Knollensellerie - Heimisches Wurzelgemüse
- Knollensellerie ist ein heimisches Wurzelgemüse, das sich sehr gut für eine regionale und vielseitige Küche eignet.
- Die Knolle kann roh, gedünstet, gekocht, gebraten, gebacken oder püriert verwendet werden - und ist auch gut etliche Wochen lagerfähig.
- Sie liefert Ballaststoffe, Vitamin K und verschiedene Pflanzenstoffe, die unter anderem Verdauung, Herz und allgemeines Wohlbefinden unterstützen können.
- Auch das Selleriegrün ist nutzbar, z. B. fein geschnitten im Salat oder in der Suppe.
Knollensellerie – ideal für die regionale Küche
Der Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum) ist eine Gemüsepflanze mit einer bis zu 1 kg schweren Knolle, die zum Teil unterirdisch und zum Teil oberirdisch wächst.
Der Knollensellerie zählt botanisch wie die Karotte oder der Rettich zu den Rüben. Die Knolle und auch die Blätter der Pflanze verströmen dank ätherischer Öle einen besonders intensiven Duft.
Lange Zeit führte das Wurzelgemüse ein Mauerblümchen-Dasein. Es wurde fast ausschließlich als Bestandteil des sogenannten Suppengrüns wahrgenommen. Dabei ist die heilsame Knolle extrem vielseitig, kann auf die unterschiedlichsten Arten zubereitet werden und ist zudem noch ein heimisches Gemüse – ideal für die regionale Küche.
Wann ist Saison?
Die Hochsaison dauert von Juni bis November. Von Dezember bis März wird auf Lagerware zurückgegriffen.
In Deutschland werden etwa 85.000 Tonnen der dicken Knollen geerntet, was in etwa einem Sechstel der gesamten EU-Ernte entspricht (8) (10). In der Schweiz sind es jährlich 10.000 Tonnen (11).
Es ist also kein Problem, heimische und regionale Ware zu bekommen.
Die Sellerie-Arten
Es gibt weltweit rund 60 Sellerie-Arten. Sie alle zählen– wie etwa der Fenchel, die Petersilie und der Koriander – zur großen Familie der Doldenblütler. Als Gemüse und Heilpflanze findet aber vordergründig der Echte Sellerie (Apium graveolens) Verwendung.
Es wird unterschieden zwischen den folgenden 3 Varietäten:
Knollensellerie, Stangensellerie und Blattsellerie
Die drei Namen deuten bereits darauf hin, welche Pflanzenteile jeweils in der Küche im Fokus stehen.
Über den Stangensellerie lesen Sie alle Details in unserem Artikel Stangensellerie - Ein Gemüse, viele Möglichkeiten. Sie finden den Artikel ganz unten bei den weiterführenden Artikeln unterhalb der Kommentare.
Wie wird das Wurzelgemüse in der Küche vorbereitet?
Bevor es ans Kochen geht, sollte der Knollensellerie – auch bekannt als Zeller sowie Wurzel- oder Rübensellerie – gründlich unter fließendem, kaltem Wasser abgebürstet und gewaschen werden. Nur so kann die in der furchigen Schale haftende Erde gut entfernt werden.
Anschließend wird der Wurzel- und Blattansatz abgeschnitten und die dicke Schale mithilfe von einem Sparschäler oder scharfen Messer entfernt.
Nun kann die Knolle – abhängig vom Rezept – geviertelt, in Scheiben geschnitten, gehobelt sowie in Würfel oder Streifen geschnitten werden. Ein großes, schweres Messer ist für diese Arbeit ideal, da auch die geschälte Knolle ziemlich hart ist.
Wenn das weiße Fleisch mit Sauerstoff in Kontakt kommt, beginnt es schnell zu oxidieren und verfärbt sich braun, wie wir das z. B. auch von Äpfeln kennen. Wenn Sie Zitronensaft darüber träufeln, wird der Oxidationsvorgang (durch das enthaltene Vitamin C) verlangsamt.
Muss der Knollensellerie geschält werden?
Geschält werden muss die Knolle nicht unbedingt. Schließlich ist die Schale keineswegs giftig. Empfohlen wird das Schälen deshalb, da die Schale sehr hart ist und der erdige, herbe Geschmack nicht jedermanns Sache ist.
Wenn Sie eine Brühe herstellen möchten, könnten Sie u. U. auch eine teilweise ungeschälte Knolle verwenden. Nur der Teil, an dem die Wurzel wuchs, wird weggeschnitten, weil dort auch oft noch Erde in den Vertiefungen haftet, die man nur schwer entfernen kann.
Am besten eignet sich der Verzehr der Schale von jungen, also noch nicht ausgewachsenen Knollen. Während die älteren Knollen besonders aromatisch schmecken, sind jüngere in Bezug auf die Konsistenz und auch den Geschmack viel zarter.
Wie wird der Knollensellerie zubereitet?
Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, das Wurzelgemüse lecker zuzubereiten:
Rohkost – frisch und voller Vitamine
Die Knolle kann wunderbar roh genossen werden, z. B. in einem fruchtigen Selleriesalat mit Walnüssen.
Menschen, die ein empfindliches Verdauungssystem haben, reagieren auf die rohe Knolle zuweilen mit Blähungen und Durchfall. Bei gesundem Magen-Darm-Trakt aber wirkt sich das Wurzelgemüse auf Verdauung und Darmflora positiv aus
Tasten Sie sich langsam an die rohe Knolle heran, wenn Sie sie bisher nur gekocht gegessen haben.
Dünsten – schnell und einfach
Das Dünsten ist eine sehr vorteilhafte Garmethode, da der Gehalt an hitzelabilen und wasserlöslichen Inhaltsstoffen viel weniger reduziert wird als beim Kochen oder Braten.
Geben Sie 1 El Olivenöl in einen Topf, dünsten Sie den in Würfel geschnittenen Knollensellerie darin 1 Minute an. Würzen Sie mit Salz und Pfeffer. Geben Sie 100 ml Gemüsebrühe oder Wasser hinzu, lassen alles aufkochen und dünsten dann bei geschlossenem Deckel und bei mittlerer Hitze 10 bis 12 Minuten.
Kochen – Suppe und Eintopf
Kochen sollten Sie das Wurzelgemüse nur, wenn Sie den Sud dann mitessen, wie es etwa bei einer Brühe, Suppe oder einem Eintopf der Fall ist. Andernfalls würden Sie einen Teil der wasserlöslichen Mineralstoffe und Vitamine mit dem Kochwasser in den Abguss gießen.
In gröbere Würfel geschnitten benötigt das Gemüse etwa 20 Minuten, um gar zu werden, wie z. B. in unserer Sellerie-Cremesuppe mit Kokosmilch (das Rezept finden Sie in unserer Rezepte-Rubrik).
Braten – knusprig aus der Pfanne
Der gebratene Knollensellerie schmeckt besonders würzig. Schneiden Sie die vorbereitete Knolle in 1 cm dicke Scheiben und dann in mundgerechtere Stücke, die Sie dann, wie Sie es von Bratkartoffeln kennen, in etwas Fett knusprig braten.
Salzen Sie die gebratenen Scheiben erst, wenn sie fertig gegart sind, weil das Gemüse sonst Wasser zieht. Abgesehen von Salz und Pfeffer eignen sich Gewürze wie Paprika, Chili oder frische Petersilie, um das Gericht zu aromatisieren.
Braten - Sellerischnitzel mit oder ohne Panade
Sie können die Scheiben auch ganz lassen und braten - oder erst panieren und dann braten. Dies ergibt die legendären Sellerieschnitzel.
In unserer Rezepte-Rubrik finden Sie gleich zwei Sellerieschnitzel-Variationen - einmal mit Sesampanade und zum anderen mit Zitronenpanade. Geben Sie einfach "Sellerieschnitzel" in die Suche ein.
Backen – aus dem Ofen mit Kartoffeln und Pilzsauce
Bei dieser Garmethode wird das Wurzelgemüse nicht geschält, sondern im Ganzen im Backofen gebacken und anschließend mit Kartoffeln und einer feinen Pilzsauce serviert.
Pürieren – leckeres Püree
Ein leckeres Püree kann nicht nur aus Kartoffeln, sondern auch aus Blumenkohl, Erbsen oder dem Knollensellerie gezaubert werden. Schneiden Sie die vorbereitete (geputzte und geschälte) Knolle in Würfel und kochen Sie diese in einer Gemüsebrühe weich (ca. 20 Minuten). Machen Sie dann eine Bissprobe, das Wurzelgemüse sollte schön weich sein.
Seihen Sie das Gemüse nun mit einem Sieb ab und bewahren Sie die Brühe auf. Anstelle von tierischen Fetten wie Schlagsahne oder Butter können Sie wunderbar Margarine, Cashewmus oder Mandelsahne hinzufügen, um für die ersehnte Cremigkeit zu sorgen.
Verarbeiten Sie nun alles mit dem Stabmixer zu einem cremigen Püree. Falls die Konsistenz zu dick sein sollte, können Sie das Püree mit der Gemüsebrühe verdünnen und nochmals durchmixen. Verfeinern Sie das Gericht dann mit Gewürzen Ihrer Wahl, z. B. schwarzem Pfeffer und Muskatnuss.
Rezepte mit Knollensellerie
In unserem ZDG-Kochstudio finden Sie viele weitere köstliche Rezepte mit dem Knollensellerie - schauen Sie in unserer Rubrik "Gesunde Rezepte" nach oder in unserem Youtube-Kanal.
Kann man die Blätter essen?
Das Selleriegrün ist besonders reich an Mikronährstoffen und kann zum Würzen verwendet werden.
Waschen Sie die Blätter gründlich, schütteln Sie sie trocken und streuen Sie sie gehackt oder in feine Streifen geschnitten über Soßen, Suppen, Salate, Eintöpfe oder Bratkartoffeln.
Insbesondere die jungen Blätter eignen sich perfekt, um Smoothies oder – in Kombination mit Pinienkernen und Knoblauch – einen Pesto der besonderen Art zu kreieren.
Was ist beim Einkauf zu beachten?
Der Knollensellerie wird ganzjährig praktisch in jedem Supermarkt, Bioladen und auf Bauernmärkten angeboten.
Eine frische bzw. gut gelagerte Knolle ist hart und trocken. Sie hat eine gelbliche, bräunliche Schale und das Fleisch ist weiß bis cremefarben.
Für die Frische sprechen außerdem – falls vorhanden – kräftige und grüne Blätter. Exemplare mit dunkelbraunen Flecken und beschädigter Schale sollten Sie unbedingt links liegen lassen.
Wie wird die Knolle am besten gelagert?
Richtig gelagert hält sich die Knolle monatelang. Schneiden Sie dazu noch vor den Frösten im Oktober und November die Wurzeln und Blätter ab, legen Sie die Knolle(n) in Kisten mit Sand (der obere Knollenteil sollte frei liegen) und lagern Sie diese kühl, aber frostfrei (Idealtemperatur 0 bis 1 °C) bei hoher Luftfeuchtigkeit (am besten im Keller).
Im Gemüsefach des Kühlschranks hält das Gemüse etwa 2 Wochen, z. B. in einer Papiertüte. Plastikbeutel sind nicht zu empfehlen, da Fäulnisgefahr besteht.
Wie einfrieren und wieder auftauen?
Auch einfrieren ist problemlos möglich. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
Schälen Sie die Knolle eher großzügig (Schale in einer Dicke von ca. ½ cm entfernen), schneiden Sie das Gemüse in Scheiben, Würfel oder Stifte und füllen Sie es portionsweise in beschriftete Gefrierbeutel – die Luft sorgfältig hinausstreichen und in das Tiefkühlfach geben.
Tiefgekühlter roher Knollensellerie hält sich für etwa 6 Monate, gegarter für 3 Monate.
Wenn Sie das Gemüse verwenden möchten, müssen Sie es nicht auftauen. Sie können es in gefrorenem Zustand in die heiße Pfanne oder in den Topf geben.
Die Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe
Der Knollensellerie hat die folgenden Nährwerte pro 100 g frischer Knolle:
- Energie: 19 kcal/81 kJ
- Kohlenhydrate: 2 g (davon 45 mg Glucose/ 90 mg Fructose/1,7 g Saccharose)
- Eiweiß: 2 g
- Fett: 0,3 g
- Ballaststoffe: 4 g
- Wasser: 90 g
An Vitaminen enthält die Knolle insbesondere B-Vitamine und Vitamin K in relevanten Mengen. Vom Vitamin K sind es 100 µg, was den offiziellen Tagesbedarf von 65 µg locker deckt.
Bei den B-Vitaminen sind besonders Vitamin B2 enthalten (70 µg = 6 % vom Tagesbedarf) sowie Vitamin B3 (900 µg = 6 %), Vitamin B5 (510 µg = 9 %) und Vitamin B6 (200 µg = 14 %).
Alle anderen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind natürlich ebenfalls enthalten, nur eben in Bezug auf den Tagesbedarf in deutlich geringeren Mengen (Ausnahmen sind die Vitamine B12 und D, die nicht enthalten sind).
Die vollständige Liste der Nährwerte, Vitamine und Mineralstoffe des Knollenselleries können Sie bei uns kostenlos per Email anfordern.
Verwendung in der Volksheilkunde
Jahrtausende kannte man das aromatische Wurzelgemüse vorwiegend als Heilpflanze. Es herrschte der Glaube, dass durch den würzigen Geruch arglistige Gestalten wie Dämonen verjagt werden können.
Doch handelte es sich hierbei um wilde Vorfahren des heutigen Knollenselleries, die sehr bitter schmeckten und nicht zum Verzehr geeignet waren (9).
Frühestens ab dem Mittelalter wurde die Wurzel durch Züchtung gezielt vergrößert (12). So wurde der uns bekannte Knollensellerie geboren.
Nicht nur in der Küche, auch in der Volksheilkunde findet er Verwendung - und zwar insbesondere aufgrund seines ätherischen Öls und der sekundären Pflanzenstoffe, z. B. Phthalide, Terpene (21), Flavone wie z. B. Apigenin und Luteolin (22) sowie Furocumarine.
Die heilsamen Eigenschaften und Wirkungen
In der traditionellen Volksheilkunde werden die Knollen bis heute innerlich und äußerlich angewandt. Geschätzt werden sie u. a. aufgrund der folgenden heilsamen Eigenschaften:
Sellerie wirkt entzündungshemmend (18), antioxidativ (2) und antimikrobiell (1), blutreinigend, harntreibend (1) und entwässernd (23), kreislaufstärkend, antirheumatisch und wundheilfördernd (14) und hustenlindernd (24).
Krankheiten, bei denen der Sellerie hilfreich sein kann
In der Volksheilkunde wird der Sellerie bei den folgenden Beschwerden eingesetzt:
Appetitlosigkeit und Schwäche (24), Bronchitis und Rachenentzündungen (23) (24), überanstrengte Stimmbänder (Vielredner, Sänger) (23), Rheuma und Gicht (23), Herz-Kreislauf-Beschwerden, z. B. Bluthochdruck (23), Neurologische Beschwerden, z. B. Demenzen, Parkinson, Übergewicht (16), Verdauungsbeschwerden (24) und bei einer Blasenentzündung (23).
Auf drei der genannten Beschwerden und der entsprechenden Wirkung der Knolle gehen wir nachfolgend näher ein.
Gut für die Verdauung
Der Knollensellerie enthält insbesondere wasserunlösliche Ballaststoffe wie Zellulose. Diese unterscheiden sich von den wasserlöslichen Ballaststoffen insbesondere dadurch, dass sie kein Wasser binden und kaum von unseren Darmbakterien zersetzt werden.
Wasserunlösliche Ballaststoffe bieten den Vorteil, dass sie sehr fest sind und einen erheblichen Druck auf die Mageninnenwände ausüben. Dadurch erhöhen sie das Stuhl- und Magenvolumen, haben eine sättigende Wirkung, machen den Stuhl weicher und steigern die Darmbewegungen. Auf diese Weise wird die Verdauung angekurbelt und einer Verstopfung entgegengewirkt.
Für ein besseres Gedächtnis
Der Knollensellerie gehört zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Vitamin-K-Gehalt. Wenn Sie nur 100 g des Gemüses essen, nehmen Sie bereits das 1,5-Fache Ihres Tagesbedarfs an diesem Vitamin zu sich (4). Das fettlösliche Vitamin wird insbesondere zur Blutgerinnung und zum Knochenaufbau benötigt.
Inzwischen haben diverse Studien gezeigt, dass Vitamin K auch eine wichtige Rolle im kognitiven Bereich spielen könnte.
Im Jahr 2022 beispielsweise zeigte eine Studie, dass jene Probanden, die über die Nahrung mehr Vitamin K aufnahmen, bessere kognitive Funktionen aufwiesen (7). Umgekehrt wurde bei jenen Teilnehmern mit schwerwiegenden Gedächtnisbeschwerden eine geringere Vitamin-K-Aufnahme festgestellt.
Die Wirkung wurde u. a. dadurch erklärt, dass Vitamin K Entzündungen lindert, die Insulinempfindlichkeit reguliert und einen direkten Einfluss auf den Insulinstoffwechsel hat. Ein schlecht eingestellter Insulinspiegel gilt wiederum als Risikofaktor für eine kognitive Verschlechterung.
Fürs Herz und bei neurologischen Beschwerden
Die im ätherischen Öl enthaltenen Phthalide sind für das typische Aroma des Knollenselleries und viele seiner heilsamen Eigenschaften verantwortlich.
Studien zufolge haben Phthalide eine entzündungshemmende, antimykotische und antibakterielle Wirkung (20), schützen das Herz und haben das Potenzial, bestimmte neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Alzheimer und Parkinson zu lindern.
Wie wendet man die Knolle in der Naturheilkunde an?
Will man das Wurzelgemüse naturheilkundlich anwenden, kommen Tee, Saft und Sirup in Frage. Natürlich kann man das leckere Gemüse auch regelmäßig essen – idealerweise als Rohkost, da dann auch der Wirkstoffgehalt am höchsten ist, während sich z. B. die ätherischen Öle beim Kochen, Braten etc. verflüchtigen.
Als Tee gut für Darm und Nieren
In erster Linie wird Knollensellerie in der traditionellen Heilkunde in Form von Tee eingenommen, da sich dann die Wirkung besonders gut entfaltet. Der Tee soll die Nierentätigkeit sowie den Gallen- und Speichelfluss anregen, die Verdauung fördern und der Übersäuerung entgegenwirken.
Laut einem alten Rezept des österreichischen Kräuterpfarrers Hermann Josef Weidinger wird der Tee wie folgt zubereitet:
Übergießen Sie einen gehäuften Esslöffel der frischen Knolle (am besten geraspelt) mit einem Viertelliter kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee 15 Minuten zugedeckt ziehen und seihen Sie ihn dann ab (15).
(Gießen Sie das Kondenswasser am Deckel in den Tee, da darin auch die ätherischen Öle enthalten sind, die sich mit dem Wasserdampf verflüchtigt hatten).
Trinken Sie den Tee 2 Wochen lang, am besten am Morgen auf nüchternen Magen und am Abend eine Stunde vor dem Zubettgehen jeweils eine Tasse. Der Tee sollte in Form von einer Kur maximal 4 bis 6 Wochen angewandt werden.
Knollensellerie-Saft
Entsaften Sie ½ kleingeschnittene Sellerieknolle in Ihrem Entsafter und nehmen Sie 2- bis 3-mal täglich vor den Mahlzeiten jeweils 1 EL gegen Husten, zum Entwässern und Entschlacken. Wichtig ist, den Saft täglich frisch zuzubereiten. Die Tagesmenge kann zugedeckt im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Sollte Ihnen das tägliche Entsaften zu aufwändig erscheinen, können Sie den Saft auch im Handel erwerben, z. B. den Frischpflanzenpresssaft von Schoenenberger im Reformhaus oder Bioladen.
Knollensellerie-Sirup
Für die Herstellung eines Sirups wird der frisch gepresste Knollenselleriesaft bei kleiner Flamme mit derselben Menge Bienenhonig oder Ahornsirup verrührt. Entscheidend ist: Die Masse darf nicht kochen.
Füllen Sie den heißen Selleriesirup dann in sterilisierte Gläser, die Sie verschließen. Der Sirup kann etwa 3 Monate im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Zu den Indikationen zählen festsitzender Husten, aber auch körperliche und seelische Erschöpfung sowie Nervosität. Nehmen Sie 3-mal täglich je 1 EL ein.
Die Sellerieallergie
Laut dem Paul-Ehrlich-Institut gehört die Sellerieallergie zu den häufigsten Lebensmittelallergien in Europa. Zu den Symptomen zählen leichtere allergische Reaktionen (13) wie z. B. Juckreiz und Schwellungen im Mund- und Rachenraum bis hin zum lebensbedrohenden anaphylaktischen Schock.
Darum gehört das Gemüse zu jenen 14 Allergenen, die gemäß EU-Verordnung als Zutat in Lebensmitteln gekennzeichnet werden müssen. Detailliertere Infos dazu erhalten Sie in unserem Artikel über den Stangensellerie (Stangensellerie - Ein Gemüse, viele Möglichkeiten).
Bei Fructoseintoleranz
Obgleich der Knollensellerie geschmacklich eine süßliche Note hat, gilt er mit 0,09 % Fructose (Fruchtzucker) als ein besonders fructosearmes Gemüse (5).
Er wird daher bei einer Fructoseintoleranz meist gut vertragen. Details zu der Unverträglichkeit finden Sie in unserem Artikel Fructoseintoleranz - Wenn Fruchtzucker nicht vertragen wird.
Bei Histaminintoleranz
Die Knolle ist ein histaminarmes Gemüse, weshalb sie bei Histaminintoleranz in der Regel sehr gut vertragen wird (6). Detaillierte Infos zur Histaminintoleranz finden Sie in unserem Artikel Histaminintoleranz - Symptome und Ursachen.
Kaum mit Pestiziden belastet
Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart testet Jahr für Jahr Frischgemüse aus konventionellem Anbau in Bezug auf die Pestizidbelastung. 2022 wurden 87 Proben Wurzelgemüse – wozu auch der Knollensellerie zählt – analysiert (3).
82 Proben, also 94 Prozent der Proben, wiesen Rückstände auf. Positiv war, dass Werte über dem zugelassenen Höchstwert nur sehr selten auftraten.
Getestet wurden 4 Knollen, die festgestellten Stoffe waren nur in Spuren vorhanden. Bei keiner der Proben wurde der zulässige Schadstoffgehalt überschritten.
Wie wird der Knollensellerie angebaut?
Wenn Sie über einen Garten verfügen, können Sie auch Ihren eigenen Knollensellerie anbauen. Er ist jedoch etwas anspruchtsvoll, zählt also nicht zu den einfach zu kultivierenden Gemüsen.
Standort und Boden
Ein Standort in sonniger bis halbschattiger, aber nicht zu heißer Lage ist ideal.
Als Starkzehrer benötigt der Knollensellerie einen fruchtbaren Boden (ein humusreicher Lehmboden Kompost ist optimal). Düngen Sie immer wieder nach, z. B. mit Brennnesseljauche oder einem Gemüsedünger.
Achten Sie auf gute Borversorgung, da Knollensellerie sonst keine schönen Knollen bildet. Wenn Sie regelmäßig Rote-Bete-Blätter, Brokkoliblätter, Mangoldblätter oder Petersilienreste kompostieren, enthält die Erde vermutlich ausreichend Bor.
Damit sich die Knolle gut ausbilden kann, muss der Boden locker sein (ab und zu hacken!). Sorgen Sie auch für eine regelmäßige Wassergabe – besonders im August und September – andernfalls könnte es sein, dass sich keine Knolle entwickelt oder die Knolle Zu nass darf der Boden aber auch nicht werden.
Aussaat, Pflanzung und Ernte
Gesät wird Ende Februar/Anfang März (Gewächshaus oder Fensterbank). Mitte Mai können die Pflänzchen dann ins Freiland oder Sie kaufen im Mai gleich fertige Jungpflanzen beim Gärtner.
Spannen Sie gleich bei der Pflanzung ein Schutznetz darüber, damit die Selleriefliege keinen Zugang hat. Auch Wühlmäuse könnten sich die eine oder andere Knolle mopsen.
Man setzt die Pflanzen möglichst hoch in die Erde, damit sich die Knollen gut entwickeln können. Diese sollten immer auch etwas aus der Erde ragen. Achten Sie also beim Hacken darauf, die Knollen nicht versehentlich mit Erde anzuhäufeln.
Knollensellerie verträgt sich gut mit Bohnen, Kohlgewächsen, Tomaten und Lauch. Ungünstig sind Petersilien, Möhren und Fenchel. Nach spätestens 4 Jahren im selben Beet sollten Sie den Standort wechseln.
Spätestens im Oktober bzw. vor dem ersten Frost wird geerntet.
Sie können einige Knollen aber schon im Spätsommer in Ihre Küche holen, dann schmecken Sie besonders zart. Einen Durchmesser von mindestens 5 cm sollten sie dann aber schon haben. Bei der Ernte werden die Knollen einfach am Laub aus dem Boden gezogen.
Kann man Knollensellerie im Topf ziehen?
Grundsätzlich kann die Knolle auch im Topf gezogen werden. Es sollte dann aber eher ein großer Kübel sein, da die Pflanzen sehr viel Platz benötigen.
Fazit: Knollensellerie sollte öfter auf den Tisch!
Knollensellerie ist ein sehr gesundes Gemüse - noch dazu mit heilsamen Eigenschaften. Sein spezielles Aroma sorgt dafür, dass Gerichte aus der Knolle immer etwas Besonderes sind - ob gebraten, in der Suppe oder als Rohkost.