüchte.

Will man 1 mg Cu zu sich nehmen, genügen dafür schon 17 g Schokolade (mit 70-prozentigem Kakaoanteil), 27 g Cashewkerne, 40 g Sojafleisch (Sojagranulat oder Sojaschnetzel) oder 50 g Sonnenblumen- und Kürbiskerne.

Ein veganer Proteinriegel aus Datteln, Mandeln, Kürbiskernen und Kakao (z. B. von Raw Bite) kann bereits 0,3-0,6 mg Cu liefern, was für eine Zwischenmahlzeit bereits sehr gut ist.

Wenn man außerdem Haferflocken mit Nüssen im Müsli frühstückt oder ein Hafer-Nuss-Brot, erhält man weitere 0,4 mg. Ein Mittagessen aus Linsen oder Kichererbsen mit Vollkornreis oder Quinoa liefert mindestens 0,5 mg.

Gemüse, Sojaprodukte und das eine oder andere Schokostückchen sind noch gar nicht eingerechnet – und dennoch hätte man den empfohlenen Tagesbedarf schon erreicht. Sie sehen also, dass man mit einer gesunden Ernährung im Grunde genügend des Spurenelements zu sich nehmen kann.

Wie viel Kupfer wird aus der Nahrung resorbiert?

Die Menge des aufgenommenen Kupfers hängt von der Cu-Zufuhr über die Nahrung ab. Nimmt man viel vom Spurenelement zu sich, wird ein geringerer Anteil resorbiert, nimmt man wenig zu sich, wird davon mehr aufgenommen.

Bei einer Aufnahme von 1 mg pro Tag werden z. B. über 50 Prozent resorbiert. Nimmt man 5 mg pro Tag zu sich, dann sind es davon nur noch 20 Prozent. Insgesamt ist es dann natürlich dennoch mehr, was man mit hohen Dosen zu sich nimmt als mit niedrigen.

Bei höherer Aufnahme wird dann aber wiederum mehr Cu über den Stuhl ausgeschieden. Dies ist für den Organismus auch der Hauptmechanismus, über den der Cu-Spiegel reguliert wird. Die Nieren sind hier weniger beteiligt.

Wozu sollte man Cu als Nahrungsergänzungsmittel nehmen? Was bringt das?

Ein echter Nutzen einer Kupfer-Supplementierung besteht vor allem dann, wenn ein nachgewiesener Cu-Mangel vorliegt oder wenn ein erhöhtes Mangelrisiko besteht.

Verbesserung der Knochengesundheit

In einer Übersichtsarbeit von 2021 wurden alle Wirkungen von Kupfer auf die Knochengesundheit zusammengefasst (1). Cu-Ionen können einerseits die Aktivität knochenabbauender Zellen (Osteoklasten) hemmen und andererseits die Lebensfähigkeit und das Wachstum der knochenaufbauenden Zellen verbessern.

Cu-Mangel wiederum kann Bindegewebsdefekte (Kollagendefekte) auslösen, die dann unter anderem Skelettprobleme verursachen können.

In einer von fünf Studien mit Osteoporose-Patientinnen hatten letztere weniger Kupfer im Blut als die gesunde Vergleichsgruppe. In den vier übrigen Studien konnte man aber keinen entsprechenden Zusammenhang feststellen.

In einer weiteren Studie (Eaton-Evans-Studie) zeigte sich, dass die Einnahme von 3 mg Cu pro Tag über 2 Jahre hinweg bei Frauen mit Osteoporose oder Osteopenie zu einem weniger starken Knochendichteverlust führte – im Vergleich zur Placebogruppe.

Eine andere (sehr kleine) Studie wurde von Baker et al. durchgeführt. Alle Teilnehmer (11 gesunde Männer) durchliefen nacheinander drei Diätphasen à etwa drei Wochen mit unterschiedlicher Cu-Zufuhr. Die Diät begann mit der mittleren Cu-Zufuhr (1,6 mg pro Tag), gefolgt von einer niedrigen (0,7 mg) und endete mit einer hohen Cu-Zufuhr (6 mg).

Zwischen der mittleren zur niedrigen Kupferzufuhr wurde ein Anstieg einiger Knochenresorptionsmarker festgestellt (was auf Abnahme der Knochendichte hinweist). Mit dem Übergang von der niedrigen zur hohen Zufuhr nahmen diese Marker signifikant ab, was wiederum auf eine Zunahme der Knochendichte hindeutet.

In einem Review von 2025 hieß es, dass eine höhere Zufuhr des Spurenelements über die Ernährung mit einem moderaten, aber statistisch signifikanten Anstieg der Knochendichte in Verbindung steht (insbesondere in der Lendenwirbelsäule). Dies unterstreiche eine mögliche Rolle von Kupfer in der Prävention der Osteoporose (3).

Kupfer gegen graue Haare?

Wenn graue Haare die Folgen eines Cu-Mangels sind, dann kann die Einnahme von Kupfer, also die Behebung des Mangels, auch die natürliche Haarfarbe wieder zurückbringen.

Cu ist Bestandteil eines Enzyms. Es heißt Tyrosinase und ist an der Bildung von Melanin beteiligt. Melanin wiederum ist der Farbstoff in den Haaren. Fehlt das Spurenelement, dann bleibt das Enzym inaktiv und es kann kein Farbstoff hergestellt werden. Die Haare werden weiß.

Sterberisiko und Herz-Kreislauf-Risiko

Zu diesem Thema gibt es unterschiedliche Studien. Einerseits solche, in denen man feststellte, je höher der Spiegel des Spurenelements, umso höher das Herz-Kreislauf-Risiko, z. B. das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko, aber auch das Sterberisiko (5).

Hier geht man aber davon aus, dass die steigenden Spiegel eher die Folge der Erkrankung sind (und von Entzündungsprozessen) – aber nicht die Ursache.

Denn andererseits gibt es Studien, in denen man die Cu-Zufuhr über die Nahrung untersuchte (6) und entdeckte, dass jene Leute, die mehr Kupfer zu sich nahmen (1,5 mg und mehr), ein geringeres Herz-Kreislauf- und auch Sterberisiko hatten als jene, die über die Nahrung wenig davon aufnahmen (0,8 mg und weniger).

Daraus kann man schlussfolgern, dass das Spurenelement durchaus einen Schutzfaktor darstellt, aber weniger als Nahrungsergänzung als vielmehr in Form einer Cu-reichen Ernährung.

Welches Kupfer sollte man am besten nehmen?

Wenn Sie das Spurenelement einnehmen möchten/müssen, stellte sich die Frage nach einem geeigneten Präparat.

Empfehlenswert sind die gut verträglichen und leicht bioverfügbaren Verbindungen Kupfergluconat und Kupferbisglycinat, wobei letzteres als etwas besser gilt (etwas besser verträglich, etwas besser bioverfügbar, aber die Unterschiede sind klein).

* Hier erhalten Sie ein Kupferbisglycinat mit 1 mg pro Tag und hier ein Bisglycinat mit 2 mg pro Tag.

Wenn Sie Zink nehmen möchten (z. B. bei Infektanfälligkeit, Hautproblemen, schlechter Wundheilung, konkretem Mangel), stehen Produkte zur Verfügung, die gleichzeitig auch Kupfer enthalten, z. B. der Zink-Komplex aus Buchweizen mit Mangan und Kupfer von effective nature.

Dieser ist eine Besonderheit, da hier die Spurenelemente nicht als isolierte Salze vorliegen (also nicht als Citrat, Gluconat oder was auch immer). Stattdessen sind sie natürlich in die pflanzliche Matrix eingebettet, liegen also in organisch gebundener Form vor – genauso wie sie auch in Lebensmitteln enthalten wären. Das Produkt gilt daher als besonders gut verträglich.

* Hier erhalten Sie den Zink-Komplex mit 20 mg Zink, 2 mg Kupfer und 4 mg Mangan.

Welche Dosis?

Für Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt das BfR für Produkte für Erwachsene eine Höchstmenge von 1 mg Cu pro empfohlener Tagesdosis; für Kinder und Jugendliche wird eine zusätzliche Cu-Zufuhr über entsprechende Präparate nicht empfohlen.

Viele Produkte enthalten 2-3 mg pro Tagesdosis und befinden sich damit noch weit unter einer problematischen Dosis.

Wie man bei Zinkeinnahme dosiert, lesen Sie unter „Wie verhindert man einen Kupfermangel bei Zinkeinnahme?“.

Wann sollte man das Spurenelement einnehmen? (Tageszeit/nüchtern)

Cu kann grundsätzlich zu jeder Tageszeit eingenommen werden – ob morgens, mittags oder abends.

Am besten wird es zu einer Mahlzeit genommen, weil es nüchtern zu Übelkeit führen kann und den Magen reizt. Auch ist die Aufnahme mit einer Mahlzeit – anders als bei Eisen – sehr gut.

Muss man immer Cu nehmen, wenn man Zink nimmt?

Wer Zink nimmt, hört oft, er müsse nun auch Kupfer nehmen, da es sonst zu einem Cu-Mangel komme. Dies jedoch ist abhängig von der eingenommenen Zinkmenge und der Dauer der Zinkeinnahme.

Wer weniger als 15 mg Zink pro Tag zu sich nimmt, braucht nicht zusätzlich Kupfer nehmen.

Wer 15–25 mg Zink nimmt, könnte bei monatelanger Einnahme einen Effekt auf den Cu-Status erleben, meist wird dies aber noch über die Ernährung kompensiert.

Wer mehr als 25 mg pro Tag nimmt, sollte dies nur kurweise, also nicht länger als etwa 4 Wochen tun (z. B. bei Infektanfälligkeit oder diagnostiziertem Mangel) und dann die Dosis auf 15 mg oder weniger reduzieren (oder zusätzlich Cu nehmen).

Denn eine Zinkeinnahme in Dosen über 25 mg kann nach 6–8 Wochen den Cu-Status messbar senken.

Wie verhindert man einen Kupfermangel bei Zinkeinnahme?

Eine erhöhte Zinkeinnahme führt im Darm (in den Zellen der Darmschleimhaut) zur Bildung eines Proteins. Es heißt Metallothionein und bindet Metalle – und zwar ganz besonders Kupfer (aber auch Cadmium, Quecksilber und Blei).

Das heißt, wenn viel Metallothionein im Darm ist, wird weniger Cu aufgenommen. Da die Darmschleimhautzellen kurzlebig sind und nach 3-5 Tagen abgestoßen und mit dem Stuhl ausgeschieden werden, wird damit auch das im Metallothionein gebundene Kupfer ausgeschieden.

Dennoch kann eine zusätzliche Cu-Einnahme (zum hochdosierten Zink) dazu beitragen, dass ein Cu-Mangel verhindert wird, z. B. wenn 1-2 mg Cu pro 25 mg Zink eingenommen wird. Dies ist aber nur nötig, wenn man langfristig Zink in Dosen von 25 mg und mehr nimmt (nicht bei einer kurweisen Einnahme von Zink).

Kann man Kupfer mit Magnesium, Eisen, Selen zusammennehmen?

Wenn alle diese Mineralstoffe z. B. in einem Kombipräparat vorliegen, in denen jeder Stoff in einer Dosierung von bis zu 100 % des Bedarfs vorliegt, gibt es keine Probleme. Wenn aber einer davon (oder mehrere) z. B. dreifach höher dosiert wäre, dann kann er die Aufnahme der anderen hemmen.

Benötigt man also von einem Mineralstoff besonders viel, sollte man ihn getrennt von den anderen nehmen.

Gibt es Wechselwirkungen mit Medikamenten?

Für Kupfer (Cu) sind keine Wechselwirkungen mit Medikamenten bekannt.

Gibt es Nebenwirkungen?

Je nach Dosis kann es zu einer chronischen oder akuten Überdosierung kommen. Die entsprechenden Nebenwirkungen beschreiben wir unten unter „Was wäre eine Überdosierung? Wie sind die Symptome?“.

Soll man Wasser aus einem Kupferbecher trinken?

Im Ayurveda wird gelegentlich das Trinken von Wasser aus Kupfergefäßen empfohlen – am besten als Teil der Morgenroutine auf nüchternen Magen. Das Kupferwasser wird Tamra Jal genannt für Tamra (= Kupfer) und Jal (= Wasser). Man füllt es abends in den Becher und lässt es über Nacht stehen.

Inzwischen sind die entsprechende Becher auch hier in Europa im Handel erhältlich und werden mit teils überzogenen Versprechungen angepriesen: Es handle sich um transformiertes Wasser, um einen „Boost fürs Wohlbefinden“, einen „Wellness-Kick aus der Natur“.

Manche der angeblichen Wirkungen beziehen sich auf die normalen Eigenschaften des Spurenelements (Immunsystem, Kollagen, Energie etc.), die man aber nicht einfach verstärken kann, indem man das Spurenelement in Mengen einnimmt, die über den Bedarf hinaus gehen. Und den Bedarf deckt man ja zumeist schon mehr als genug über die Nahrung.

Andere Erklärungen zur Wirkung stammen aus dem Ayurveda, z. B. dass das Wasser alle drei Doshas ausgleichen, das Agni (Verdauungsfeuer) stärken, Ama (Schlacken) reduzieren und den Darm reinigen könne.

Aus wissenschaftlicher Sicht lässt sich lediglich eine gewisse antibakterielle Wirkung nachvollziehen, die möglicherweise auch überhaupt erst dazu geführt hat, dass man im alten Indien Wasser aus Kupferbechern trank.

Denn Wasser war häufig bakteriell belastet und auch die geringen Metallmengen, die sich lösen, können mögliche bakterielle Verunreinigungen wenigstens teilweise reduzieren. Man beobachtete also, dass es Menschen besser ging, wenn sie Tamra Jal tranken – einfach weil dann das Wasser desinfiziert war. Allerdings handelt es sich nicht um eine hochwertige „Wasseraufbereitung“, so dass auch nicht alle Keime allein durch das Cu entfernt werden.

Viele der anderen Wirkungen, die man Tamra Jal nachsagt, treten auch ein, wenn man nüchtern (warmes) Wasser trinkt – ganz ohne Kupferbecher.

Was passiert, wenn zu viel Kupfer aufgenommen wird?

Gelangt mit der Nahrung zu viel Kupfer in den Körper, wird es von der Leber mit der Galle in Richtung Gallenblase ausgeleitet, von dort gelangt es in den Darm und wird mit dem Stuhl ausgeschieden.

Bei einem Bedarf von 1-1,5 mg pro Tag und einer durchschnittlichen Zufuhr über die Ernährung von 1-4 mg pro Tag kann der Körper somit die Cu-Zufuhr gut regulieren.

Die EFSA gibt an, dass der Körper eines Erwachsenen bei einer Gesamtaufnahme von bis zu 5 mg/Tag problemlos den Cu-Haushalt regulieren und unnötige Überschüsse ausleiten kann (7).

Wird mehr eingenommen, kann er Überschüsse nicht mehr ausleiten. Sie werden akkumuliert, insbesondere in der Leber und im Gehirn – aber meist noch ohne negative Auswirkungen.

Kritisch wird es ab 10 mg pro Tag über eine längere Zeit. Die Leber erhöht dann zunächst die Ausscheidung über die Galle. Wenn das nicht mehr ausreicht, beginnt der Körper, das Spurenelement vermehrt in der Leber zu speichern (gebunden an Proteine (z. B. Metallothionein)).

Wenn nach wie vor viel Kupfer eintrifft und irgendwann die Speicherkapazität überschritten wird, dann nimmt die Menge des freien (also nicht gebundenen) Cu zu. Dieses ist toxisch, so dass es jetzt vermehrt zu oxidativem Stress und Zellschäden kommt.

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Was wäre eine Überdosierung? Wie sind die Symptome?

Hier unterscheidet man eine chronische von einer akuten Überdosierung:

Chronische Überdosierung

Nimmt man als Erwachsener täglich mehr als 10 mg (= chronische Überdosierung), dann steigt das Risiko unerwünschter Wirkungen. Denn die nun sehr hohen akkumulierten Mengen führen zu Zell- und Gewebeschäden sowie – je nach Überdosis bzw. Dauer der eingenommenen Überdosis – zu typischen Symptomen einer Überversorgung.

Diese können z. B. Leberschäden, Verdauungsbeschwerden und neurologische Symptome (Zittern der Hände, Gangprobleme, Koordinationsschwierigkeiten) sein.

Akute Überdosierung

Zu einer akuten Überdosierung kommt es bei einer Einnahme von mehreren Gramm auf einmal (kritisch wird es ab etwa 10-20 mg pro kg Körpergewicht). Es kommt zu Übelkeit, Krämpfen, Durchfall und Erbrechen. Nach einigen Tagen zeigen sich Müdigkeit und Blässe aufgrund schädlicher Einflüsse auf das Blut (Zerfall der roten Blutkörperchen).

Auch Leber, Kreislauf und Nieren werden in Mitleidenschaft gezogen. Es kann zu Schwindel kommen, zu Schmerzen im rechten Oberbauch (Leber), erhöhten Leberwerten bis hin zu einer akuten Leberschädigung. Auch Nierenfunktionsstörungen können sich einstellen.

Was ist Morbus Wilson und was kann man dagegen tun?

Morbus Wilson ist eine seltene genetisch bedingte Erkrankung. Durch eine Mutation im ATP7B-Gen kann Kupfer nicht richtig an Ceruloplasmin gebunden werden, verbleibt somit ungebunden und toxisch im Körper und sammelt sich dort an. Denn auch die Cu-Ausscheidung über die Galle ist dann stark vermindert.

Wann treten welche Symptome auf?

Symptome können sich schon in der Kindheit oder auch erst im Erwachsenenalter zeigen, meist aber vor dem 35. Lebensjahr.

Die Symptome hängen davon ab, wo sich das Metall ablagert. Meist zeigen sich erhöhte Leberwerte und generell Leberprobleme. Neurologische Störungen, wie Zittern, Muskelsteifheit und Koordinationsprobleme können auftreten. Genauso Persönlichkeitsveränderungen, wie Depressionen und Reizbarkeit.

Wenn sich das Metall in den Augen ablagert, zeigt sich der sog. Kayser-Fleischer-Ring (Cu-Ablagerung in der Hornhaut).

Wie verläuft die Diagnose?

Diagnostiziert wird die Krankheit meist über Blutwerte (erniedrigtes Ceruloplasmin im Blut und erhöhtes freies Kupfer) sowie über Urintests (erhöhte Cu-Ausscheidung im Urin (24h)). Zusätzlich kann ein genetischer Test auf ATP7B Aufschluss geben.

Wie wird therapiert?

Bei der Therapie gibt es zwei Ziele: Erstens muss die Aufnahme beschränkt werden. Der Patient sollte also kupferreiche Lebensmittel meiden. Zusätzlich erhält man meist hochdosiertes Zink, das die Cu-Aufnahme im Darm hemmt.

Die Zinkdosis liegt bei 150 mg, also weit über der üblichen Zinkmenge, die man zu sich nimmt (10-20 mg). Daher müssen regelmäßig die Spiegel anderer Mineralstoffe überprüft werden, besonders Eisen, weil Zink auch die Eisenaufnahme hemmen kann.

Zweitens wird das Spurenelement mit einer Chelattherapie ausgeleitet.

Unterstützend ist eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise wichtig, um die ohnehin gestresste Leber nicht noch weiter zu belasten. Das bedeutet: Keinen Alkohol, keine unnötigen leberproblematischen Medikamente (wie z. B. Paracetamol), kein Übergewicht und eine insgesamt gesunde Ernährung aus frisch zubereiteten Lebensmitteln.

Gelangt durch die Kupferkette Kupfer in den Körper?

Die Kupferkette oder -spirale ist eine hormonfreies Verhütungsmethode. Dabei liegt metallisches Cu in der Gebärmutter. Dort werden nun kontinuierlich Cu-Ionen abgegeben.

Sie wirken insbesondere lokal, also direkt in der Gebärmutter. Nur ein kleiner Teil gelangt ins Blut (10–80 µg Cu pro Tag, also 0,01–0,08 mg/Tag), was im Vergleich zur normalen Zufuhr aus der Nahrung wenig ist (1-2 mg).

Liegt ein Morbus Wilson vor, also ein gestörter Abbau des Metalls, dann können auch diese kleinen zusätzlichen Mengen problematisch sein, so dass man hier andere Verhütungsmethoden wählen würde.

Dennoch können Kette und Spirale bei vielen Frauen Unverträglichkeiten oder Symptome auslösen. Dies hat aber meist nichts mit der Kupfermenge zu tun, die ins Blut gelangt, sondern mit anderen Störfaktoren durch die Kette bzw. Spirale.

Was ist kolloidales Kupfer und sollte man es nehmen?

Kolloidales Kupfer (kolloidales Cu) ist eine Flüssigkeit mit sehr kleinen, fein verteilten Cu-Partikeln. Oft heißt es, entsprechende Präparate seien besser verträglich als andere Präparate. Auch hätten sie eine bessere Bioverfügbarkeit und würden aufgrund ihrer feinen Teilchen besonders gut aufgenommen werden.

Kupfer aber wird grundsätzlich als Ion im Dünndarm aufgenommen. Cu-gluconat und -bisglycinat werden im Magen rasch und vollständig in Ionen aufgespalten. Sie liegen also direkt in bioverfügbarer Form vor.

Bei kolloidalem Cu ist das nicht der Fall. Magensäure und Enzyme lösen zwar Ionen aus den Partikeln. Doch geschieht dies nur teilweise und unvollständig, so dass immer ein Teil des Spurenelements unverändert ausgeschieden wird. Man weiß also nicht genau, wie viel genau man nun zu sich nimmt.

Bei anderen Präparaten hingegen ist die konkrete Cu-Menge angegeben, so dass man sie ganz nach Bedarf dosieren kann, was bei Kolloiden nicht möglich ist.

Die Wirkungen, die kolloidalem Cu nachgesagt werden, sind überdies die ganz normalen Eigenschaften von Kupfer als Spurenelement und nicht spezielle Vorteile der Kolloidform.

Die gelegentlich angeführte antimikrobielle Wirkung zeigt sich nur auf Oberflächen, wenn man das Kolloid also zur Desinfektion verwendet. Im menschlichen Körper liegt es – wie oben erklärt – stets gebunden vor, damit es nicht toxisch wirkt und hat daher auch keine antimikrobielle Eigenschaft mehr.

Fazit: Kupfer – ein wichtiges Spurenelement

Das Spurenelement sollte also nicht unterschätzt werden – zumal es an so vielen Körperfunktionen beteiligt ist. Dennoch ist es auch ein Schwermetall und sollte daher nicht überdosiert werden.

Mit einer gesunden Ernährung nimmt man automatisch ausreichend Kupfer zu sich, so dass eine zusätzliche Supplementierung keinen Effekt hätte. Bevor Sie das Spurenelement in Dosen von mehr als 1 mg als Nahrungsergänzung einnehmen, lassen Sie erst Ihren Status prüfen.

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