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  • Birkenporling an der Birke
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Birkenporling - Wirkung und Anwendung

Der Birkenporling ist ein vielversprechender Heilpilz der Traditionellen Europäischen Medizin. Er wird aufgrund der antiseptischen, immunstimulierenden und krebshemmenden Eigenschaften seit Jahrtausenden als Heilmittel geschätzt. Erfahren Sie bei uns mehr über die Möglichkeiten der Anwendung und den Stand der Forschung.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 17 März 2026
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Was ist ein Birkenporling?

Der Birkenporling (Fomitopsis betulina, bis 2015 Piptoporus betulinus) ist ein Pilz aus der Familie der Baumschwammverwandten. Man findet ihn auf der Nordhalbkugel in Laub- und Mischwäldern, vor allem in den feuchten, gemäßigten Regionen Europas, Nordamerikas und Asiens.

Der parasitäre Pilz wächst nicht auf oder im Boden, sondern ausschließlich an den Stämmen und Ästen von Birken und an abgestorbenem Birkenholz. Wenn er sich auf einer Birke breit macht, ist dies ein Indiz dafür, dass es sich um einen geschwächten oder bereits toten Baum handelt.

Die Pilzsporen gelangen meist über Verletzungen der Rinde oder abgebrochene Äste in den Baum. Zunächst wächst dann das Myzel (der eigentliche Pilz) im Inneren der Birke. Von außen sieht man nichts.

Erst wenn der Pilz Sporen bilden möchte (das kann viele Monate dauern), entwickelt er die typischen Fruchtkörper, die seitlich aus dem Stamm herauswachsen. Die Fruchtkörper erscheinen daher oft erst, wenn das Holz bereits stark geschädigt ist.

Der Pilz baut mit seinen Enzymen die Zellulose im Holz ab. So gewinnt er die für sein Überleben notwendigen Nährstoffe. Dadurch wird allerdings eine starke Braunfäule verursacht – eine Art Holzfäule, bei der das Holz schnell an Festigkeit verliert, sich braun verfärbt und schließlich verfällt.

Eine Birke, in der ein Birkenporling tätig ist, verliert innerhalb weniger Monate bis zu 70 Prozent ihrer Holzmasse.

Der Pilz hat aber nicht nur zerstörerische, sondern – in Form eines Naturheilmittels – auch vitalisierende Eigenschaften. Seit Jahrtausenden wird er als Heilpilz sehr geschätzt und vielseitig angewandt.

Wie erkenne ich einen Birkenporling?

Den 3 bis 30 cm großen Birkenporling – also den Fruchtkörper des Pilzes – erkennt man an seiner glatten, weißlichen bis bräunlichen Oberfläche und an der schneeweißen, feinporigen Unterseite. (Aus diesen Poren werden auch die Sporen entlassen).

Junge Fruchtkörper sind weich, weiß und meist halbkugelig oder knollig. Mit zunehmendem Alter werden sie größer, flachen seitlich ab und entwickeln eine zähe, korkige Konsistenz.

Der Pilz wächst fast ausschließlich an Birkenstämmen und ragt seitlich aus dem Holz heraus. Ein reifer Fruchtkörper wiegt zwischen 50 und 120 g.

Wie riecht und schmeckt der Pilz?

Die Pilze haben einen starken, angenehmen, ein wenig säuerlichen Geruch und einen adstringierenden, leicht bitteren Geschmack. Mit zunehmendem Alter riechen sie unangenehm stechend und die Bitterkeit nimmt stark zu.

Kann man den Birkenporling verwechseln?

Eine Verwechslung ist selten. Allenfalls junge Exemplare können dem Zunderschwamm ähneln. Dieser bildet jedoch meist hufförmige, graubraune Fruchtkörper mit deutlich härterer, holziger Struktur. Außerdem wächst er auf verschiedenen Laubbäumen, besonders häufig auf Buchen – und er verursacht eine Weißfäule.

Die Art der Fäule erkennt man natürlich erst, wenn der Baum auseinanderfällt und man einen Blick auf das Holz werfen kann. Beim Zunderschwamm sehen die befallenen Holzteile tatsächlich weißlich aus, nicht so dunkel wie beim Birkenporling.

Ist der Birkenporling giftig?

Der Birkenporling ist definitiv nicht giftig. Er wird primär als Heilmittel in Form von Tees oder Tinkturen genutzt. Um einen klassischen Speisepilz handelt es sich aber nicht.

Ist der Birkenporling essbar?

Die jungen, hellen Fruchtkörper werden als essbar eingestuft. Sie können z. B. in dünne Scheiben geschnitten und gekocht werden, so etwa in einer Suppe.

Sie schmecken allerdings bitter, weshalb sie kulinarisch nicht mit leckeren Speisepilzen wie dem Pfifferling oder Steinpilz mithalten können. Die Essbarkeit wird daher eher in Survivalratgebern thematisiert, also für Notfälle.

Roh sollten Birkenporlinge nicht verzehrt werden, da sie schwer verdaulich sind. Ältere Exemplare sind zäh, schmecken extrem bitter und gelten darum als ungenießbar.

* Hier finden Sie unseren Kochkurs Pilzgerichte

Der Birkenporling in der traditionellen Heilkunde

Der Birkenporling wird bereits seit Menschengedenken bei verschiedensten Leiden als Heilpilz angewandt. Die im Jahr 1991 entdeckte und über 5.000 Jahre alte Gletschermumie Ötzi trug 2 Birkenporlinge bei sich (6). Seit diesem Fund wird der Heilpilz auch als Ötzi-Pilz bezeichnet.

Warum Ötzi die Pilze im Gepäck hatte, konnte nicht einwandfrei geklärt werden. Die lange Tradition der Verwendung in der Volksmedizin ist allerdings unbestritten (3).

Der Pilz wurde zum Beispiel als mildes Abführmittel oder als Entwurmungsmittel verwendet. Auch ist bekannt, dass aus den frischen Pilzen antiseptische und blutstillende Verbände hergestellt wurden, die auf Wunden gelegt wurden (2). Der sogenannte Wundschwamm wurde von österreichischen Bauern bis ins 19. Jahrhundert verwendet.

Das getrocknete Pilzpulver wurde als Schmerzmittel verwendet. In Nordamerika und Sibirien wurde die aus den Pilzen gewonnene Asche gegen Schmerzen eingesetzt.

In Russland, den baltischen Ländern, Ungarn und Rumänien wurde der Pilztee aufgrund der stärkenden, ermüdungshemmenden und beruhigenden Eigenschaften geschätzt (4).

Außerdem wurde der Tee zur Stärkung des Immunsystems, bei Magen-Darm-Leiden, Parasiten, Arthritis, Erkältung, Hauterkrankungen (z. B. Ekzemen) und Krebs angewandt.

Es gäbe also viele Gründe für Ötzi, den Pilz bei sich zu haben. Vielleicht nutzte er ihn aber auch als Zunder oder Glimmträger. Denn dafür eignete sich der Birkenporling ebenfalls sehr gut – siehe weiter unten unter „Kulturelle Bedeutung“.

Welche Wirkstoffe enthält der Birkenporling?

Im Birkenporling sind zahlreiche bioaktive Stoffe enthalten, die für die heilsamen Eigenschaften des Pilzes verantwortlich sind. Die Wirkungen wurden bislang allerdings fast ausschließlich in Laborstudien, aber nicht in klinischen Studien untersucht.

Zu den Inhaltsstoffen zählen insbesondere verschiedene antioxidative und entzündungshemmende Triterpene wie Betulin und Polyporensäuren (1).

Darüber hinaus enthält der Heilpilz Piptamin. Hierbei handelt es sich um eine stickstoffhaltige Verbindung, die in Laborstudien gegen Erreger wie Viren, Parasiten und Bakterien (z. B. Staphylococcus aureus und Enterococcus faecalis) Wirkung zeigte.

Die Zellwand des Pilzes enthält Polysaccharide (Mehrfachzucker). Dazu gehören insbesondere Beta-Glucane mit zytotoxischer Wirkung (11). Sie können in vitro das Wachstum von Krebszellen hemmen, indem sie deren Teilung stören.

Außerdem wurden – ebenfalls in vitro – immunmodulierende und neuroprotektive Effekte beobachtet. Dafür werden u. a. die im Heilpilz enthaltenen Polyamine wie Spermidin und Spermin verantwortlich gemacht (8).

Spermidin ist für seine zellschützenden Anti-Aging-Eigenschaften bekannt, wozu es auch erste Humanstudien gibt. Da es wasserlöslich ist, empfiehlt sich die Zubereitung als Tee. Allerdings gibt es für Spermidin noch deutlich bessere Quellen, allen voran Weizenkeime. Lesen Sie darüber mehr in unserem Artikel Spermidin – Anti-Aging-Stoff mit vielfältiger Wirkung.

Wie wirken Birkenporling-Extrakte laut aktuellen Studien?

In der asiatischen Medizin war der Einsatz von Heilpilzen immer präsent. In Europa geriet die Mykotherapie (Pilzheilkunde) hingegen im Mittelalter, aber vor allem nach der Einführung synthetischer Medikamente mehr und mehr in Vergessenheit.

Erst in jüngerer Zeit begann sich die westliche Forschung vermehrt dafür zu interessieren. Zurzeit liegen über den Birkenporling aber fast nur In-vitro-Studien vor, mit Fokus auf der Krebstherapie.

Die krebshemmende Wirkung

Laut einem Review aus dem Jahr 2025 weist eine wachsende Anzahl von klinischen Studien darauf hin, dass viele Heilpilze wie etwa der Reishi (Glänzender Lackporling/Ganoderma lucidum) ein therapeutisches Potenzial für Krebspatienten während und nach konventionellen Behandlungen haben (10).

So wurde u. a. eine erhöhte Aktivität natürlicher Killerzellen, eine Verbesserung der Lebensqualität und eine Verringerung der Nebenwirkungen herkömmlicher Behandlungen beobachtet. Mit Heilpilzen behandelte Patienten könnten zudem eine verlängerte Überlebenszeit haben.

In Hinblick auf den Birkenporling gibt es dementsprechende klinische Studien zwar noch nicht. Diverse In-vitro-Studien mit Birkenporlingextrakten zeigten an menschlichen Darm-, Lungen- und Brustkrebszellen aber bereits krebshemmende Wirkung (4).

Alle untersuchten Extrakte (Wasser-, Alkohol- und Ätherextrakte) hemmten das Zellwachstum, die Zellteilung und die Bildung von Metastasen (7). Gesunde Zellen wurden hingegen gar nicht oder nur minimal beeinträchtigt.

Birkenporling bei Hunden mit Krebs

Tierstudien mit dem Heilpilz sind rar. Einige medizinische Eigenschaften konnten allerdings bereits bestätigt werden. So wurde Hündinnen mit Vaginaltumoren ein Extrakt (unbenannt) des Pilzes oral verabreicht (9).

Der klinische Zustand der Tiere verbesserte sich insgesamt, was sich in gesteigertem Appetit und einer Gewichtszunahme äußerte. Es wurde ein Rückgang und teilweise das Verschwinden der Tumoren beobachtet.

Heilpilze sind keine Wundermittel

Trotz der jahrtausendealten Anwendung und den bisherigen Laborstudien wird der Pilz mangels klinischer Studien in der Medizin kaum eingesetzt (5).

Das bedeutet natürlich nicht, dass der Heilpilz unwirksam ist. Doch können in Hinblick auf Nebenwirkungen, Wechselwirkungen oder die Dosierung derzeit keine klaren Aussagen getroffen werden.

Dazu kommt, dass selbst gut untersuchte Heilpilze wie der Reishi und Shiitake in der Krebstherapie in der Regel immer nur begleitend und nicht als alleinige Behandlung angewandt werden, so etwa in der Traditionellen Chinesischen Medizin.

Heilpilze können also leider nicht als Wundermittel gegen Krebs oder andere schwere Erkrankungen dienen. Sollten Sie von einer entsprechenden Krankheit betroffen sein, lassen Sie sich vor der Anwendung von einem erfahrenen Mykotherapeuten oder Heilpraktiker beraten.

Sie möchten mehr über asiatische Heilpilze erfahren? Dann empfehlen wir Ihnen die Artikel Reishi – Der Pilz des ewigen Lebens und Heilpilz Cordyceps – Eine Alternative bei Krebs. (Nutzen Sie die Suchfunktion)

Wie nimmt man den Birkenporling ein?

Da der Ötzi-Pilz bei uns kein offiziell anerkanntes Heilmittel ist, wird er und die daraus hergestellten Produkte im Handel als Nahrungsergänzungsmittel und nicht als Arzneimittel angeboten.

Zu den wichtigsten traditionellen Darreichungsformen zählen die folgenden:

Tee und Abkochung

Die bekannteste Anwendung ist die Zubereitung als bitterer Tee zur Magen-Darm-Stärkung und gegen Sodbrennen. Zudem wird der Tee bei Müdigkeit angewandt. Man kann den Heilpilz in frischer und getrockneter Form verwenden.

Bei der normalen Teezubereitung lösen sich jedoch weniger relevante Wirkstoffe als bei einer Abkochung (Dekokt), so dass statt Tee besser letztere verwendet wird.

Möchte man die frischen Pilze verwenden, müssen sie allerdings selbst gesammelt werden. Denn im Handel werden diese nicht angeboten. Mehr Infos dazu erhalten Sie weiter unten im Kapitel Was beim Sammeln von Birkenporlingen beachten?

* Hier erhalten Sie schonend getrockneten Birkenporling aus deutschen Wäldern.

Pulver

Birkenporling-Pulver wird industriell hergestellt, indem die frischen Pilze gesäubert, in Scheiben geschnitten und bei ca. 50 bis 60 °C in einem Heißluft- oder Gefriertrockner getrocknet werden.

Danach werden sie in einer Mühle zu feinem Pulver verarbeitet. Dieses wird wie die frischen und getrockneten Pilzstücke meist als Tee oder Sud zubereitet. Außerdem werden daraus Kapseln und Extrakte hergestellt.

* Hier erhalten Sie ein Birkenporling-Pulver aus Deutschland.

Extrakte (Tinkturen)

Zur Herstellung von Extrakten kann man unterschiedliche Lösungsmittel verwenden, meist ist es Wasser oder Ethanol (Alkohol). Das Lösungsmittel bestimmt, welche Inhaltsstoffe enthalten sind.

Wasser-Extrakte (Tee und Abkochung) enthalten insbesondere wasserlösliche Stoffe wie Glucane. Ethanol-Extrakte (= Tinkturen) enthalten hingegen wasserlösliche und auch fettlösliche Stoffe. Zu letzteren zählen Triterpene, die in Wasser kaum löslich sind.

Extrakte aus Mischungen (z. B. Alkohol und Wasser) bieten ein breiteres Spektrum an Wirkstoffen. Oft werden auch zwei verschiedene Extrakte kombiniert angewandt, also ein wässriger und ein alkoholischer Extrakt, um eine umfassendere Wirkung zu erzielen.

* Hier erhalten Sie eine Birkenporling-Tinktur (1:1-Extrakt mit 85 Prozent Alkohol) aus nachhaltiger Wildsammlung und frei von Zusatzstoffen.

Salben

Birkenporling-Salben werden traditionell zur äußerlichen Behandlung von Hautproblemen wie Ekzemen, Entzündungen, kleinen Wunden und Schuppenflechte eingesetzt. Meist wird eine Tinktur hergestellt, die anschließend in eine Salbengrundlage eingearbeitet wird.

Die Salbe kann mehrmals täglich dünn auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen werden. Sie wirkt pflegend, entzündungshemmend, juckreizlindernd und heilungsfördernd.

Infos über die Qualität von Produkten erhalten Sie weiter unten im Text unter Was ist beim Kauf zu beachten?

Wie wird die Abkochung dosiert und angewandt?

Traditionellen Rezepten zufolge liegt die Dosierung für 1 Tasse der Abkochung (300 ml) zwischen 1 und 3 g getrocknetem Birkenporling (Stücke oder Pulver). Es wird empfohlen, mit einer geringen Menge zu beginnen, um die Verträglichkeit zu testen. Bei Bedarf kann die Dosis langsam gesteigert werden.

Setzen Sie die Pilzstücke bzw. das Pulver in kaltem Wasser an. Lassen Sie es aufkochen und 20 bis 30 Minuten leicht köcheln. Seihen Sie den Tee dann nach dem Abkühlen ab.

Trinken Sie bei Bedarf 3-mal täglich 1 Tasse dieser Abkochung.

Da die Abkochung bitter schmeckt, wird sie gern gesüßt getrunken, beispielsweise mit Löwenzahnhonig oder Kokosblütensirup. Sie können natürlich auch jedes andere Süßungsmittel nehmen, das Sie gerne verwenden.

Wie werden Extrakte dosiert und angewandt?

Die Dosierung von Birkenporling-Extrakten variiert je nach Produkt. Es wird allgemein empfohlen, sie über den Tag verteilt einzunehmen. Eine mögliche Dosierung wäre beispielsweise 2-mal täglich je 5 bis 15 Tropfen. Achten Sie stets auf die Herstellerangaben.

Sie können die Tropfen in etwas Wasser oder Tee mischen.

Extrakte bieten im Vergleich zum Tee den Vorteil, dass die Menge, die man zu sich nehmen muss, viel geringer ist und der bittere Geschmack schnell überwunden ist. Auch ermöglichen sie eine präzisere Dosierung.

Wie wird eine Tinktur hergestellt?

Für eine wirksame Birkenporling-Tinktur wird meist ein Verhältnis von 1 Teil Pilz zu 5 bis 10 Teilen Alkohol (hochprozentig) empfohlen. Oft wird auch ein Verhältnis von 1:1 verwendet.

Für ein Verhältnis 1:5 benötigen Sie 50 g getrocknete und zerkleinerte Pilze sowie 250 ml Alkohol (40 bis 70 Prozent Alkohol wie Wodka oder Doppelkorn).

Wenn Sie frische Pilze verwenden, nehmen Sie 500 g auf 500 ml Alkohol. Putzen Sie sie gründlich und schneiden Sie sie in kleine Stücke.

Geben Sie die frischen oder getrockneten Pilze in ein sauberes, weithalsiges Glas mit Schraubverschluss und übergießen Sie sie mit dem Alkohol, bis sie vollständig bedeckt sind.

Verschließen Sie das Glas und lagern Sie es für mindestens 4 bis 6 Wochen an einem kühlen, dunklen Ort. Schütteln Sie das Glas täglich leicht hin und her, damit sich die Wirkstoffe gut lösen. Nach der Reifezeit können Sie die Tinktur durch ein feines Sieb oder Leinentuch abseihen und in sterilisierte Braunglas-Flaschen füllen.

Die Dosierung liegt hier bei 3-mal täglich 3 bis 5 Tropfen. Es wird empfohlen, die Tinktur maximal 5 bis 7 Tage einzunehmen und dann eine Woche zu pausieren.

Wie lang wird der Birkenporling eingenommen?

Der Tee wird traditionell als Kur für eine Dauer von 1 bis maximal 3 Wochen angewandt. Aufgrund möglicher Gewöhnungseffekte sollte dann eine Pause von mindestens 1 Woche eingelegt werden, bevor die Anwendung wiederholt wird.

Tinkturen sollten ebenfalls nicht dauerhaft, sondern kurweise mit Pausen eingenommen werden. So z. B. 5 Tage Einnahme, 7 Tage Pause. Dies wiederholt man maximal 4-mal. Dann sollte eine längere Pause erfolgen (mehrere Wochen), bevor man die Kur wiederholt.

Wann wirkt der Birkenporling?

Bei akuten Beschwerden wie einem Magen-Darm-Infekt setzt die Wirkung in der Regel bereits 15 Minuten nach der Einnahme ein. Bei chronischen Leiden wie Reizdarmsyndrom oder zur Stärkung des Immunsystems kann der Effekt erst nach Wochen spürbar sein.

Hat der Heilpilz Nebenwirkungen?

Der Birkenporling gilt als sehr gut verträglicher Heilpilz. Nebenwirkungen treten nur selten auf – insbesondere bei Empfindlichkeit oder einer zu hohen Dosierung. Dazu zählen Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Blähungen. Bei äußerlicher Anwendung wurde gelegentlich über Hautirritationen berichtet.

Wer sollte den Birkenporling nicht nehmen?

Obwohl der Birkenporling meist gut vertragen wird, gibt es in manchen Fällen Einschränkungen.

Unverträglichkeiten

Wer an irgendeiner Allergie leidet oder einen empfindlichen Magen hat, sollte den Pilz zunächst vorsichtig ausprobieren.

Kinder, Schwangerschaft und Stillzeit

Aufgrund mangelnder Daten gilt die Einnahme von Birkenporlingen und daraus hergestellten Produkten für Kinder, in der Schwangerschaft und Stillzeit als umstritten. Darum sollte man sich vorab von einem Mykotherapeuten oder Heilpraktiker beraten lassen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Es wurden bislang keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt und es sind auch keine solchen bekannt.

Wo kann man den Birkenporling kaufen?

Der Birkenporling und daraus hergestellte Produkte werden in Bio-Geschäften, Reformhäusern, Apotheken und Online-Shops verkauft. In der Regel werden aber keine frischen, sondern nur getrocknete, meist zerkleinerte Pilze, das Pulver, Extrakte und Salben angeboten.

Da der Pilz nicht gewerbsmäßig kultiviert wird, stammt er in der Regel aus Wildsammlungen.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Achten Sie beim Kauf darauf, dass es sich tatsächlich um den Birkenporling und nicht um eine andere Pilzart handelt. Der lateinische Begriff Fomitopsis betulina sollte auf der Packung stehen.

Wichtig ist, dass die Sammlung nach strengen Kriterien (Nachhaltigkeit) erfolgte. Im optimalen Fall geben Hersteller an, woher die Pilze stammen.

Entscheidend ist auch, dass die Pilze schonend, also bei niedrigen Temperaturen getrocknet werden. Es sollte sich um ein reines Naturprodukt handeln, das keinerlei Zusatzstoffe wie Konservierungs- und Farbstoffe enthält.

Händler verweisen des Öfteren auf Qualitätskontrollen bzw. Kontaminationsprüfungen. So werden z. B. strenge Kontrollen auf Schadstoffe wie Schwermetalle, Pestizide und mikrobiologische Verunreinigungen durchgeführt.

Bei Extrakten sollte das Lösungsmittel (z. B. Alkohol) und dessen Verhältnis zur Droge klar ersichtlich sein. Hochwertige Extrakte werden teilweise nach traditionellen alchemistischen Prinzipien oder gemäß GMP-Standards (Gute Herstellungspraxis) hergestellt.

Dadurch können eine gleichbleibende Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit durch strenge Vorgaben bei der Verarbeitung und Extraktion gewährleistet werden.

Kann der Birkenporling angebaut werden?

Grundsätzlich kann der Birkenporling zwar kultiviert werden. Dies geschieht jedoch überwiegend auf kleinem Niveau durch Pilzzüchter oder Liebhaber und nicht im kommerziellen Stil wie z. B. beim Champignon. Der Ötzi-Pilz wird im Freien auf frischen Birkenstämmen kultiviert.

Zum Impfen werden z. B. Impfdübel verwendet. Hierbei handelt es sich um kleine Holzstücke, die mit dem Myzel (Wurzelgeflecht) durchwachsen sind. Durch das Einsetzen dieser Dübel in vorgebohrte Löcher in einem Baumstamm wird das Myzel auf das neue Holz übertragen. Danach werden die Löcher mit Wachs verschlossen.

Die Beimpfung erfolgt zwischen September und Februar. Wichtig ist, dass die Stämme ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt sind, andernfalls trocknet das Mycel aus und es können sich keine Fruchtkörper entwickeln.

Was ist beim Sammeln zu beachten?

Beim Sammeln von Wildpilzen ist es grundsätzlich äußerst wichtig, diese sicher identifizieren zu können.

Im Zweifel sollten Sie eine Pilzberatung, einen erfahrenen Pilzsammler oder Mykologen zu Rate ziehen. Vielerorts gibt es vielfältige Angebote, um Pilze erkennen zu lernen. So etwa geführte Wanderungen, Online-Kurse oder Ausbildungen zum Pilzcoach.

Wann ist Sammelzeit?

Die Sammelzeit des einjährigen Birkenporlings erstreckt sich etwa von August bis Januar.

Welche Pilze sammeln? Junge oder ältere?

Für Heilzwecke wird empfohlen, die jungen Pilze zu sammeln. Denn diese weisen das beste Wirkstoffprofil auf und der bittere Geschmack hält sich in Grenzen.

Man erkennt die jungen Pilze an ihrer hellen Oberseite und schneeweißen Unterseite. Sie lassen sich am Rand etwas eindrücken (gummiballartig) und riechen frisch.

Ältere Pilze sind steinhart, verfärben sich braun und sind meist madig. Außerdem nimmt der Wirkstoffgehalt ab und sie schmecken extrem bitter. Sammeln Sie in jedem Fall keine Pilze, die braune Flecken oder Schimmel aufweisen.

Wie erntet man die Pilze?

Junge Ötzi-Pilze können leicht geerntet werden. Sie sind noch sehr weich und können einfach mit der Hand abgedreht oder abgebrochen werden. Alternativ kann ein Messer verwendet werden, um den Pilz sauber von der Rinde zu schneiden.

Wo erntet man am besten?

Beachten Sie beim Sammeln auch den Standort der Bäume. Umweltverschmutzungen in Industriegebieten führen zu einer Kontamination mit Schwermetallen. Faktoren wie diese beeinflussen die chemische Zusammensetzung und die medizinischen Eigenschaften von Heilpilzen (4).

Wie wird der Heilpilz getrocknet und gelagert?

Da Birkenporlinge schnell verhärten, sollten sie gleich nach der Ernte in dünne Scheiben (maximal 0,5 cm) geschnitten werden. Man lässt die Scheiben an der Luft, im Ofen oder im Dörrapparat (ideal bei 40 bis 50 °C) trocknen.

Achten Sie darauf, dass die Pilze vollständig getrocknet sind, bevor Sie sie in sterilisierte Schraubgläser füllen. Sie sollten beim Biegen brechen. Ansonsten besteht Schimmelgefahr! Lagern Sie sie dann an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort. Die Haltbarkeit beträgt mindestens ein Jahr.

Die kulturelle Bedeutung des Birkenporlings

Birkenporlinge waren nicht nur in der Heilkunde, sondern auch kulturgeschichtlich von großer Bedeutung. Das getrocknete Gewebe des Pilzes ist weich-faserig und leicht abrasiv. Daher wurde es früher zum Abziehen von Rasiermessern benutzt – ähnlich wie ein Streichriemen.

Historisch wurde der Pilz auch als Zunder oder Glimmträger sowie als Material zum Polieren oder Reinigen verwendet. In Deutschland und Österreich wurde er um Ostern für rituelle Räucherzeremonien genutzt.

In der Steiermark wurden geschnitzte Fruchtkörper verwendet, um Nutztiere vor Unglück zu schützen. Die Chanten im Nordwesten Sibiriens verbrannten die Pilze, um Rauch zu erzeugen. Dadurch sollte der Einfluss der Verstorbenen auf die Lebenden unterbunden werden.

Einst galt der Birkenporling als Symbol für ewige Stärke, Weisheit und spirituelle Kraft. Unter Einflussname der Kirche und staatlicher Institutionen wurde das uralte Wissen um die Verwendung von Heilpilzen während des Mittelalters und der Frühen Neuzeit diskreditiert.

Sie wurden aus der Welt der guten Geister verbannt und in die Welt des Teufels und des Aberglaubens verdrängt. Nun scheint die Zeit endlich reif zu sein, um in Hinblick auf die Mykotherapie einen Neuanfang zu wagen.

Fazit: Birkenporling – Ein Heilpilz aus unserer Waldapotheke

Der Birkenporling ist ein vielseitiger Pilz, der für Jahrtausende ein fester Bestandteil der Traditionellen Europäischen Medizin war. Anders als in Asien geriet die Pilzheilkunde bei uns aber mehr und mehr in Vergessenheit.

Durch die moderne Forschung und das Interesse an natürlichen Heilmethoden erlebt der Birkenporling zurzeit eine Renaissance. Er wird in Form von Tees, Tinkturen, Pulver und Salben genutzt, um Magen-Darm-Probleme zu lindern, das Immunsystem zu stärken und Krebstherapien zu unterstützen.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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