Sport besser ohne Softdrinks
Softdrinks machen vorzeitig alt, begünstigen Schlaganfälle und Frühgeburten und schränken die sportliche Leistungsfähigkeit ein.
Alle diese Informationen sind bekannt. Doch scheinen sie die Verbraucher nicht besonders zu beunruhigen. Denn die Getränke werden nach wie vor gedankenlos gekauft.
Regelrecht abschreckend hingegen wirkt ein darauf angebrachter Hinweis, dass man 50 Minuten joggen oder mehr als 8 Kilometer laufen müsse, um die Kalorien des Softdrinks wieder abzuarbeiten (1).
Diese Lösung fanden Priv. Doz. Sara N. Bleich und ihre Kollegen von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in den USA – insbesondere um Kinder und Jugendliche vom übermässigen Konsum abzuhalten.
Warnhinweise wirken
In sechs Supermärkten in sozial schwachen Wohnvierteln von Baltimore haben die Forscher über sechs Wochen hinweg Warnschilder an den Getränke-Regalen angebracht.
Darauf war jeweils eine der folgenden Informationen zu lesen:
- "Eine Flasche dieses Getränks enthält 250 Kalorien."
- "Der Kaloriengehalt dieses Getränks entspricht sechzehn Stücken Würfelzucker."
- "Um diesen Softdrink wieder abzutrainieren, muss man fünfzig Minuten lang joggen."
- "Um diesen Softdrink wieder abzutrainieren, muss man acht Kilometer gehen."
Insgesamt mehr als 3.000 Heranwachsende zwischen zwölf und achtzehn Jahren kauften während dieser Zeit ein Getränk in einem der Geschäfte. Ein Viertel davon interviewten die Wissenschaftler im Anschluss an den Einkauf.
17 Prozent der interviewten Jugendlichen kauften daraufhin weniger oder keinen mehr.
Bevor die Schilder angebracht worden waren, hatten zuckerhaltige Getränke ganze 98 Prozent der verkauften Getränke in den Geschäften ausgemacht. Mit den Schildern sank dieser Wert auf 89 Prozent.
Die Schilder konnten die Jugendlichen motivieren, weniger kalorienhaltige Getränke, gar kein Getränk oder Wasser zu kaufen.
Am effektivsten war den Forschern zufolge das Schild, das aussagte, dass man acht Kilometer gehen müsse, um die Kalorien aus dem Getränk wieder abzutrainieren.
Die Veränderungen im Kaufverhalten der jugendlichen Testpersonen waren übrigens dauerhaft: Auch nachdem die Schilder wieder abgenommen worden waren, kauften sie weniger zuckerhaltige Getränke.