Hafermilch – Wie gesund ist der Drink aus Hafer?
- Hafermilch ist eine pflanzliche Alternative zu Kuhmilch und lässt sich in vielen Alltagssituationen ähnlich verwenden.
- Auch wenn sie wie Milch genutzt wird, darf sie rechtlich in vielen Ländern nicht so genannt werden.
- Geschmack und Inhaltsstoffe können je nach Sorte und Herstellung deutlich variieren.
- In Kaffee, Müsli oder beim Kochen ist sie praktisch, funktioniert aber nicht in jedem Rezept gleich gut.
- Für die tägliche Ernährung lohnt sich ein genauer Blick, da nicht jede Variante unbedenklich ist, zumindest nicht in größeren Mengen.
Was ist Hafermilch?
Hafermilch ist ein Getränk, das meist aus Hafer, Wasser, Sonnenblumenöl und etwas Salz hergestellt wird. Es hat einen angenehm süßlich-milden Geschmack und kann in vielen Bereichen sehr gut herkömmliche Milch ersetzen.
Inzwischen gibt es auch Hafermilch-Varianten, die ohne Öl hergestellt werden (Natumi Bio Hafer Pur – nur aus 3 Zutaten) sowie Varianten, die keinen Zucker enthalten, also auch keinen hafereigenen Zucker (Natumi Bio Hafer Zero). Bei letzterem sind nur noch 3,9 % Kohlenhydrate und 0 % Zucker enthalten.
Allerdings ist der Geschmack bei letzterem dann natürlich auch ein anderer. Der Drink schmeckt kaum noch süß. Auch ist offenbar nun ein Verdickungsmittel nötig, um eine angenehme Konsistenz zu erzielen.
Hafermilch ist ein rein pflanzliches Getränk und daher lactosefrei, kann also bei Laktoseintoleranz konsumiert werden.
Warum heißt Hafermilch eigentlich Haferdrink?
Hafermilch und Haferdrink beschreiben ein und dasselbe Getränk. Da es wie tierische Milch aussieht und diese auch in vielen Bereichen ersetzen kann, nannte man es Hafermilch (genau wie Reis-, Mandel- und Sojamilch).
Inzwischen darf man es aber nicht mehr Hafermilch nennen, da der Begriff „Milch“ in vielen Rechtsordnungen – insbesondere in der Europäischen Union und in der Schweiz – als geschützte Verkehrsbezeichnung definiert ist.
Schon in der EU-Verordnung Nr. 1308/2013 heißt es, als „Milch“ dürfen nur Produkte bezeichnet werden, die aus dem Euter eines Säugetieres stammen.
Der Europäische Gerichtshof hat dies bereits im Jahr 2017 in einem Grundsatzurteil bestätigt und klargestellt, dass Begriffe, wie „Sojamilch“, „vegane Milch“ oder „Pflanzenmilch“ unzulässig sind, also auch Begriffe, aus denen klar hervorgeht, dass es sich nicht um Kuhmilch handelt.
Es gehe dabei weniger um eine mögliche Irreführung, sondern darum, dass Milchprodukte eine geschützte Produktkategorie darstellten, die nicht „verwässert“ werden dürfe.
Im Frühjahr 2026 kam es zu einem weiteren Urteil. Diesmal hat das Schweizer Bundesgericht die Aufschrift „This ist not M!LK“ auf einer Pflanzenmilch der Danone-Marke Alpro als unzulässig erklärt. Auch indirekte Bezugnahmen und Anspielungen auf den Begriff „Milch“ seien zu unterlassen.
In den USA hingegen verfolgt die zuständige Lebensmittelbehörde FDA eine deutlich liberalere Linie und erlaubt Bezeichnungen wie „oat milk“ oder „soy milk“, weil davon ausgegangen wird, dass Verbraucher die pflanzliche Herkunft erkennen und keine relevante Irreführung vorliegt.
In redaktionellen Texten ist die alltagssprachliche Verwendung des Begriffs Hafermilch jedoch zulässig, solange keine produktbezogene Werbung oder Kennzeichnung vorliegt. Daher verwenden auch wir im vorliegenden Artikel sowohl „Haferdrink“ als auch „Hafermilch“.
Wofür wird Hafermilch verwendet?
Haferdrink kann in vielen Bereichen herkömmliche Milch ersetzen. Er kann zum Kochen und Backen verwendet werden, etwa in Saucen, Suppen, Desserts, Muffins, Brownies und vielen Kuchenrezepten.
Ideal ist dabei, dass der Drink neutral schmeckt (im Vergleich zu Kokosmilch). In Biskuit aber oder auch in cremigen Füllungen kann man Kuhmilch nicht gegen Hafermilch austauschen. Dem Haferdrink fehlt es an Protein, das nötig ist, um entsprechend stabile Emulsionen und luftige Ergebnisse zu erzielen. Hier wäre dann Sojamilch besser geeignet.
Auch für Kaffee ist Haferdrink ideal. Da er süßlich schmeckt, kann man sich oft den Zucker sparen (wenn man sonst Zucker in den Kaffee tat).
Will man die Milch aufschäumen, verwendet man am besten die Barista-Variante – siehe nächster Abschnitt. Zwar lässt sich auch normale Hafermilch oft aufschäumen, nur zerfällt der Schaum auch schnell wieder.
Für Müslis, Porridge, Shakes und Smoothies wird der Drink ebenfalls oft verwendet.
Was ist Hafermilch Barista?
Mit Barista-Varianten lässt sich ein stabiler Schaum für Kaffeegetränke herstellen. Damit dies gelingt sind sie technologisch angepasst. Sie enthalten in der Regel etwas mehr zugesetztes Pflanzenöl (1,8 % statt 0,8 %) und sind oft auch besser homogenisiert.
Dadurch entsteht eine stabilere Emulsion, die feinere Luftblasen ermöglicht und den Schaum länger hält. Teilweise kommen auch zusätzlich Stabilisatoren oder Säureregulatoren oder leicht veränderte Rezepturen zum Einsatz, um die Interaktion mit Kaffee zu verbessern und ein Ausflocken bei Säurekontakt zu verhindern.
Leicht gekühlte Hafermilch lässt sich übrigens oft besser aufschäumen als warme. Mit einem guten Milchaufschäumer oder einer Dampfdüse kann man auch aus normaler Hafermilch einen akzeptablen Schaum erzeugen, aber er wird in der Regel weniger feinporig und weniger stabil sein als bei Barista-Produkten.
Will man also einen cremigen, stabilen Milchschaum für Cappuccino oder Latte Art, dann sollte man zu einem Barista-Haferdrink greifen.
Kann man aus Haferdrink Joghurt machen?
Für die herkömmliche Joghurtherstellung eignet sich der Haferdrink nicht. Will man dennoch Joghurt daraus herstellen, benötigt man Verdickungsmittel, um eine joghurtähnliche Konsistenz zu erzielen.
Denn die Joghurtkulturen (Milchsäurebakterien) können dem Drink zwar einen säuerlichen Geschmack verleihen, doch wird er nicht dick – was daran liegt, dass er einen zu niedrigen Proteingehalt hat.
In Sojamilch z. B. ist der Proteingehalt ausreichend hoch, so dass das Eiweiß gerinnt, sobald durch die Aktivität der Milchsäurebakterien der pH-Wert sinkt. Sojajoghurt kann daher einfach auch im Privathaushalt hergestellt werden.
Welche Nährwerte und wie viele Kalorien hat Haferdrink?
Die Nährwerte können je nach Hersteller schwanken. Wir geben daher hier beispielhaft die Nährwerte des Natumi Haferdrinks Natural an (pro 100 ml). Es ist ein normaler Haferdrink, also weder zucker- noch fettreduziert und auch keine Barista-Variante.
- Energie – 36 kcal/152 kj
- Fett – 1,1 g (davon gesättigte Fettsäuren 0,1 g, einfach ungesättigte Fettsäuren 0,3 g, mehrfach ungesättigte Fettsäuren 0,6 g)
- Kohlenhydrate – 6,1 g (davon 5 g Zucker)
- Ballaststoffe – 0,3 g
- Protein – 0,3 g
- Salz – 0,13 g
Der Natumi Haferdrink Zuckerfrei (Zero) hat die folgenden Nährwerte (pro 100 ml):
- Energie – 25 kcal/104 kj
- Fett – 0,8 g (davon gesättigte Fettsäuren 0,1 g, einfach ungesättigte Fettsäuren 0,2 g, mehrfach ungesättigte Fettsäuren 0,4 g)
- Kohlenhydrate – 3,9 g (davon 0,0 g Zucker)
- Ballaststoffe – 0,2 g
- Protein – 0,4 g
- Salz – 0,08 g
Zum Vergleich hier die Nährwerte von normaler Kuhmilch, ebenfalls pro 100 ml:
- Energie – 65 kcal/272 kj
- Fett – 4 g (davon gesättigte Fettsäuren 2,4 g, einfach ungesättigte Fettsäuren 0,9 g, mehrfach ungesättigte Fettsäuren 0,01 g)
- Kohlenhydrate – 5 g (davon 4,7 g Lactose)
- Ballaststoffe – 0 g
- Protein – 3 g
- Salz – 0,08 g
Wie hoch ist der glykämische Index?
Reisdrink beispielsweise enthält als Zuckerart hauptsächlich Glukose. Sein glykämischer Index (GI) ist daher hoch (> 96).
Der Zucker in Haferdrink hingegen besteht zu großen Teilen aus Maltose. Ihr glykämischer Index liegt bei 105. Dennoch hat Haferdrink nur einen mittleren GI von 59. Dies wird in einer Analyse von 2016 mit dem β-Glucan-Gehalt im Hafer erklärt (1), der bekanntermaßen den GI senkt.
Damit Sie den Wert von 59 besser einschätzen können: Auch Honig, Langkornreis und Bananen bewegen sich in diesem Bereich. Einen hohen GI (über 70) haben hingegen Kartoffelpüree, Datteln, weißer Reis, Pommes, Bier und Weißbrot.
β-Glucane (Beta-Glucane) sind lösliche Ballaststoffe, die zahlreiche vorteilhafte Wirkungen auf die Darmgesundheit und auch auf die Allgemeingesundheit haben. Durch ihre viskositätsbildende Wirkung im Darm können sie nachweislich den Blutzuckeranstieg verlangsamen und den LDL-Cholesterinspiegel senken.
Am Ballaststoffgehalt der Haferdrinks sehen Sie oben jedoch bereits, dass dieser sehr gering ist. Auch ist ungewiss, ob die β-Glucane nach der Verarbeitung des Hafers noch ausreichend intakt und löslich sind, um überhaupt noch einen Effekt zu haben.
In vielen handelsüblichen Haferdrinks ist die Menge und insbesondere die funktionelle Qualität der β-Glucane vermutlich so reduziert, dass der bremsende Einfluss auf den Blutzucker in der Praxis deutlich geringer ausfallen wird als unter kontrollierten Studienbedingungen.
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Ist Hafermilch für Babys geeignet?
Die pflanzliche Milch ist für Babys nicht geeignet. Säuglinge benötigen Muttermilch oder speziell entwickelte Säuglingsmilchnahrung, die in ihrer Zusammensetzung an die Muttermilch angepasst ist und den hohen Bedarf an Energie und Nährstoffen deckt.
Haferdrink enthält überwiegend Kohlenhydrate und Zucker, aber deutlich zu wenig Protein, essenzielle Fettsäuren wie Omega-3 sowie wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente und ist damit für diese Altersgruppe nicht bedarfsgerecht.
Er kann Muttermilch daher keinesfalls ersetzen; eine Ernährung von Säuglingen mit Hafermilch würde zu schweren, potenziell lebensbedrohlichen Mangelzuständen führen. Auch im Beikostalter ist Haferdrink nur in kleinen Mengen und nicht als Hauptnahrungsmittel geeignet.
Wie wird Haferdrink hergestellt?
Für die Herstellung von Haferdrink ist natürlich Hafer erforderlich. Er besteht zu etwa 60 % aus Stärke. Sie schmeckt neutral, also nicht süß, wie Sie wissen, wenn Sie an Haferflocken denken.
Im ersten Schritt wird der Hafer gereinigt, geschält und fein vermahlen. Anschließend wird er mit Wasser vermischt. Dann werden gezielt Enzyme eingesetzt, vor allem α-Amylase und β-Amylase. Die Enzyme verwandeln die Stärke nun in kleinere, süß schmeckende Zuckerbausteine (vorwiegend Maltose) um.
Dadurch entsteht eine natürliche Süße ohne zugesetzten Zucker. Auch die Konsistenz ändert sich und wird weniger viskos. Die Flüssigkeit wird nun filtriert und mit weiteren Zutaten versetzt, etwa mit Öl, um das Mundgefühl zu verbessern.
Gleichzeitig trägt das Öl dazu bei, dass sich das Produkt im Kaffee stabiler verhält, da Fett die Schaumbildung und Emulsionsstabilität unterstützt. Daher sind Barista-Haferdrinks etwas fettreicher als normale Haferdrinks.
Damit sich Wasser und Öl nicht wieder trennen, wird die Mischung homogenisiert. Dabei wird die Flüssigkeit unter hohem Druck durch feine Düsen gepresst, wodurch sich das Öl in sehr kleine Tröpfchen verteilt und eine stabile Emulsion entsteht.
Salz wird in kleinen Mengen zugesetzt, meist im Bereich von wenigen Zehntel Gramm pro 100 ml. Es dient nicht der „Salzigkeit“ im engeren Sinne, sondern wirkt als Geschmacksverstärker. Genau wie die Prise Salz im Kuchen verstärkt das Salz auch im Haferdrink die Wahrnehmung der natürlichen Süße.
Manche Hersteller geben noch Calcium, Vitamin D, Vitamin B12 oder Vitamin B2 hinzu, um das Produkt ernährungsphysiologisch an Kuhmilch anzunähern.
Neben diesen klassischen, enzymatisch hergestellten Produkten gibt es auch enzymfreie oder enzymreduzierte Varianten. Bei diesen wird auf den gezielten Stärkeabbau weitgehend verzichtet, sodass weniger Maltose entsteht. Diese Produkte sind meist weniger süß und weisen einen geringeren Zuckergehalt auf.
Sie sind technologisch anspruchsvoller herzustellen und sensorisch anders, werden aber zunehmend angeboten, insbesondere für Zielgruppen, die auf eine niedrige Kohlenhydrataufnahme achten.
Wie kann man Hafermilch selbst herstellen?
In unserer Rezepterubrik finden Sie unter „Hafermilch zum Selbermachen“ ein Rezept, wie Sie Ihren Haferdrink selbst herstellen können.
Welche Arten von Hafermilch gibt es?
Es gibt inzwischen zahlreiche unterschiedliche Hafermilch-Variationen. Abgesehen von den bereits genannten (Normal, Barista, Zuckerfrei, Ölfrei (pur)), gibt es Sorten mit Geschmack (Vanille, Schoko, Matcha, Kaffee, Chai) und Sorten mit bestimmter Nährstoffzugabe, z. B. mit Omega-3-Fettsäuren oder mit Calcium und Vitaminen (meist B12, B2 und D).
Auch Barista-Arten werden inzwischen gerne aromatisiert (von Oatly gibt es Barista-Haferdrink z. B. mit Popcorn- oder Karamell-Aroma).
Genauso hat Oatly Haferdrink für Kaffee-Vollautomaten. Diese bilden keinen Bodensatz, der andernfalls schlecht für die Düsen und Leitungen wäre und auch zu unregelmäßigem Schaum führen könnte. Die Automaten-Version ist außerdem feiner gefiltert und etwas fetthaltiger.
Welche Hafermilch ist die beste für Kaffee?
Welche Hafermilch nun für Kaffee die beste ist, hängt inzwischen davon ab, ob Sie den Kaffee normal aufbrühen, ob Sie einen Vollautomaten haben oder ob Sie den Kaffee kalt (Eiskaffee) trinken möchte – und natürlich auch davon, welche Sorten es in den Läden in Ihrer Nähe gibt.
Mit einer Barista-Variante sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite.
Welche Hafermilch ist die beste zum Backen?
Barista-Varianten sind zum Backen meist besser als normale Haferdrinks, weil sie mehr Fett enthalten und technologisch stabiler sind. Das Fett verbessert die Emulsion im Teig, sorgt für eine gleichmäßigere Krume und verhindert, dass Kuchen trocken oder bröselig werden.
Hersteller optimieren diese Produkte gezielt für cremige Textur und Stabilität, was sich auch beim Backen positiv auswirkt. Das heißt, die Kuchen werden saftiger. Wie oben jedoch erklärt (bei den Verwendungsmöglichkeiten), passt Haferdrink nicht in jedes Kuchenrezept.
Welcher Haferdrink hat besonders viel Protein?
Es gibt inzwischen auch proteinreichere Hafermilch-Sorten. Allerdings sind diese entweder mit etwas Sojamilch vermischt oder aber sie enthalten pflanzliche Proteine, z. B. Erbsenprotein. Geschmacklich haben wir keinen entsprechenden Haferdrink gefunden, der uns zugesagt hätte.
Meist benötigen die Drinks auch verschiedene Emulgatoren und Zusätze, damit die Mischung eine angenehme Textur behält.
Wenn Sie Ihre Ernährung mit Protein anreichern möchten, dann würden wir raten, lieber selbst einen Proteinshake zuzubereiten, z. B. aus Sojadrink, Reisproteinpulver und einem Geschmacksgeber (Banane, Beeren, Kakao, Vanille).
Welche Hafermilch ist die beste?
Ohne dass der Hersteller davon weiß, empfehlen wir hier den Haferdrink von Natumi. Wir finden, er schmeckt am besten und hat außerdem eine „cleane“ Rezeptur. Während Oatly noch Säureregulatoren braucht, kommt Natumi bei besserem Geschmack ohne diese Zusätze aus.
Welche Hafermilch ist glutenfrei zertifiziert und bei Zöliakie geeignet?
Wenn auf einem Haferdrink „glutenfrei“ steht, bedeutet das nach geltender Definition, dass der Gehalt an Gluten aus Weizen, Roggen oder Gerste unter 20 mg/kg (ppm) liegt.
Das betrifft also Verunreinigungen durch andere Getreidearten, nicht das im Hafer selbst enthaltene Avenin, ein Speicherprotein, das strukturell mit Gluten verwandt ist. Das Avenin bleibt im Produkt enthalten.
Avenin ist im Hafer mengenmäßig deutlich geringer vertreten als Gluten im Weizen. Weizen enthält etwa 8–15 % Protein, davon ein großer Teil Gluten.
Bei Hafer hingegen liegt der Gesamtproteingehalt zwar bei etwa 12–15 %, wovon aber nur 10-15 % aus Avenin bestehen.
In Haferdrinks relativiert sich das noch weiter, weil das Produkt stark verdünnt ist und insgesamt wenig Protein enthält. Typische Haferdrinks liefern etwa 1–2 g Protein pro 100 ml; daraus ergibt sich ein Aveninanteil im Bereich von vielleicht 0,1–0,3 g pro 100 ml, also sehr geringe Mengen.
Für die meisten Menschen, auch für viele Personen mit Zöliakie, ist reiner, nicht kontaminierter Hafer gut verträglich. Ein kleiner Teil der Betroffenen reagiert jedoch auch auf Avenin, weshalb Haferprodukte – selbst wenn sie als glutenfrei gekennzeichnet sind – individuell getestet werden sollten.
Glutenfrei bedeutet bei Haferdrink also: frei von relevantem Fremdgluten, aber nicht frei von Avenin, das jedoch nur in relativ kleinen Mengen vorliegt.
Muss Haferdrink Bio sein?
Hafer zählt nicht zu jenen Lebensmitteln, die besonders stark gespritzt werden. Die Gefahr, durch Hafermilch übermäßig viele Pestizidrückstände zu sich zu nehmen, ist daher eher gering.
Allerdings sind es meist die konventionellen Haferdrinks, die auch zahlreiche überflüssige Zusatzstoffe und Hilfsstoffe enthalten, so dass man im Bio-Bereich diesbezüglich hochwertigere Produkte findet.
Kann man Hafermilch zu Sahne schlagen?
Für stabile Schlagsahne braucht man mindestens etwa 30 % Fett. Hafermilch enthält nur 1-3 % Fett und kann daher nicht zu Sahne aufgeschlagen werden. Aber es gibt aufschlagbare Hafersahne. Diese kann auch weniger als 30 % Fett enthalten, was daran liegt, dass sie zahlreiche Hilfsstoffe enthält, die das Produkt aufschlagbar machen.
Kann man täglich Hafermilch trinken?
Viele Leute trinken die Pflanzenmilch täglich. Da sie so süß schmeckt, gewöhnt man sich schnell an sie – und irgendwann merkt man, dass man immer mehr davon trinkt, wie bei einer Süßigkeit.
Mit normalem Haferdrink (mit einem durchschnittlichen Zuckeranteil von 5 g pro 100 ml) erreicht man bei einem halben Liter aber 25 g Zucker – und zwar in Form von Maltose, die rasch zu Glucose abgebaut wird. Der Blutzuckerspiegel steigt - und genauso der Insulinspiegel.
Wenn Sie den Drink daher täglich trinken möchten, dann versuchen Sie, sich an die zuckerfreien Varianten zu gewöhnen.
Sollten Ihnen diese geschmacklich nicht zusagen, dann achten Sie darauf, nicht mehr als 100-200 ml Haferdrink pro Tag zu trinken. Betrachten Sie ihn als Süßigkeit oder Dessert, aber nicht als Grundnahrungsmittel.
Kann man gleich morgens Hafermilch trinken?
Das im vorigen Abschnitt Erklärte trifft auch hier zu. Wenn Sie einen normalen Haferdrink wählen und diesen gleich morgens trinken, dann steigt dadurch deutlich Ihr Blutzuckerspiegel und Ihr Insulinspiegel.
Aber es kommt auch darauf an, ob sie ihn pur trinken oder z. B. ins Müsli geben. Denn die Ballaststoffe im Müsli puffern den Blutzuckeranstieg. Natürlich sollte das Müsli nicht auch noch Zucker enthalten.
Wenn Sie zuckerfreie Pflanzenmilch haben, dann ist diese problemlos auch schon morgens ins Frühstück integrierbar.
Kann man Hafermilch mit Haferflocken essen?
Die Kombination aus der Pflanzenmilch mit Haferflocken ist ein klassisches Frühstück (Porridge, Müsli). Es liefert die gesundheitlichen Vorteile der Haferflocken (Ballaststoffe, Beta-Glucane, Vitalstoffe, Energie) plus weitere Energie in Form des Haferdrinks.
Wenn Sie einen anstrengenden Job haben, viel Sport machen oder sich generell viel bewegen, sind Sie bei diesem Frühstück – natürlich abhängig von der Menge – erst einmal gut gesättigt und können in den Tag starten, ohne gleich wieder hungrig zu werden.
Aber auch hier wäre es besser, einen zuckerfreien Haferdrink zu wählen. Denn die Vorteile der Haferflocken bleiben bestehen, während man gleichzeitig die Kohlenhydratlast und den glykämischen Index des Frühstücks reduziert.
Günstiger wäre die Kombination (der Haferflocken) mit einer Proteinquelle (mehr Eiweiß und weniger Zucker), z. B. Sojadrink, Soja-Skyr oder Sojajoghurt. Der Haferdrink fällt dann raus und wird im Alltag nur als Backzutat oder Kaffeemilch verwendet.
Ist Hafermilch für Diabetiker gut?
Zuckerfreie Hafermilch kann auch bei Diabetes getrunken werden. Die normale Hafermilch liefert jedoch viel Zucker, was dann auch beim Blutzuckermanagement berücksichtigt werden muss.
Wenn ein Haferdrink etwa 6 g Kohlenhydrate pro 100 ml enthält, dann entsprechen 100 ml ungefähr 0,5 BE (bzw. 0,6 KE). Eine typische Portion von 200 ml liegt also bei etwa 1 BE bzw. 1,2 KE.
Wichtig ist dabei, dass ein großer Teil der Kohlenhydrate in Form von schnell verfügbarem Zucker (Maltose) vorliegt (5 g). Diese wird im Körper sehr schnell zu Glukose abgebaut und führt daher zu einem relativ schnellen Blutzuckeranstieg. In der Praxis verhält sich Hafermilch deshalb eher wie ein schnell wirksames Kohlenhydrat, ähnlich einem gesüßten Getränk.
Kann man Hafermilch bei Reflux trinken?
Bei Reflux ist die Pflanzenmilch oft besser verträglich als Kuhmilch, denn sie enthält weniger Fett und keine Laktose. Dennoch sollten Betroffene das Hafergetränk vorsichtig probieren (jeder reagiert anders), am besten auf zuckerfreie Varianten setzen und auf jeden Fall Sorten wählen, die keine Verdickungsmittel oder sonstige Zusätze enthalten. Entsprechend hochwertige Drinks können sogar beruhigend wirken und Säuren puffern.
Ist Hafermilchpulver besser?
Hafermilchpulver wird einfach mit Wasser angerührt - und fertig ist der Haferdrink. Das Pulver besteht meist aus nichts anderem als fermentiertem Hafer. Manchmal werden die hafertypischen Ballaststoffe Beta-Glucane noch hinzugegeben. Mehr zu deren Wirkung lesen Sie in unserem Artikel Beta-Glucane - Wirkung und Einnahme.
Es löst sich gut und hat ebenfalls - wie Haferdrinks aus dem Verbundkarton - einen süßlichen Geschmack.
Im Vergleich zu den Fertigdrinks hat das Pulver mindestens sechs Vorteile:
1. Da man nur Wasser hinzugibt, ist die entstehende Milch frei von Öl, Verdickungsmitteln und sonstigen Zusätzen. Manche Hersteller geben aber auch ins Pulver z. B. Säureregulatoren.
2. Der Zuckergehalt ist geringer als bei normalen Haferdrinks (aber höher als bei zuckerfreien Haferdrinks/Haferdrinks zero). Je nach Marke liegt er mal unter, mal über 2 g pro 100 ml Drink.
3. Man kann ein Wasser nach Wahl nehmen, z. B. gefiltertes Osmosewasser.
4. Man spart reichlich Müll. In einer Pulverpackung (ein Beutel und ein Umkarton) ist meist Pulver für 3-4 Liter enthalten, so dass man 3-4 Verbundkartons vermeidet.
5. Man kann das Pulver leicht mit in den Urlaub nehmen.
6. Es ist pro Liter meist günstiger als Bio-Haferdrinks im Verbundkarton.
* Hier erhalten Sie ein Bio-Hafermilchpulver.
Fazit: Hafermilch ist nur mit Einschränkungen gesund
Letztendlich ist Hafermilch in der normalen Variante (mit hafereigenem Zucker) für Kaffee sowie zum Kochen und Backen eine gute Milchalternative. Zum Backen sind besonders Barista-Sorten ideal.
Will man die pflanzliche Milch jedoch regelmäßig trinken, sollte man die zuckerhaltigen Sorten nur als Dessert betrachten und in entsprechend kleinen Mengen konsumieren (100-200 ml). Besser sind dann die zuckerfreien Sorten, die aber dann auch geschmacklich weniger ansprechend sind.
Aufgrund des Zuckergehalts ist Haferdrink also kein Produkt, das als sehr gesund bezeichnet werden kann. Auch liefert es kaum Ballaststoffe. Selbst die hafereigenen so gesunden Beta-Glucane (löslichen Ballaststoffe) sind in der Hafermilch kaum noch in relevanten Mengen enthalten.
Auch Proteine und Vitalstoffe sind im Haferdrink kaum enthalten. Letztere nur, wenn sie zugesetzt werden (Calcium, Vitamine B2, B12 und D). Allenfalls könnten Spuren an Eisen, Zink und Mangan enthalten sein.
Eine Alternative, die auch Verpackungsmüll sparen hilft, sind Hafermilchpulver. Meist rührt man davon 100 g mit 1 Liter Wasser an und erhält dann einen fertigen Haferdrink. Der Zuckergehalt pro 100 ml liegt bei nur ca. 2 g (andere Haferdrinks enthalten um die 5 g).
Update 4.4.2026
Wir haben den Abschnitt zum Pulver noch eingefügt.